Diplomarbeit, 2003
105 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1 Warum dieses Thema?
1.2 Was soll mit dieser Arbeit erreicht werden?
1.3 Zur Strukturierung
1.4 Nicht näher bearbeitete Themen
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definitorische Annäherung an den Begriff der „Behinderung“...
2.2 ...und speziell der geistigen Behinderung
2.2.1 Ursachen von geistiger Behinderung
2.3 Der Begriff der Einstellung – Erklärt am mehrdimensionalen Einstellungsmodell
2.4 Der Begriff der Sexualität
2.4.1 Die „andere“ Sexualität?
2.4.2 Zur Selbstbefriedigung bei geistiger Behinderung – Risiken und Chancen der aktiven Unterstützung für hilflose Menschen
2.5 Selbstbestimmung von geistig behinderten Menschen
2.6 Rechtliche Grundlagen zur Partnerschaft und Sexualität bei geistig behinderten Menschen
2.6.1 Die allgemeinen Grundrechte
2.6.2 Rechts- und Geschäftsfähigkeit von geistig behinderten Menschen
2.6.3 Juristische Aspekte zur Eheschließung
2.6.4 Juristische Aspekte zum Kinderwunsch von geistig behinderten Menschen
2.6.5 Juristische Aspekte zur Sterilisation
2.6.6 Exkurs 1: Juristische Aspekte zum Schwangerschaftsabbruch
2.6.7 Exkurs 2: Juristische Aspekte zur Sexualassistenz
3. Praktischer Teil – Die Umfrage
3.1 Wer wird befragt? Was wird erfragt?
3.2 Wie wird befragt?
3.3 Zum Rücklauf
3.4 Wie wurden die Fragebögen ausgewertet?
3.5 Hypothesen zu dieser Arbeit
4. Auswertung der Fragebögen
4.1 Statistische Fragen (Fragen 1 bis 9)
4.2 Zufriedenheit mit der Arbeit (Fragen 11 und 12)
4.3 Aufbau der Gruppe (Fragen 13 bis 21)
4.3.1 Fragen 18 bis 21
4.4 Fragen zu Freundschaft, Partnerschaft und Ehe von geistigbehinderten Menschen (Fragen 22 bis 29)
4.5 Ursache von geistiger Behinderung (Frage 30) und weitere „Wissensfragen“ zur Sexualität geistigbehinderter Menschen (Fragen 31 und 32)
4.6 Fragen zur Aufklärung und Verhütung (Fragen 33 bis 37)
4.7 Toleranz gegenüber der Sexualität von geistigbehinderten Menschen allgemein (Frage 38) und speziell zur Selbstbefriedigung (Fragen 39 bis 42)
4.8 Fragen zu Kinderwunsch von geistigbehinderten Menschen (Fragen 43 und 44) und zur Sterilisation (Frage 45)
4.9 Eigene Einstellung zur Sexualität (Frage 46) und Vergleich der eigenen Einstellungen zur Sexualität mit denen der Kollegen und der Einrichtung (Fragen 47 bis 49)
5. Schlussteil
5.1 Verifizierung bzw. Falsifizierung der aufgestellten Hypothesen
5.2 Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Einstellungen von Mitarbeitern in Behinderteneinrichtungen gegenüber der Sexualität ihrer geistig behinderten Betreuten zu untersuchen und deren Umgang damit zu analysieren, um so einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem Thema in professionellen Kontexten zu leisten.
2.4.2 Zur Selbstbefriedigung bei geistiger Behinderung – Risiken und Chancen der aktiven Unterstützung für hilflose Menschen
Auch wenn es keine besondere Sexualität bei geistig behinderte Menschen gibt, so haben sie trotzdem aufgrund ihres oft mangelhaftem Wissens mit besonderen Schwierigkeiten zu „kämpfen“:
„Tim geht, wenn er aus der Werkstatt nach Hause kommt, stets zunächst in sein Zimmer, legt sich bäuchlings auf den Teppich und fängt an zu rütteln, zu stoßen, er macht beischlafähnliche Bewegungen. Mir ist klar, dass Tim sexuell erregt ist und sich befriedigen will, aber offensichtlich weiß er nicht, wie das geht. Schließlich bleibt er mit knallrotem Gesicht, atemlos, völlig verschwitzt erschöpft liegen. Noch eine ganze Weile danach ist er schlecht gelaunt.“ (Bericht einer Mutter über ihren 17 Jahre alten Sohn mit Down-Syndrom; aus: „Sexualität und geistige Behinderung“, pro familia 2001, S. 12)
Wie Tim sind viele geistig behinderte Menschen nicht in der Lage, sich erfolgreich selbst zu befriedigen. Sie brauchen Hilfe, um Selbstbefriedigung zu erlernen. Wird ihnen diese Hilfe verwehrt, so erleben sie statt Lust einfach nur Leid! (vgl. ebd., S. 13).
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas Sexualität als individuelles Grundrecht und Darstellung der Problematik der Fremdbestimmung in Behinderteneinrichtungen.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler Begriffe wie Behinderung, Einstellung, Sexualität und Selbstbestimmung sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen für Menschen mit geistiger Behinderung.
3. Praktischer Teil – Die Umfrage: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Zielgruppe und des Aufbaus der durchgeführten Befragung unter Mitarbeitern in Behinderteneinrichtungen.
4. Auswertung der Fragebögen: Präsentation und Analyse der erhobenen statistischen Daten sowie der Antworten zu spezifischen Themen wie Partnerschaft, Aufklärung und Sterilisation.
5. Schlussteil: Verifizierung der aufgestellten Hypothesen anhand der Untersuchungsergebnisse und eine zusammenfassende Betrachtung der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Sexualität, geistige Behinderung, Behinderteneinrichtung, Selbstbestimmung, Einstellungsforschung, Partnerschaft, Aufklärung, Sterilisation, Betreuungsgesetz, pädagogische Praxis, Fremdbestimmung, Sexualpädagogik, Selbstbefriedigung, Behindertenarbeit, Inklusion.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Einstellungen und dem praktischen Umgang von Mitarbeitern in Behinderteneinrichtungen bezüglich des Sexuallebens geistig behinderter Menschen.
Die Arbeit thematisiert Partnerschaft, Sexualität, Selbstbestimmung, das Recht auf Eheschließung, Kinderwunsch sowie die juristischen Rahmenbedingungen wie das Betreuungsgesetz und die Sterilisation.
Das Ziel ist es, den Status quo in den befragten Einrichtungen zu erfassen, kritisch zu reflektieren und die Diskrepanz zwischen professionellen Einstellungen und der tatsächlichen alltäglichen Lebenspraxis aufzuzeigen.
Der Autor führt eine quantitative Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens mit 50 Fragen bei 86 Mitarbeitern in sechs verschiedenen Behinderteneinrichtungen in Baden-Württemberg durch.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen dargelegt und anschließend die Ergebnisse der Umfrage im Hinblick auf Hypothesen zur Selbstbestimmung und zum Umgang mit Sexualität analysiert.
Wichtige Schlagworte sind Sexualität, geistige Behinderung, Selbstbestimmung, Einstellungsforschung, Sterilisation und stationäre Unterbringung.
Die Umfrage ergab, dass eine deutliche Mehrheit von über 87% die Selbstbefriedigung als völlig normales Verhalten ansieht und das Personal diese in der Praxis meist gewähren lässt.
Der Autor betont, dass stationäre Strukturen – etwa durch mangelnde Rückzugsmöglichkeiten oder das Fehlen eigener Zimmerschlüssel – die Möglichkeiten zur gelebten Sexualität und Selbstbestimmung stark einschränken.
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