Bachelorarbeit, 2010
64 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Entwicklung der Bildungspläne
2.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Bildungsplänen
2.2 Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan
2.2.1 Von der Entstehung bis zur Veröffentlichung
2.2.2 Zielsetzung und Charakteristika des Bildungs- und Erziehungsplans
2.2.3 Ästhetische Bildung im Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan
2.2.3.1 Kapitel „Bildnerische und darstellende Kunst“
2.2.3.2 Kapitel „Musik und Tanz“
3. Ästhetische Bildung
3.1 Begriffsbestimmung „Ästhetik“
3.2 Unterscheidung zweier Denkarten
3.3 „Ästhetisches Denken“
3.4 Voraussetzungen für ästhetische Erfahrungen
3.5 Bedeutung ästhetischer Bildungsprozesse in der frühen Kindheit
4. Umsetzung des Bildungsbereichs „Ästhetische Bildung“ im Waldkindergarten
4.1 Der Waldkindergarten
4.1.1 Formen des Waldkindergartens
4.1.2 Entwicklung der Waldkindergärten in Deutschland
4.1.3 Die pädagogische Zielsetzung der Waldpädagogik
4.1.3.1 Die Naturbegegnung im Wald
4.1.3.2 Ästhetisches Erleben
4.1.3.3 Freiräume in der Waldpädagogik
4.1.3.4 Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung durch die Natur
4.1.3.5 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte
4.1.3.6 Schulfähigkeit im Waldkindergarten
4.2 Der Waldkindergarten Laubfrösche Kirchvers e.V.
4.2.1 Die Gründung des Waldkindergartens Laubfrösche Kirchvers e.V.
4.2.2 Konzeptionelle Schwerpunkte
4.2.3 Die Naturbegegnung fördert ästhetisches Erleben
4.2.4 Ästhetische Erfahrungen erfordern Aufmerksamkeit
4.2.5 Das Erleben von Zeit und Raum im Waldkindergarten
4.2.6 Erkenntnisgewinn durch Selbsterfahrung im Naturraum
4.2.7 Kreative Prozesse im Wald
4.2.8 Initiierung von Bildungsprozessen
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der Bildungsbereich „Ästhetische Bildung“ in der Praxis eines Waldkindergartens umgesetzt wird, wobei die Forschungsfrage nach dem Stellenwert ästhetischer Bildungsprozesse in Kindertageseinrichtungen anhand des Praxisbeispiels „Waldkindergarten Laubfrösche Kirchvers e.V.“ beantwortet wird.
4.2.3 Die Naturbegegnung fördert ästhetisches Erleben
Braun beschreibt einen zunehmenden Verlust von Aktionsräumen, da die immer dichtere Bebauung freier Flächen dazu beiträgt, dass „[…] das Wohnumfeld keine natürlichen Spiel- und Erfahrungsräume mehr bietet“ (Braun 2009, 40). Natürliche Experimentierfelder wie Feld, Wald und Wiese sind kaum mehr zugänglich, wodurch der Freiraum für spontanes und unbeaufsichtigtes Spielen eingeschränkt wird. Die steigende Naturentfremdung bei Kindern geht mit einem Mangel an Naturkenntnissen und idealisierten Vorstellungen von der Natur einher. Aus dieser Entwicklung der zunehmenden Naturentfremdung zieht Braun die Schlussfolgerung, dass der Entwicklungsprozess von Kindern beeinträchtigt wird. Umso wichtiger wird es, dass Tageseinrichtungen Natur als einen eigenen Bildungsbereich bereitstellen (vgl. ebd., S. 41f). Da sich die Jurte des Waldkindergartens Laubfrösche Kirchvers e. V. auf einem Waldstück befindet, können Naturerfahrungen unmittelbar gemacht werden. Ein Aufenthalt im Naturraum bewirkt nach Werner eine Förderung von Koordination, Gleichgewichtsinn und vor allem der Sinne (vgl. Anhang 1 S. XII, Z. 326ff). Zum pädagogischen Schwerpunkt Naturbegegnung im Waldkindergarten gehört auch die Förderung der kindlichen Beziehung zur Natur (vgl. ebd. S. VI, Z. 139f). Die Kinder lernen im Waldkindergarten Laubfrösche Kirchvers e.V. ein umweltbewusstes Verhalten, d.h. die lebendige Natur genauso wie die Mitmenschen zu achten, zu schützen und nicht zu verletzen (vgl. ebd. S. XIV, Z. 379ff). Durch den langen Aufenthalt im Wald erkennen die Kinder, wann und wie sie im Naturraum helfend bzw. unterstützend tätig werden können (vgl. Miklitz 2005, S. 47). „Denn nur wer die Natur in ihrer Vielseitigkeit und Einzigartigkeit kennen gelernt hat, kann zur Erhaltung und zum Schutz derselben beitragen“ (Häfner 2002, S. 40).
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wachsende Bedeutung ästhetischer Bildung im bildungstheoretischen Diskurs und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, wie dieser Bereich im Waldkindergarten praktisch umgesetzt wird.
2. Die Entwicklung der Bildungspläne: Dieses Kapitel erläutert die historische Einführung und die unterschiedlichen Ansätze der Bildungspläne in den deutschen Bundesländern mit einem Fokus auf dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan.
3. Ästhetische Bildung: Hier werden theoretische Grundlagen zu den Begriffen Ästhetik und ästhetisches Denken gelegt und deren Bedeutung für die kindliche Weltaneignung und kognitive Entwicklung hervorgehoben.
4. Umsetzung des Bildungsbereichs „Ästhetische Bildung“ im Waldkindergarten: Dieser Hauptteil analysiert die waldpädagogischen Konzepte und stellt die Umsetzung ästhetischer Bildung am Beispiel des Waldkindergartens Laubfrösche Kirchvers e.V. dar.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und verdeutlicht die Notwendigkeit eines Umdenkens in Kindertageseinrichtungen, um ästhetischen Erfahrungen den notwendigen Stellenwert einzuräumen.
Ästhetische Bildung, Waldkindergarten, Naturpädagogik, frühkindliche Bildung, Bildungsplan, Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan, ästhetisches Denken, Sinneswahrnehmung, Naturerfahrung, Kompetenzbildung, Selbstbildung, Waldkindergarten Laubfrösche Kirchvers e.V., Prozessqualität, Bildungsanlässe, ganzheitliches Lernen.
Die Arbeit befasst sich mit der Umsetzung des Bildungsbereichs „Ästhetische Bildung“ in der frühkindlichen Erziehung, spezifisch innerhalb des Konzepts Waldkindergarten.
Die zentralen Themen umfassen die staatliche Einführung von Bildungsplänen, die theoretischen Aspekte von Ästhetik und ästhetischem Denken sowie deren praktische Anwendung in der Naturpädagogik.
Das Ziel ist es, den Stellenwert ästhetischer Bildungsprozesse im Waldkindergarten zu untersuchen und anhand eines Praxisbeispiels zu verifizieren, inwieweit Ästhetik dort als verbindende Komponente kindlicher Bildung fungiert.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf eine qualitative Praxisuntersuchung, bestehend aus Hospitationen und einem Experteninterview mit der Leiterin des Waldkindergartens Laubfrösche Kirchvers e.V.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der Waldpädagogik, der pädagogischen Zielsetzung im Wald sowie einer detaillierten Analyse, wie Naturbegegnung, Raumgestaltung und kreative Prozesse im Waldkindergarten ästhetische Erfahrungen initiieren.
Neben dem Kernbegriff der ästhetischen Bildung prägen Konzepte wie Naturerfahrung, Selbstbildungsprozesse, Sinneswahrnehmung und die spezifische Lernumgebung im Wald das theoretische Fundament.
Die Autorin sieht eine didaktisch-methodische Lücke, da der Plan zwar Bildungsziele im Bereich Ästhetik formuliert, aber kaum konkrete Anleitungen für die pädagogische Umsetzung in der täglichen Praxis liefert.
Stille wird als wesentliche Voraussetzung für intensive Wahrnehmung und Selbstreflexion betrachtet; sie bietet Kindern den nötigen Raum, um die Natur zu erleben und eine eigene innere Stimme zu entwickeln.
Die Natur wird als „dritter Erzieher“ begriffen, der im Gegensatz zu geschlossenen Räumen keine Reizüberflutung erzeugt, sondern eine Vielfalt an Sinneseindrücken bietet, die eine differenzierte und sensible Wahrnehmung fördern.
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