Doktorarbeit / Dissertation, 2008
497 Seiten, Note: sehr gut
1. Untersuchungsgegenstand und Problemstellung
2. Forschungsgeschichtlicher Überblick
3. Entstehung von Gärten und Parks in Italien
3.1. Die Vorläufer der griechischen Welt
3.1.1. Die Zeit bis Alexander dem Großen
3.1.1.2. Gymnasia und „Philosophengärten“
3.1.2. Die hellenistische Zeit
3.1.2.1. Alexandria
3.2. Italien
3.2.1. Lateinische Terminologie
3.2.2. Die Anfänge
3.2.3. Grünanlagen als Ausstattung von Heiligtümern
3.2.4. Kultbezirke von gallo-römischem Charakter
3.2.5. Die Monumentalisierung des öffentlichen Gartens
3.2.6. Privatgärten in der Stadt
3.2.7. Gärten in sepulkralem Kontext
4. Gestaltung und Aussehen römischer Gärten
4.1. Quellen
4.1.1. Die lateinische Literatur
4.1.1.1. Die Villenbriefe des Jüngeren Plinius
4.1.1.2. Gartenanlagen im Werk des Vitruv
4.1.2. Gartendarstellungen in der römischen Wandmalerei
4.1.3. Reliefdarstellungen römischer Gärten
4.1.4. Darstellungen römischer Gärten auf Marmorplänen
4.1.5. Pflanzenspuren im archäologischen Befund
4.2. Die Ausstattung öffentlicher Gärten
4.2.1. Die gestalterische Bepflanzung von Gärten
4.2.2. Brunnen- und Bewässerungsanlagen
4.2.3. Skulpturenausstattung
5. Gärtner
6. Gartenwerkzeuge und Pflanztechnik
7. Die Rezeption des römischen Gartens
8. Resümee
II. Katalog
1. Vorbemerkungen zum Katalog
2. Heiligtümer
2.1. Heiligtümer, in welchen die Existenz von Gärten nachgewiesen ist
2.2. Heiligtümer, in welchen die Existenz von Gärten wahrscheinlich ist
3. Sport- und Freizeitanlagen
3.1. Sport- und Freizeitanlagen, in welchen die Existenz von Gärten nachgewiesen ist
3.2. Sport- und Freizeitanlagen, in welchen die Existenz von Gärten wahrscheinlich ist
4. Theaterbauten
4.1. Theaterbauten, in welchen die Existenz von Gärten nachgewiesen ist
4.2. Theaterbauten, in welchen die Existenz von Gärten wahrscheinlich ist
5. Porticusanlagen
5.1. Porticusanlagen, in welchen die Existenz von Gärten nachgewiesen ist
5.2. Porticusanlagen, in welchen die Existenz von Gärten wahrscheinlich ist
6. Sonstige Gartenanlagen
7. Wohnbauten und kaiserliche Residenzen, an welchen die Existenz von Gärten nachgewiesen ist
8. Bauten, an welchen die Existenz von Gärten nunmehr ausgeschlossen werden kann
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Gartens im Erscheinungsbild römischer Städte in Italien und den westlichen Provinzen bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. Das primäre Ziel ist es, den "gesamten Freiraumbestand einer Stadt" als wesentlichen Bestandteil städtischer Infrastruktur zu erfassen, wobei der Schwerpunkt auf öffentlichen Anlagen wie Heiligtümern, Theatern und Thermen liegt.
1. Untersuchungsgegenstand und Problemstellung
Im letzten Jahrzehnt hat der Garten in vielen Bereichen der modernen Gesellschaft wieder an Interesse gewonnen. Er ist privater Rückzugsraum, Feld für kreative Betätigung, Statussymbol und auch Gegenpol zur durch den zivilisatorischen Fortschritt belasteten Natur. Der Garten wird heute meist als Teil des Wohnhauses wahrgenommen. Gelegenheiten zur Neuanlage großflächiger Parks gibt es in der modernen Stadt nur noch selten. Sie zehrt von den Grünreserven, die ihr im 19. Jht. gegeben wurden.
Die Aufmerksamkeit, welche vom Menschen gestaltete Natur erfährt, ist in jeder Epoche in unterschiedlicher Intensität gegeben, dennoch wird mit dem Garten immer Positives verbunden. Die Sehnsucht nach Ruhe, Schönheit, Glück, unberührter Natur, Harmonie mit Gott, paradiesischen Zuständen aber auch nach Reichtum und Macht prägen das Verhältnis des Menschen zum Garten. Der Garten verkörpert das Paradies, das verlorene wie das ersehnte, und er ist Ort von Mythen. Doch die rein physischen Zeugnisse des Gartens sind ungleich kurzlebiger. Gärten gedeihen, verändern sich, werden verändert und bei Vernachlässigung verschwinden sie.
Untersuchungsgegenstand und Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des Themas Gärten in der antiken Stadt und skizziert die methodischen Schwierigkeiten, die sich aus der oft mangelhaften Quellenlage und der Kürze physischer Gartenzeugnisse ergeben.
Forschungsgeschichtlicher Überblick: Hier wird der Wandel der Gartenforschung über die letzten 150 Jahre nachgezeichnet, von der reinen Auswertung schriftlicher Quellen hin zur modernen, interdisziplinären archäologischen Gartenforschung.
Entstehung von Gärten und Parks in Italien: Dieser Abschnitt vergleicht römische Konzepte mit griechischen Vorläufern und analysiert die städtebauliche Entwicklung von Grünanlagen in Italien, inklusive der Rolle von Heiligtümern und privaten Gärten.
Gestaltung und Aussehen römischer Gärten: Ein tiefgehender Blick auf die Quellenbasis – Literatur, Malerei und archäologische Befunde – sowie eine Analyse der Ausstattung von öffentlichen Gärten mit Pflanzen, Brunnen und Skulpturen.
Gärtner: Dieses Kapitel behandelt den sozialen Status und das Tätigkeitsfeld von Gartenarbeitern in römischer Zeit, insbesondere die Rolle des "topiarius".
Gartenwerkzeuge und Pflanztechnik: Eine Untersuchung der technischen Ausrüstung und gärtnerischen Methoden, die in der römischen Landwirtschaft und im Ziergartenbau Anwendung fanden.
Die Rezeption des römischen Gartens: Ein Exkurs zur Nachwirkung antiker Gartenideen in der Neuzeit, wobei kritisch hinterfragt wird, inwiefern barocke oder Renaissance-Gärten tatsächlich antike Konzepte widerspiegeln.
Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass die römische Gartenkunst eine Vielfalt erreichte, die in der Antike unübertroffen blieb und eng mit architektonischen Strukturen verwoben war.
Antike Gärten, Gartenarchäologie, Römische Urbanistik, Stadtgrün, Heiligtümer, Villenanlagen, Gartenkunst, Landschaftsgestaltung, Wandmalerei, topiarius, antike Brunnen, archäologischer Befund, Gartentheorie, öffentlicher Raum, römische Stadt
Die Arbeit befasst sich mit der Erforschung von römischen Gärten und Parks in Italien sowie den westlichen Provinzen des Römischen Reiches als städtebauliches Phänomen.
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung und Entwicklung von städtischen Grünanlagen, deren Ausstattung (Pflanzen, Skulpturen, Bewässerung) sowie ihre Funktion und Bedeutung im römischen Stadtbild.
Das Ziel ist es, den "gesamten Freiraumbestand einer Stadt" als Teil der Infrastruktur zu erforschen und die Rolle des Gartens im Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur, Kunst und Architektur zu analysieren.
Die Arbeit kombiniert archäologische Grabungsbefunde (materieller Befund) mit der Analyse antiker Schriftquellen und bildlicher Darstellungen (wie Wandmalereien), um ein umfassendes Bild antiker Gartengestaltung zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Entstehung und Gestaltung von Gärten, eine Untersuchung von Gärtnern und Pflanztechnik sowie einen umfangreichen Katalog von Denkmälern (Heiligtümer, Sportanlagen, Theater etc.).
Die wichtigsten Schlagworte sind Römische Gärten, Gartenarchäologie, städtische Grünanlagen, antike Stadt, Gartenkunst und Monumentalisierung.
Die Arbeit betont die methodische Problematik und nutzt ergänzend literarische Quellen und ikonographische Zeugnisse, um zumindest Aussagen über die Konzeption und Anlage von Gärten zu ermöglichen.
Eine zentrale Rolle: Die Gärten werden in der Arbeit fast durchgehend als Bestandteil architektonischer Ensembles begriffen, deren Gestaltung eng mit der architektonischen Symmetrie und Raumgliederung der jeweiligen Gebäude verknüpft war.
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