Bachelorarbeit, 2009
54 Seiten, Note: 1,5
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
2. Was ist Moral?
2.1. Ethik und Moral
2.2. Philosophische und Deskriptive Ethik
3. Ethik und Moral - Utilitarismus und Verantwortungsprinzip
3.1. Peter Singer: Universalisierung des Eigeninteresses
3.2. Stefan Gosepath: Verantwortung für moralisches Handeln
3.3. Resümee
4. Begründungen für ethisches Handeln
4.1.Peter Singer: Vorteile eines ethischen Lebens
4.2. Stefan Gosepath: Verantwortung und moralische Pflichten
4.3. Resümee
5. Gründe und Motive für moralisches Handeln
5.1.Peter Singer: Moralisches Eigeninteresse und Lebenssinn
5.2. Stefan Gosepath: Gründe, Motive und Vernunft
5.3. Resümee
6. Pflichtbegriff
6.1.Peter Singer: Die Pflicht zu helfen
6.2. Stefan Gosepath: Primäre und sekundäre Gründe der Moral
6.3. Resümee
7. Handlungsfähige Akteure
7.1.Peter Singer: Das Individuum im Kontext der Gesellschaft
7.2. Stefan Gosepath: Kollektive Haftung
7.3. Regina Kreide: Kollektive (ökonomische) Akteure
7.4. Resümee
8. Warum moralisch sein?
9. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Frage „Warum moralisch sein?“ unter Rückgriff auf die philosophischen Konzepte von Peter Singer und Stefan Gosepath. Das Ziel besteht darin, rationale Gründe und Motive für ein ethisches Leben herauszuarbeiten und dabei die Verknüpfung von moralischem „Sollen“ und motivationalem „Wollen“ zu beleuchten.
4.1.Peter Singer: Vorteile eines ethischen Lebens
In der Einleitung zu seinem Werk „Wie sollen wir leben?“ stellt Peter Singer zunächst die Frage, wofür es sich heute noch zu leben lohnt. Dabei stellt er gleich zu beginn klar, dass es ihm nicht um religiöse Überzeugungen und Ideale geht, sondern um etwas Grundlegendes, das auch areligiösen Menschen das Gefühl gibt ein bedeutendes Leben zu führen. Auch die Politik kann nicht den Platz ausfüllen, den die Religion in früheren Zeiten ausfüllte, noch habe sie die Lösung für alle Probleme.
„Doch wofür können wir sonst leben? In diesem Buch gebe ich eine Antwort. Sie ist so alt wie die Philosophie selbst, aber sie ist in unserer Gegenwart ebenso nötig wie in jeder früheren Zeit. Sie lautet, daß wir ethisch leben können [...] Und wir werden feststellen, daß ein ethisches Leben nicht Selbstaufopferung bedeutet, sondern Selbsterfüllung.
(Singer 2004, S.5)
Singer proklamiert also zunächst den individuellen Vorteil - nämlich die Selbsterfüllung - eines ethischen Lebens. Er kritisiert, dass das vorherrschende politische und ökonomische Modell Menschen dazu motiviert, die eigenen (weitestgehend materiellen) Interessen zum Lebensziel zu machen und behauptet, dass Veränderungen in der Zielsetzung für das eigene Leben notwendig und möglich sind. Die Möglichkeit für ein besseres Leben entstehe, wenn die Menschen sich von der Vorstellung eines erfüllten Lebens innerhalb der Konsumgesellschaft mit dem Ziel der Vergrößerung materiellen Besitzes trennten. Das habe dann Auswirkungen auf die Politik, die auf ethischer Grundlage die Ursachen für ungerechte und unmoralische Zustände beseitigen könne. (vgl. Singer 2004, S. 27f.)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein und skizziert das methodische Vorgehen sowie den Fokus auf die Philosophen Singer und Gosepath.
2. Was ist Moral?: Dieses Kapitel definiert und grenzt die Begriffe Moral und Ethik voneinander ab, wobei insbesondere die Unterscheidung zwischen deskriptiver und philosophischer Ethik im Vordergrund steht.
3. Ethik und Moral - Utilitarismus und Verantwortungsprinzip: Hier wird der utilitaristische Ansatz von Peter Singer dem verantwortungsethischen Ansatz von Stefan Gosepath gegenübergestellt.
4. Begründungen für ethisches Handeln: Dieses Kapitel beleuchtet rationale Argumente für eine ethische Lebensweise bei beiden Philosophen.
5. Gründe und Motive für moralisches Handeln: Fokus liegt hier auf der Divergenz der beiden Autoren bezüglich des Verhältnisses von Mittel, Zweck, Grund und Motiv einer Handlung.
6. Pflichtbegriff: Untersuchung der spezifischen Pflichten bei Singer (Helfen) und Gosepath (prospektive Verantwortung) sowie der primären und sekundären Handlungsgründe.
7. Handlungsfähige Akteure: Analyse der moralischen Verantwortlichkeit von Individuen und kollektiven Akteuren, unter Einbeziehung von Regina Kreide.
8. Warum moralisch sein?: Abschließende Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage auf Basis der zuvor analysierten philosophischen Positionen.
Moral, Ethik, Utilitarismus, Verantwortung, Eigeninteresse, Vernunft, Pflichtbegriff, Handlungsgründe, Handlungsfähige Akteure, Kollektive Haftung, Lebenssinn, Moralische Motivation, Individuelle Verantwortung, Gerechtigkeit, Ethisches Leben
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen philosophischen Frage, warum Menschen moralisch handeln sollten, und untersucht hierzu die Ansätze von Peter Singer und Stefan Gosepath.
Die Themen umfassen die Begründung ethischen Handelns, die Differenzierung von Motiven und Gründen, den Begriff der moralischen Pflicht sowie die moralische Verantwortung von Individuen und Kollektiven.
Ziel ist es, die Gründe und Motive für moralisches Handeln aufzuzeigen und zu klären, wie sich ein ethisches Leben rational begründen und mit dem Eigeninteresse vereinbaren lässt.
Es handelt sich um eine philosophische Ausarbeitung, die eine vergleichende Analyse und Interpretation der ethischen Theorien von Peter Singer und Stefan Gosepath vornimmt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzepte von Singer und Gosepath zu Ethik, Verantwortung, Pflichten und Akteuren, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen individueller und kollektiver Verantwortung debattiert wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Moral, Ethik, Utilitarismus, Verantwortung, Eigeninteresse, Pflichtbegriff und Handlungsfähige Akteure charakterisiert.
Während Singer das Eigeninteresse durch eine rationale Kooperationsstrategie in ein ethisches Handeln integriert, betont Gosepath, dass zwar rationale Vorteile bestehen, aber moralische Gründe zusätzlich als Motivationsquelle für ein „moralisches Selbst“ notwendig sind.
Gosepath und Kreide plädieren dafür, auch Kollektive (wie Unternehmen) als Akteure mit moralischen Verpflichtungen zu betrachten, da diese durch ihre Macht und Ressourcen maßgeblichen Einfluss auf das Entstehen oder die Beseitigung von Übeln haben.
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