Bachelorarbeit, 2010
37 Seiten
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Begründung
1.2 Ziele und Methoden der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Problembasiertes Lernen – eine Definition
2.2 Fachdidaktische Positionen zur Auseinandersetzung mit literarischen Texten – Möglichkeiten und Grenzen
3. Unterrichtsmodell zur Erstaneignung literarischer Texte durch problembasierte Aufgabenstellungen anhand Franz Kafkas ‚Die Verwandlung‘
3.1 Textanalyse zu Kafkas ‚Die Verwandlung‘
3.2 Ziele des Modells
3.3 Problembasierte Aufgabenstellung: Fragetechniken, Ablauf und Organisation
3.3.1 Fragetechniken
3.3.2 Ablauf und Organisation
4. Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein Unterrichtsmodell für die Erstaneignung literarischer Texte in der Sekundarstufe I zu entwickeln, das schülerzentrierte, problembasierte Lernstrategien nutzt, um die Lesemotivation zu steigern und einen lebensweltnahen Zugang zur Literatur zu ermöglichen.
3.3.1 Fragetechniken
Die Art und Weise, wie eine Aufgabe gestellt wird, beeinflusst das Ergebnis von dem, der die Aufgabe löst, da Aufgabenstellungen immer antizipierte Ziele von Schülerleistungen sind. Klassischerweise wird in Aufgabenstellungen zwischen offenen, halboffenen und geschlossenen Fragen sowie Aufforderungen, die durch einen Operator eingeleitet werden, unterschieden. Schüler sollen motiviert werden, sich einen Text selbstständig anzueignen. Dabei spielt der Operator der Aufgabenstellung eine entscheidende Rolle.
Bei problembasierten Aufgabenstellungen ist wichtig, keine geschlossenen Fragen zu stellen. ‚Hat dir der Text gefallen?‘ lässt zu, dass der Schüler mit ‚Ja‘, ‚Nein‘ oder ‚Ich weiß nicht‘ antworten kann und danach schweigt, da er nicht weiß, was er genau sagen soll und froh ist, überhaupt eine Antwort geben zu können. Entscheidungsfragen zu stellen, bedeutet, dem Schüler bereits die Erkenntnis abzunehmen, der Text könne Teil seiner persönlichen Lebenswelt sein. Sie geht demnach den zweiten Schritt vor dem ersten. Der Lehrende manipuliert die möglichen Antworten, indem er eine Richtung vorgibt. Problemzentrierter Unterricht bedeutet aber, das Problem mit den Schülern und durch sie lösen zu lassen. Allenfalls lenkt der Lehrende die Bahnen und dies tut er, indem er die richtige Art der Fragen stellt.
Genauso wenig sind Aufforderungen hilfreich. Im traditionellen Literaturunterricht sind die Aufgaben in der Erstaneignung wie folgt aufgebaut: ‚Untersucht den Text mit Hilfe der Übersicht auf S. 191. Legt dabei besonderes Augemerk auf den Aufbau‘. Sicherlich werden die Operatoren ‚Nenne‘, ‚Erkläre‘ oder ‚Beschreibe‘ in dem Sinne eingesetzt, um eine Aufgabe klar zu strukturieren und einfache Handlungsanweisungen zu geben. Aber genau aus diesem Grunde eignen sie sich nicht für einen problemzentrierten Ansatz. Hier soll es keine klaren Anweisungen geben. Hier soll der Schüler vor eine Wahl gestellt werden, an deren Entscheidungsziel kein Richtig oder Falsch steht. Die Schüler sollen ergebnisoffen arbeiten.
1. Einleitung: Die Arbeit problematisiert die Ergebnisse der PISA-Studie und die mangelnde Motivation im Literaturunterricht, um die Notwendigkeit schülerzentrierter Lernkonzepte zu begründen.
2. Theoretische Grundlagen: Es erfolgt eine Definition des problembasierten Lernens sowie eine kritische Auseinandersetzung mit fachdidaktischen Positionen und dem Begriff der Erstaneignung.
3. Unterrichtsmodell zur Erstaneignung literarischer Texte durch problembasierte Aufgabenstellungen anhand Franz Kafkas ‚Die Verwandlung‘: Auf Basis einer Textanalyse wird ein Modell entwickelt, das Fragetechniken und Organisationsformen des problembasierten Lernens auf Kafkas Erzählung anwendet.
4. Resümee: Die Arbeit fasst die Potenziale problembasierten Lernens für die Steigerung der Lesemotivation zusammen und identifiziert den Bedarf an weiterführender empirischer Forschung.
Problembasiertes Lernen, Literaturunterricht, Erstaneignung, Lesemotivation, Sekundarstufe I, Die Verwandlung, Franz Kafka, schülerzentrierter Unterricht, Fragetechniken, Lernstrategien, Binnendifferenzierung, Kompetenzvermittlung, aktive Auseinandersetzung, literarische Bildung
Die Arbeit untersucht, wie problembasierte Aufgabenstellungen im Literaturunterricht eingesetzt werden können, um die Phase der Erstaneignung von Texten in den Klassenstufen 9 und 10 schülerorientierter und motivierender zu gestalten.
Die zentralen Felder sind das Konzept des problembasierten Lernens, die Didaktik der literarischen Erstaneignung und die Anwendung dieser Methoden anhand von Franz Kafkas „Die Verwandlung“.
Das Ziel ist die Entwicklung eines Unterrichtsmodells, das Schüler durch problemzentrierte Fragestellungen dazu anregt, literarische Texte aktiv und unter Bezugnahme auf ihre eigene Lebenswelt zu erschließen.
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die theoretische Konzepte (problembasiertes Lernen) mit einer anwendungsbezogenen Modellentwicklung verknüpft und kritisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Lernansatzes sowie die praktische Ausarbeitung eines Unterrichtsmodells, inklusive spezifischer Fragetechniken und organisatorischer Abläufe für den Literaturunterricht.
Wichtige Begriffe sind problembasiertes Lernen, Erstaneignung, Lesemotivation, Literaturunterricht und schülerzentrierte Methoden.
Die Erzählung bietet durch die Thematik der körperlichen und geistigen Veränderung sowie die familiären Spannungen starke Anknüpfungspunkte an die Lebenswelt und die Pubertät der Schüler in der 9. und 10. Klasse.
Die Erstaneignung gilt als Grundbaustein für das langfristige Interesse an Literatur; das Modell zielt darauf ab, diesen Prozess durch Eigenaktivität der Schüler statt durch passive Rezeption zu stärken.
Im Gegensatz zum traditionellen, oft lehrerzentrierten Unterricht steht hier das selbstgesteuerte Lösen von Problemen und die ergebnisoffene Auseinandersetzung mit dem Text im Vordergrund.
Eine wesentliche Grenze stellt die zeitliche Komponente dar, da problembasierte Prozesse mehr Zeit für Recherche und Diskussion erfordern, als in einer regulären Unterrichtsstunde oft zur Verfügung steht.
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