Examensarbeit, 2003
117 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Die Beziehung zwischen der gesprochenen und der geschriebenen deutschen Sprache
2.2. Die Beziehung zwischen der Laut- und der Schriftstruktur
3. Der Schriftspracherwerb aus heutiger Sicht
3.1. Legasthenie – eine ältere Sicht auf den Schriftspracherwerb
3.2. Kritik am klassischen Konzept der Legasthenie
3.3. Die Umorientierung in der Lese-Rechtschreibforschung
3.4. Modelle zum Erwerb der Schriftsprache
3.5. Zusammenfassende Betrachtung über gewonnene Einsichten im Verlauf des Schriftspracherwerbs
4. Sprachbewusstheit
4.1. Vorbemerkungen
4.2. Definitionsprobleme
4.3. Allgemeine Charakterisierung der Sprachbewusstheit
4.4. Enge und weite Definitionen von Sprachbewusstheit
4.5. Teilkompetenzen der Sprachbewusstheit
4.6. Sprachbewusstheit und Schriftspracherwerb
4.7. Zusammenfassung
5. Die Bedeutung von phonologischer Bewusstheit für den gestörten Schriftspracherwerb
5.1. Phonologische Bewusstheit als Voraussetzung des Schriftspracherwerbs?
5.2. Schwierigkeiten von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bei Beeinträchtigung des Lernens beim Erwerb der Schriftsprache
5.3. Erklärungsansätze für mangelnde phonologische Bewusstheit bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bei Beeinträchtigung des Lernens
5.4. Konsequenzen mangelnder phonologischer Bewusstheit
5.5. Zusammenfassung
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Schriftspracherwerb und der Sprachbewusstheit, insbesondere bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich der Lernbeeinträchtigung, um die Bedeutung phonologischer Defizite für das Scheitern beim Lesen- und Schreibenlernen zu verdeutlichen.
Die Bedeutung von phonologischer Bewusstheit als Voraussetzung des Schriftspracherwerbs?
Ein in der Pädagogik, vor allem auch in der Sonderpädagogik, viel diskutierter Themenbereich ist der gestörte Schriftspracherwerb. Mit der Wende in der Schriftspracherwerbsforschung (vgl. 3.2.; 3.3.) wandte man sich im Allgemeinen auch von den Ursachen des klassischen Legastheniekonzeptes (z.B. visuelle Differenzierungsschwäche) ab. Dagegen gilt heute die phonologische Bewusstheit als Teilkompetenz der Sprachbewusstheit (vgl. 4.5.) als eine der wichtigsten Vorhersagevariablen für einen Erfolg im Erlernen des Lesens und Schreibens (vgl. RÖHNER-MÜNCH 2001, S.140). Daher beschäftigen sich verschiedene Untersuchungen der Schriftspracherwerbsforschung nicht mit der Sprachbewusstheit im Allgemeinen, sondern im Speziellen mit einer metasprachlichen Kompetenz: der phonologischen Bewusstheit. Im Mittelpunkt der Forschung stehen in diesem Zusammenhang die Segmentationsfähigkeiten von Kindern, d.h. ab wann Kinder in der Lage zum Zerlegen von Sätzen in Wörter, von Wörtern in Silben und schließlich von Silben in Phoneme (vgl. GORNIK 1989, S.49) sind.
Die Diskussionen um den Begriff „Sprachbewusstheit“ (vgl. 4.2.; 4.4.) greifen auch auf die phonologische Bewusstheit über. Allerdings wird hier bei der Abgrenzung von engen und weiten Definitionen das Kriterium der Größe der sprachlichen Einheit (Satz, Wort, Silbe, Phonem) zu Grunde gelegt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Schriftspracherwerbs in der Grundschule und führt in die Problematik ein, warum Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf beim Erlernen dieser Kulturtechniken häufig versagen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die historischen Entwicklungen der Schrift sowie die komplexen Beziehungen zwischen Laut- und Schriftstruktur.
3. Der Schriftspracherwerb aus heutiger Sicht: Hier wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Legastheniekonzept sowie die Entwicklung moderner Stufenmodelle des Schriftspracherwerbs dargestellt.
4. Sprachbewusstheit: Dieser Abschnitt widmet sich der Definition und den Teilkompetenzen der Sprachbewusstheit und diskutiert ihre Relevanz für den Schriftspracherwerb.
5. Die Bedeutung von phonologischer Bewusstheit für den gestörten Schriftspracherwerb: Das Kernkapitel analysiert phonologische Bewusstheit als Prädikator für den Lese- und Schrifterfolg sowie die spezifischen Schwierigkeiten lernbeeinträchtigter Kinder.
6. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert pädagogische Konsequenzen für die Förderung in der Grund- und Sonderschule.
Schriftspracherwerb, Sprachbewusstheit, Phonologische Bewusstheit, Lernbehinderung, Sonderpädagogik, Legasthenie, Teilleistungsstörungen, Metasprachliche Fähigkeiten, Alphabetisierung, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, Schriftsprachstörungen, Sprachanalyse.
Die Arbeit befasst sich mit den Lernprozessen des Lesens und Schreibens und analysiert, warum Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf hierbei spezifische Schwierigkeiten aufweisen.
Die zentralen Themen sind der Schriftspracherwerb, die Sprachbewusstheit, die phonologische Bewusstheit sowie die pädagogischen Ansätze im Umgang mit Lernstörungen.
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Sprachbewusstheit und dem erfolgreichen Schriftspracherwerb bei lernbeeinträchtigten Kindern darzustellen und die Bedeutung phonologischer Defizite zu beleuchten.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse, Modelle und Studien aus der Lese- und Rechtschreibforschung kritisch aufarbeitet und in den sonderpädagogischen Kontext stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Grundlagen, eine Analyse aktueller Modelle des Schriftspracherwerbs, die begriffliche Klärung der Sprachbewusstheit und eine fokussierte Untersuchung phonologischer Voraussetzungen.
Schriftspracherwerb, Sprachbewusstheit, Phonologische Bewusstheit, Lernbehinderung und sonderpädagogischer Förderbedarf sind die prägenden Begriffe.
Dieser Übergang markiert den Punkt, an dem das Kind die graphem-phonemische Korrespondenz verstehen muss; das Scheitern an dieser Hürde ist ein häufiges Kennzeichen für lese-rechtschreibschwache Kinder.
Das soziale Umfeld und die frühen Erfahrungen mit Schrift (literale Sozialisation) sind entscheidende Faktoren, da sie die Basis für den Aufbau der phonologischen Bewusstheit vor dem Schuleintritt legen.
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