Masterarbeit, 2006
66 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Stellung der Frau in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts
2.1. Allgemeines
2.2. England um 1800
2.3. Frankreich um 1850
2.4. Deutschland um 1890
3. Stereotypen des Weiblichen in der Literatur
3.1. Akzeptierte Weiblichkeit
3.2. Fatale Weiblichkeit
4. Die Darstellung der Frau in Emma
4.1. Hintergründe
4.2. Weibliche Stereotypen
4.3. Realitätsbezug und Einfluss
5. Die Darstellung der Frau in Madame Bovary
5.1. Hintergründe
5.2. Weibliche Stereotypen
5.3. Realitätsbezug und Einfluss
6. Die Darstellung der Frau in Effi Briest
6.1. Hintergründe
6.2. Weibliche Stereotypen
6.3. Realitätsbezug und Einfluss
7. Der Vergleich der Romane
7.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
7.2. Stereotypen des Weiblichen
7.3. Fiktion und Wirklichkeit
8. Der Einfluss von Literatur auf die Gesellschaft
9. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das wechselseitige Verhältnis zwischen gesellschaftlicher Realität und deren literarischer Darstellung der Frau im Europa des 19. Jahrhunderts. Anhand der Romane "Emma" von Jane Austen, "Madame Bovary" von Gustave Flaubert und "Effi Briest" von Theodor Fontane wird analysiert, inwieweit Literatur soziale Normen widerspiegelt, festigt oder durch kritische Reflexion zur Veränderung des Frauenbildes beiträgt.
Die Protagonistin – Emma Woodhouse
Emma Woodhouse wird als junge, hübsche, intelligente und reiche Frau beschrieben, die ihrem Vater seit der Heirat der älteren Schwester den Haushalt führt. Die Mutter starb bereits als Emma 5 Jahre alt war. Damit nimmt sie seit sie etwa 15 ist, die Rolle und den Status einer verheirateten Frau ein. Sie genießt quasi sämtliche Vorteile dieses Status, muss sich aber keinem Ehemann unterordnen.
(…) without love, I am sure I should be a fool to change such a situation as mine. Fortune I do not want; employment I do not want; consequence I do not want: I believe few married women are half as much mistress of their husband’s house, as I am of Hartfield; and never, never could I expect to be so truly beloved and important; so always first and always right in any man’s eyes as I am in my father’s.
Emma zeigt also ein „unangemessenes Zeitverständnis, weil sie sich den ihrer Rolle inhärenten Verhaltenserwartungen widersetzt und sich Rechte anmaßt, die einer zukünftigen Phase des Rollenkreislaufs vorbehalten sind.“ Ihr Vater überlässt ihr alles und ist – wie sie selbst dadurch auch – von ihrer Unfehlbarkeit überzeugt. Sie hat deshalb keine Ambitionen zu heiraten und hat auch keine Angst als „alte Jungfer“ zu enden, weil sie sich als reiche allein stehende Frau nicht für bedauernswert hält.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Untersuchung des Einflusses von Literatur auf das gesellschaftliche Frauenbild im 19. Jahrhundert ein.
2. Die Stellung der Frau in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts: Dieser Abschnitt beschreibt die soziokulturellen Rahmenbedingungen und die Rolle der Frau in England, Frankreich und Deutschland.
3. Stereotypen des Weiblichen in der Literatur: Hier werden zentrale literarische Frauentypen wie die Ehefrau, die "Femme fragile" und die "Femme fatale" definiert und erläutert.
4. Die Darstellung der Frau in Emma: Das Kapitel analysiert die Hintergründe, Typologien und den Realitätsbezug in Jane Austens Roman "Emma".
5. Die Darstellung der Frau in Madame Bovary: Es wird untersucht, wie Gustave Flaubert die Rolle der Frau in seinem Roman "Madame Bovary" kontextualisiert und kritisiert.
6. Die Darstellung der Frau in Effi Briest: Die Analyse von Fontanes "Effi Briest" beleuchtet die preußisch-adelige Perspektive auf das Schicksal der Frau.
7. Der Vergleich der Romane: Die Kapitel vergleichen die drei Werke hinsichtlich Gemeinsamkeiten, Stereotypen sowie der Spannung zwischen Fiktion und Realität.
8. Der Einfluss von Literatur auf die Gesellschaft: Dieser Teil reflektiert darüber, wie Literatur durch die Beeinflussung von Lesern zur gesellschaftlichen Meinungsbildung beiträgt.
9. Schlussbetrachtung: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Rolle der Literatur als Spiegel und Motor gesellschaftlicher Veränderung im 19. Jahrhundert.
Literatur des 19. Jahrhunderts, Frauenbild, Gesellschaftsroman, Jane Austen, Gustave Flaubert, Theodor Fontane, Emanzipation, Femme fragile, Femme fatale, Geschlechterrollen, Realismus, Ehe, Patriarchat, Sozialer Aufstieg, Literaturanalyse.
Die Arbeit untersucht, wie das Bild der Frau in der europäischen Literatur des 19. Jahrhunderts konstruiert wurde und welchen Einfluss diese Literatur auf das tatsächliche gesellschaftliche Selbstverständnis und die Stellung der Frau hatte.
Im Zentrum stehen die soziokulturelle Situation der Frau in verschiedenen europäischen Ländern, die Anwendung literarischer Stereotypen (wie der "Femme fragile") und das Spannungsfeld zwischen fiktionaler Darstellung und der sozialen Realität.
Die Arbeit fragt nach dem wechselseitigen Einfluss von Literatur und Gesellschaft: Beeinflusst die Literatur soziale Normen, bildet sie diese nur ab, oder steuert sie ihnen entgegen?
Es wird ein literaturwissenschaftlicher und sozialgeschichtlicher Vergleich angewandt, bei dem drei repräsentative Romane herangezogen werden, um gemeinsame und divergierende Muster der Frauendarstellung herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse von Jane Austens "Emma", Gustave Flauberts "Madame Bovary" und Theodor Fontanes "Effi Briest", gefolgt von einer komparativen Gegenüberstellung der drei Werke.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Frauenbild, gesellschaftlicher Realismus, Emanzipation, literarische Stereotypen und Geschlechterrollen definieren.
Ein zentraler Punkt ist das Fehlen oder die Dominanz von Mutterfiguren: Emma Woodhouse und Emma Bovary fehlt eine prägende Mutter, was ihre Selbstfindung erschwert, während Effi Briest unter einer dominanten Mutter leidet, die sie in eine Vernunftehe drängt.
Die "Femme fragile" symbolisiert eine kränkliche, passive Weiblichkeit, die als Kontrast zur "Femme fatale" steht und die psychische Belastung der Frau durch gesellschaftliche Zwänge verdeutlicht.
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