Examensarbeit, 2009
67 Seiten, Note: 1,00
1. Das Gebet als Thema im Unterricht der Sekundarstufe II – Systematische Betrachtung und Einordnung
1.1. Blick in den Lehrplan Evangelische Religion für den gymnasialen Bildungsgang (G8)
1.1.1. Lernschwerpunkt I: Individuelle Erfahrung
1.1.2. Lernschwerpunkt II: Biblisch-christliche Tradition
1.1.3. Lernschwerpunkt III: Christliches Leben in Geschichte und Gegenwart
1.1.4. Lernschwerpunkt IV: Ethik
1.1.5. Lernschwerpunkt V: Religion und Weltdeutung
1.1.6. Stellung des Gebetes innerhalb der Lernschwerpunkte
1.2. Das Gebet als Thema des Religionsunterrichts – Versuch einer Einordnung
1.2.1. Das Thementableau der Grundkurse
1.2.2. Das Thementableau der Leistungskurse
1.2.3. Schulstufenzuweisung und Abgrenzung
1.2.3.1. Themenverankerung in der 12G.2
1.2.3.2. Grund- oder Leistungskurs?
2. Religion und das Gebet als religiöse Praxis – eine Bildungsaufgabe
2.1. Ein allgemeines Bildungsgut
2.2. Sozialisationsprobleme Jugendlicher
2.3. Methodische Konsequenzen für den Unterricht – Chancen der partiellen Monoedukation
2.4. Aktuelle Bezüge zum Thema Gebet im Unterricht
3. Jugendliche und ihre Religiosität
3.1. Die Bedeutung des jugendlichen Sprachcodes
3.2. Wie äußert sich Religiosität bei Jugendlichen?
4. Stellung der Religion in der Gesellschaft und die Konsequenzen für den Unterricht
4.1. Staat und Gesellschaft
4.2. Der pluralistische Gesellschaftsaspekt
4.3. Der säkulare Gesellschaftsaspekt
4.4. Einbeziehung der Religionskritik
5. Gebete und Lieder der Popkultur als Ausdruck von Lebensfragen und Lebensdeutung
5.1. Einleitung
5.2. Die Sprache des Gebetes
5.3. Exemplarische Texte
5.3.1. Das 18-Bitten-Gebet
5.3.2. Das Vaterunser
5.3.3. Die 1. Sure Al Fatiha
5.4. Strukturelle Merkmale des Gebetes
5.4.1. Wer spricht?
5.4.2. Was wird zur Sprache gebracht?
5.4.3. Mit wem redet der Betende?
5.5. Die Sprache der Lieder der Popkultur
5.6. Menschliche Existenz und Sprache
6. Die Behandlung des Themas Gebet im Unterricht
6.1. Hinführung
6.2. Schritt 1: Vergleich eines Liedes mit einem Gebet
6.3. Schritt 2: Vergleich eines jüdischen, christlichen und islamischen Gebetes
6.4. Schritt 3: Ein neuzeitliches Gebet im Vergleich mit einem profanen Text
6.5. Schritt 4: Schweigen und Stille – Meditation
Die Arbeit untersucht, wie das Thema Gebet in der gymnasialen Oberstufe fachgerecht in den Religionsunterricht integriert werden kann, um Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer existenziellen Lebensfragen zu helfen.
3.1. Die Bedeutung des jugendlichen Sprachcodes
In ihrem persönlichen Blog, also einer Art Plattform für kommunikativen Gedankenaustausch über das Internet innerhalb eines sozialen Netzwerkes, stellt die 17-jährige Schülerin Saskia für alle ihre Freundinnen und Freunde eine Botschaft mit folgendem Inhalt ein:
„Mit Geli gestern in da CityYY! War endgeil!!! Geli Du bist mein absoluter Schatz. Lieb dich total xD *-) Und hier: tara: Das absolute pic - ich mit Geli auf neuem Style*lol* Wie fett ist das denn! Das ist sooo derbst gelungen ☺ Geli Schaddzüüü! Ich bin so glücklich das ich dich habe du bist mir mehr wert alles andere auf dieser Welt ☺ nachdem was dir passiert ist bin ich echt froh, das du wieder lachen kannst. Muhaha Ka wie das alles kam. Und auch wie es so weitergeht. Hauptsache du kannst wieder lachen. (...) Hörste dann mal die neue von Xavier Naidoo durch, mein absoluter Gott. Joa check das mal ;-) im i-net und bei youtube schon paar Sachen gefunden (...) Wenn die Atzen von sowas keine plan haben ist mir das irwie eh nur recht. Das sind sowieso die absoluten Player und machen eine auf Checker. Einfach nur Spassten.und denen ist sowieso nix heilig. (...)“
Dieser Textauszug ist eine sehr reale Erscheinung. Er dokumentiert – und soll deshalb an dieser Stelle auch präsentiert werden – die Art und Weise, mit der Jugendliche heute untereinander kommunizieren. Der Text ist voller Abkürzungen, Icons und spezieller Symbole, die keinem sprachlichen Regelwerk entstammen, sondern von Jugendlichen in einem mehr oder weniger offenen Prozess entwickelt, weitergereicht und übernommen wurden und werden.
1. Das Gebet als Thema im Unterricht der Sekundarstufe II – Systematische Betrachtung und Einordnung: Dieses Kapitel verortet das Thema Gebet innerhalb der Lernschwerpunkte des gymnasialen Lehrplans und erläutert dessen Einordnung in die gymnasiale Oberstufe.
2. Religion und das Gebet als religiöse Praxis – eine Bildungsaufgabe: Hier wird die Bedeutung des Gebets als allgemeines Bildungsgut sowie die Problematik der Sozialisation und die Rolle der Monoedukation im Unterricht erörtert.
3. Jugendliche und ihre Religiosität: Dieses Kapitel analysiert die spezifische Ausdrucksweise und den Sprachcode heutiger Jugendlicher sowie deren aktuelle Religiosität.
4. Stellung der Religion in der Gesellschaft und die Konsequenzen für den Unterricht: Die Untersuchung befasst sich mit der Rolle des Staates, der Pluralität und Säkularität sowie der Einbeziehung von Religionskritik im Schulkontext.
5. Gebete und Lieder der Popkultur als Ausdruck von Lebensfragen und Lebensdeutung: Es wird die Verbindung zwischen klassischen Gebetstexten verschiedener Weltreligionen und populärkulturellen Musiktexten der Jugend als Ausdrucksform existentieller Fragen analysiert.
6. Die Behandlung des Themas Gebet im Unterricht: Dieses Kapitel bietet eine praktische Anleitung in vier Schritten, wie das Thema Gebet methodisch fundiert und unter Einbeziehung von Liedern und Texten im Unterricht umgesetzt werden kann.
Gebet, Religionsunterricht, Jugendliche, Religiosität, Sprachcode, Popkultur, Lebensdeutung, Existenzfragen, Schule, Lehrplan, Pluralität, Säkularisierung, Religionskritik, Didaktik, Meditation.
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufbereitung und Einordnung des Themas Gebet im evangelischen Religionsunterricht der gymnasialen Sekundarstufe II.
Die zentralen Themen sind der Lehrplanbezug, die Analyse jugendlicher Religiosität, die Bedeutung der Sprache im Gebet sowie der Vergleich mit populärkulturellen Texten.
Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Thema Gebet in der gymnasialen Oberstufe so behandelt werden kann, dass es für Jugendliche anschlussfähig an ihre Lebenswelt wird.
Die Arbeit nutzt einen systematischen, religionspädagogischen Ansatz, der den Lehrplan analysiert, aktuelle gesellschaftliche Bedingungen einbezieht und eine vergleichende Textanalyse (Gebet und Popkultur) vornimmt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Einordnung in den Lehrplan, eine soziologische Betrachtung jugendlicher Lebenswelten und eine konkrete methodische Umsetzung durch Textvergleiche.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gebet, Religionsunterricht, Jugendliche, Sprachcode, Popkultur und existenzielle Lebensdeutung charakterisieren.
Der Vergleich dient dazu, die Jugendlichen dort abzuholen, wo ihre aktuellen Ausdrucksformen existentieller Fragen liegen, und Brücken zwischen ihrem Sprachcode und religiöser Tradition zu schlagen.
Die Säkularisierung wird als Herausforderung für den Religionsunterricht begriffen, da sie dazu führt, dass traditionelle religiöse Formen bei Jugendlichen an Bedeutung verlieren und das Gebet neu kontextualisiert werden muss.
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