Examensarbeit, 2010
109 Seiten
1. Zur Bedeutung des Begriffes der Universalmonarchie
2. Die Grundlagen des Begriffes der Monarchia Universalis im Mittelalter
3. „Rey de Romanos, y Enperador del mundo“ – Vorstellungen von der Weltherrschaft Karls V.
3.1. Die universalistische Herrschaftsidee Mercurino di Gattinaras
3.2. Die Stellung Karls als König von Spanien nach Pedro Ruiz de la Mota
3.3. Hernán Cortés und der Einfluss der Conquista auf die Weltreichidee
3.4. Das Selbstverständnis Karls V.
3.5. Die Herrschaftssymbolik Karls V.
4. Ansätze zur Überwindung der Universalreichidee im 16. Jahrhundert
4.1. Die Zweifel der Reformatoren an der alten Monarchienlehre
4.2. Jean Bodins Angriff auf den kaiserlichen Vorrang
5. Die spanische Universalmonarchie der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts
5.1. Antispanische Propaganda am Beispiel Philippe de Marnix’
5.2. Die prospanische Propaganda des Andreas Hoius
5.3. Spanien als Träger der Universalmonarchie im Werk Tommaso Campanellas
5.4. Die herrschaftliche Repräsentation Philipps II.
6. Die antispanische Propaganda und die Furcht vor der „Fünfften Monarchie“ in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts
6.1. „Wolmeinender/warhaffter Discurs“ und „Spannische Sturmglock“
6.2. Spanisch Mucken Pulver
7. Die kaiserliche Universalmonarchie nach der Abdankung Karls V.
7.1. Der Kaiser als Herrscher über die vierte Monarchie
7.2. Bildliche Darstellungen
8. Die Universalmonarchie Ludwigs XIV.
8.1. Antoine Auberys Ruf nach einem französischen Kaisertum
8.2. Die französische Universalmonarchie in der deutschen Publizistik
9. Die Auflösung der alten Universalmonarchienlehre seit dem 17. Jahrhundert
9.1. Christoph Besolds Überlegungen zur Universalmonarchie
9.2. Die Angriffe auf die Universalreichidee seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert
10. Zusammenfassung
11. Anhang
11.1. Quellen
11.2. Darstellungen
11.3. Abbildungen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Bedeutung des Begriffs der Universalmonarchie (Monarchia Universalis) in der Frühen Neuzeit, wobei sie insbesondere die propagandistische Instrumentalisierung und die theologische Legitimierung sowie deren Wandel im Kontext machtpolitischer Umbrüche analysiert.
3.1. Die universalistische Herrschaftsidee Mercurino di Gattinaras
In den ersten Jahren seiner Herrschaft stand Karl mit Mercurino di Gattinara ein energischer Verfechter der universalen Kaiseridee als Großkanzler zur Seite. Er sollte von 1518 bis zu seinem Tode im Jahre 1530 den noch jungen König und späteren Kaiser maßgeblich in seiner Außenpolitik beeinflussen. Gattinara stammte aus einer piemonteser Adelsfamilie und studierte Rechtswissenschaften in Turin. 1501 oder 1502 betrat er erstmals die politische Bühne. Herzog Philibert von Savoyen empfahl den begabten Juristen seiner Gattin Margarete von Österreich, der Tochter Kaiser Maximilians I., als politischen Ratgeber. Zu dieser Zeit war Gattinara bereits durch sein Studium des Römischen Rechts und der Auseinandersetzung mit Werken wie Dantes Monarchia im Sinne eines universalen Kaisertums beeinflusst.
1. Zur Bedeutung des Begriffes der Universalmonarchie: Einführung in die ideengeschichtliche Bedeutung des Begriffs als Kampfbegriff und als religiös-politische Vorstellung.
2. Die Grundlagen des Begriffes der Monarchia Universalis im Mittelalter: Darstellung der mittelalterlichen Wurzeln, insbesondere des römischen Kaisertums, des Papsttums und der biblischen Danielsprophezeiung.
3. „Rey de Romanos, y Enperador del mundo“ – Vorstellungen von der Weltherrschaft Karls V.: Analyse der imperialen Herrschaftsvorstellungen unter Karl V. durch Berater wie Gattinara und Cortés.
4. Ansätze zur Überwindung der Universalreichidee im 16. Jahrhundert: Untersuchung der theologischen Zweifel der Reformatoren und der staatstheoretischen Kritik von Jean Bodin.
5. Die spanische Universalmonarchie der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Betrachtung der Verlagerung der Universalmonarchie-Idee auf das spanische Weltreich und der prospanischen Propaganda.
6. Die antispanische Propaganda und die Furcht vor der „Fünfften Monarchie“ in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts: Analyse der massiven antispanischen Flugschriftenpropaganda während des Dreißigjährigen Krieges.
7. Die kaiserliche Universalmonarchie nach der Abdankung Karls V.: Untersuchung des Überlebens kaiserlicher Herrschaftsansprüche und der rechtlichen Diskurse im 17. Jahrhundert.
8. Die Universalmonarchie Ludwigs XIV.: Darstellung der Übertragung der Universalmonarchie-Idee auf das Frankreich Ludwigs XIV. und die publizistischen Reaktionen darauf.
9. Die Auflösung der alten Universalmonarchienlehre seit dem 17. Jahrhundert: Analyse der zunehmenden Profanisierung und der Kritik durch Aufklärer, die das Ende der traditionellen Monarchienlehre einleitete.
10. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Entwicklung der Universalmonarchie-Idee und deren allmählichem Bedeutungsverlust.
11. Anhang: Auflistung der verwendeten Quellen, Darstellungen und Abbildungen.
Universalmonarchie, Monarchia Universalis, Karl V., Philipp II., Ludwig XIV., Danielsprophezeiung, politische Propaganda, Frühe Neuzeit, Kaiserherrschaft, Souveränität, Reformationsgeschichte, Weltherrschaftsidee, Staatsrechtslehre, Politische Ideengeschichte, Gleichgewichtsdenken.
Die Arbeit untersucht die Wandlung und Bedeutung des Begriffs und der Idee der "Universalmonarchie" vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert, mit Fokus auf die Frühe Neuzeit.
Zentral sind die Herrschaftslegitimation, die Rolle der biblischen Prophetie, die Funktion des Begriffs als Kampfinstrument in der Propaganda sowie das Verhältnis zwischen kaiserlicher und staatlicher Souveränität.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Vorstellung einer christlichen Weltherrschaft vor dem Hintergrund politischer und religiöser Umbrüche (wie Reformation und Dreißigjähriger Krieg) von einer theologischen Kategorie in ein säkulares, politisches Kampf- und Legitimationskonzept wandelte.
Die Arbeit nutzt eine diskurs- und ideengeschichtliche Quellenanalyse, wobei sie zeitgenössische Traktate, Pamphlete, staatsrechtliche Abhandlungen und bildliche Darstellungen (wie Kupferstiche und Tapisserien) auswertet.
Der Hauptteil analysiert chronologisch die Universalmonarchie-Konzepte unter Karl V., Philipp II. und Ludwig XIV. sowie die scharfe propagandistische Auseinandersetzung während der Religionskriege und des 17. Jahrhunderts.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Universalmonarchie, Souveränität, Propaganda, Danielsprophezeiung und politische Ideengeschichte charakterisieren.
Die Danielsprophezeiung diente als "geschichtstheologisches Gerüst". Sie wurde genutzt, um die Herrschaft eines Monarchen (Kaiser oder spanischer König) als göttlich legitimierte "vierte" oder "fünfte" Weltmonarchie darzustellen oder – von protestantischer Seite – als illegitim zu diskreditieren.
Die Arbeit zeigt, dass trotz des realpolitischen Machtverlusts die ideelle Vorstellung des "dominus mundi" und des kaiserlichen Vorrangs im deutschen Reichsrecht und in der juristischen Debatte des 17. Jahrhunderts bemerkenswert zählebig blieb, um den kaiserlichen Anspruch zu verteidigen.
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