Masterarbeit, 2014
68 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Transzendentalpoetische Modelle in „Franz Sternbalds Wanderungen“ und „Heinrich von Ofterdingen“
2.1 Transzendentalpoesie
2.1.1 Friedrich Schlegels poetologische Programmatik
2.1.2 Novalis: Romantisierung der Welt
2.1.3 Eine neue Mythologie
2.1.4 Die Sprachauffassung der Frühromantiker
2.1.5 Der romantische Roman als absolute Poesie
2.2 Franz Sternbalds Wanderungen
2.2.1 Wandern ohne Ziel
2.2.2 Poetische Landschaften
2.2.3 Gespräche über Kunst
2.3 Heinrich von Ofterdingen
2.3.1 Heinrichs Reise ins eigene Innere
2.3.2 Allegorisierende Privatmythologie
2.3.3 Heinrich von Ofterdingen als Transzendentalroman
3 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Ludwig Tiecks „Franz Sternbalds Wanderungen“ und Novalis’ „Heinrich von Ofterdingen“, inwiefern diese Frühwerke zentrale transzendentalpoetische Modelle der deutschen Romantik poetisch erproben und als eigenständige Beiträge zur frühromantischen Poetologie zu werten sind.
2.1.1 Friedrich Schlegels poetologische Programmatik
Friedrich Schlegel bildet seinen Begriff der Transzendentalpoesie in bewusster Anlehnung an die philosophiesprachliche Terminologie. Der geistesgeschichtliche Nährboden, auf dem die Frühromantiker ihre Poetologie entwickeln, ist die erkenntnistheoretische Philosophie Kants und Fichtes. Kant unterscheidet in seiner Philosophie zur Vernunft die Begriffe transzendent und transzendental:
„Ich nenne alle Erkenntnis transzendental, die sich nicht sowohl mit Gegenständen, sondern mit unseren Begriffen a priori von Gegenständen überhaupt beschäftigt.“
Transzendentalphilosophie meint also die Untersuchung des Apriorischen, d. h. die Frage nach den (Vor-)Bedingungen von Erkenntnis, und prüft somit die Instrumente des Geistes. In der Transzendentalphilosophie fragt man also „nach der Möglichkeit von Erkenntnis a priori überhaupt“. Das Transzendente stünde demnach außerhalb der menschlichen Erkenntnismöglichkeiten. Aus Kants Überlegungen und seiner Definition der Vernunft zieht Fichte die radikale Konsequenz, dass es eine eigenständige Objektwelt nicht gibt. Fichte erhebt das absolute Ich zum Grund jeglicher Erkenntnis:
„Das Ich ist, und es setzt sein Seyn, vermöge seines bloßen Seyns. – Es ist zugleich das Handelnde, und das Produkt der Handlung; das Thätige, und das, was durch die Thätigkeit hervorgebracht wird; Handlung, und That sind Eins und dasselbe.“
1 Einleitung: Hinführung zum Begriff der Transzendentalpoesie und Defintion des Untersuchungszieles anhand von zwei Schlüsselromanen der Frühromantik.
2 Transzendentalpoetische Modelle in „Franz Sternbalds Wanderungen“ und „Heinrich von Ofterdingen“: Theoretische Grundlegung sowie anschließende literaturwissenschaftliche Analyse der primären Romantexte zur Identifikation poetologischer Konzepte.
2.1 Transzendentalpoesie: Herleitung der wesentlichen Begriffe und philosophischen Hintergründe wie Ironie, Romantisierung und Neue Mythologie.
2.1.1 Friedrich Schlegels poetologische Programmatik: Diskussion der philosophischen Grundlagen des transzendentalen Poesiebegriffs und der Forderung nach progressiver Universalpoesie.
2.1.2 Novalis: Romantisierung der Welt: Erläuterung der qualitativen Potenzierung als Verfahren zur Schaffung eines Bezugs zwischen endlicher Welt und unendlichem Sinn.
2.1.3 Eine neue Mythologie: Behandlung der Forderung nach einem Mittelglied zwischen Poesie, Wissenschaft und Religion zur Überwindung der Aufklärung.
2.1.4 Die Sprachauffassung der Frühromantiker: Untersuchung der Sprache als selbstreferenzielles System und Reflexionsmedium, ergänzt um die Rolle der Musik.
2.1.5 Der romantische Roman als absolute Poesie: Vorstellung des Romans als „Über-Gattung“ und zentralem Experimentierfeld für frühromantische Ästhetik.
2.2 Franz Sternbalds Wanderungen: Analyse des Tieck’schen Romans hinsichtlich seines poetischen Beitrags zur Frühromantik.
2.2.1 Wandern ohne Ziel: Interpretation des Wandermotivs als Symbol für die unendliche Annäherung an ein Ideal jenseits realer Lebensziele.
2.2.2 Poetische Landschaften: Untersuchung der anti-mimetischen Landschaftsdarstellung als Spiegel innerer Reflexionsprozesse.
2.2.3 Gespräche über Kunst: Analyse der theoretischen Äußerungen der Figuren über die Autonomie und den Status der Kunst.
2.3 Heinrich von Ofterdingen: Analyse der Novalis’schen Erzählung hinsichtlich der Reifung zum Dichter und der symbolischen Bedeutung der „Blauen Blume“.
2.3.1 Heinrichs Reise ins eigene Innere: Untersuchung der allegorischen Reise als Bildungsgeschichte nach innen.
2.3.2 Allegorisierende Privatmythologie: Betrachtung der Bedeutung von Binnentexten, Träumen und Mythen für das strukturelle Verständnis des fragmentarischen Romans.
2.3.3 Heinrich von Ofterdingen als Transzendentalroman: Zusammenfassende Würdigung des Romans als Dokument und Exempel frühromantischer Poetologie.
3 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der untersuchten Werke für die literaturgeschichtliche Entwicklung.
Transzendentalpoesie, Frühromantik, Novalis, Ludwig Tieck, Friedrich Schlegel, Romantisierung, Neue Mythologie, absolute Poesie, Allegorie, Sprachreflexion, Musik, Künstlerroman, Bildungsroman, progressive Universalpoesie, Ironie.
Die Arbeit untersucht die theoretischen und dichterischen Grundlagen der sogenannten Transzendentalpoesie in der deutschen Frühromantik unter besonderer Berücksichtigung der Romane von Tieck und Novalis.
Im Zentrum stehen die Konzepte der „Romantisierung“, die Rolle der Musik als absolute Kunst, die Funktion der Sprache als Zeichensystem sowie die Utopie einer „Neuen Mythologie“.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie „Franz Sternbalds Wanderungen“ und „Heinrich von Ofterdingen“ als eigenständige, transzendentalpoetische Experimente fungieren, die über das Vorbild des Goethe’schen Bildungsromans hinausweisen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die philosophische Fragmente der Romantik expliziert und diese als heuristischen Rahmen für eine fundierte Primärtextanalyse (Lektüre) der beiden genannten Romane nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Begrifflichkeiten und eine anschließende detaillierte Textanalyse der beiden Romane, unterteilt in ihre jeweilige Motivik, Erzählstruktur und ästhetische Reflexion.
Neben dem Kernbegriff „Transzendentalpoesie“ prägen Begriffe wie „Romantisierung“, „absolute Poesie“, „Allegorie“ und das „romantische Gesamtkunstwerk“ die theoretische Durchdringung der Materie.
Die Arbeit betont, dass Musik den Frühromantikern als Vorbild für eine nicht-mimetische, rein referenzlose Kunst gilt, die dazu dient, die Grenzen der Sprache zu sprengen und Transzendenz erfahrbar zu machen.
Die zahlreich eingestreuten Lieder, Märchen und Sagen werden als reflexive Metaebenen analysiert, in denen das Romangeschehen selbst gespiegelt und in eine übergeordnete mythologische Struktur überführt wird.
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