Examensarbeit, 2010
99 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Magischer Realismus
2.2. Cien años de soledad: Eine kurze Einführung
2.3. Die literarische Übersetzung
3. Kritischer Übersetzungsvergleich
3.1. Modell zur Vorgehensweise
3.2. Übersetzungskritik
3.3. Auswertung des praktischen Teils
4. Resümee
5. Literaturverzeichnis
5.1. Primärliteratur
5.2. Sekundärliteratur
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, zu überprüfen, inwieweit der Magische Realismus Lateinamerikas in Gabriel García Márquez’ Roman Cien años de soledad in der deutschen Übersetzung von Curt Meyer-Clason erhalten geblieben ist, wobei eine exemplarische Textanalyse zur Anwendung kommt.
1) De pronto, sin ningún anuncio, su actividad febril se interrumpió y fue sustituida por una especie de fascinación. Estuvo varios días como hechizado, repitiéndose a sí mismo en voz baja un sartal de asombrosas conjeturas, sin dar crédito a su propio entendimiento. Por fin, un martes de diciembre, a la hora del almuerzo, soltó de un golpe toda la carga de su tormento. (S. 12-13)
Plötzlich, ohne vorherige Ankündigung, wich seine fieberhafte Tätigkeit einer Art von Verzauberung. Einige Tage war er wie verhext und murmelte unablässig eine Litanei erstaunlicher Mutmaßungen vor sich hin, ohne der eigenen Einsicht Glauben zu schenken. Endlich, an einem Dienstag im Dezember, brach beim Mittagessen plötzlich seine ganze Qual aus ihm hervor. (S. 10)
José Arcadio Buendía ist von einer Sehnsucht nach Erkenntnis und nach Verbesserung des Lebensstandards ergriffen. Jede Neuerung, die von Außen in das Dorf eintritt, nimmt er mit großem Wissensdurst auf und versucht Nutzen aus ihr zu ziehen. Der Eifer José Arcadio Buendías nimmt jedoch skurrile Züge an.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die theoretische Relevanz der literarischen Übersetzung dar und formuliert die zentrale Forschungsfrage bezüglich des Erhalts des Magischen Realismus in der Übersetzung.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden der Magische Realismus, das Werk von García Márquez sowie allgemeine wissenschaftliche Ansätze der Übersetzungstheorie definiert und kontextualisiert.
3. Kritischer Übersetzungsvergleich: Der Kern der Arbeit umfasst die methodische Herleitung einer Übersetzungskritik sowie deren praktische Anwendung an ausgewählten Textstellen und die anschließende quantitative und qualitative Auswertung.
4. Resümee: Dieses Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass der Magische Realismus in der deutschen Übersetzung an Präzision verliert.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen Primär- und Sekundärliteratur zur Untermauerung der Untersuchung.
Magischer Realismus, Literaturübersetzung, Cien años de soledad, Curt Meyer-Clason, Übersetzungskritik, Translationsdidaktik, Lateinamerikanische Literatur, Identitätsfindung, Inzest, Einsamkeit, Rekontextualisierung, Kulturtradition, Sprachvergleich, Textanalyse.
Die Arbeit analysiert die Qualität der deutschen Übersetzung von Gabriel García Márquez' Roman Cien años de soledad im Hinblick auf den Erhalt des spezifischen lateinamerikanischen Magischen Realismus.
Die zentralen Felder sind die Theorie des Magischen Realismus, die Methodik der Übersetzungskritik und die soziokulturelle Einbettung lateinamerikanischer Literatur.
Das Ziel ist zu prüfen, ob der Übersetzer Curt Meyer-Clason die magischen und kulturellen Besonderheiten des Ausgangstextes adäquat in die deutsche Sprache übertragen konnte.
Es wird eine systematische Übersetzungskritik angewandt, basierend auf Kriterien wie 'Magisches Element', 'Wortwahl' und 'Informationsgehalt', um subjektive Eindrücke objektivierbar zu machen.
Der Hauptteil beinhaltet den praktischen Vergleich von 22 Textstellen, bei denen das Ausgangssprachen-Original dem deutschen Zieltext gegenübergestellt und bewertet wird.
Neben dem 'Magischen Realismus' und der 'Übersetzungskritik' stehen Begriffe wie 'Rekontextualisierung', 'kulturelle Differenz' und 'Einsamkeit' im Fokus.
Da der Magische Realismus das definierende Merkmal des Romans ist, fungiert dieses Kriterium als übergeordnete Instanz zur Beurteilung der Qualität des gesamten Übersetzungsaktes.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Übersetzung den Magischen Realismus nicht in vollem Umfang bewahren kann und oft 'infidèle' (untreu) agiert, was zur Bestätigung ihrer negativen Arbeitsthese führt.
Der Begriff dient als Referenzpunkt, um die Unbestimmtheit und die polyvalente Perspektive des Autors sowie die Brüche in der Erzählstruktur des Romans zu erklären.
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