Bachelorarbeit, 2025
51 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Bundesteilhabegesetz
2.2 Definition der relevanten Personengruppe dieser Arbeit
2.2.1 Seelische Behinderung: Definition
2.2.2 Schwere psychische Erkrankungen
2.3 Das Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
3 Überblick über den Bereich Arbeit und Beschäftigung im Kontext von Menschen mit seelischer Behinderung
3.1 Die Bedeutung von Arbeit und Beschäftigung für Menschen mit seelischer Behinderung
3.2 Überblick über verschiedene Angebote zur Arbeit und Beschäftigung / Teilhabemöglichkeiten
3.3 Spezifische Herausforderungen für Menschen mit seelischer Behinderung
4 Veränderungen durch das BTHG im Bereich Arbeit und Beschäftigung
4.1 Werkstätten für behinderte Menschen
4.2 Die Anderen Leistungsanbieter
4.3 Budget für Arbeit
5 Anwendung der Lebensbewältigungstheorie nach Lothar Böhnisch
5.1 Bei den Anderen Leistungsanbietern nach § 60 SGB IX
5.2 Bei dem Budget für Arbeit nach §61 SGB IX
5.2.1 Psychodynamische Dimension
5.2.2 Soziodynamische Dimension
5.2.3 Gesellschaftliche Dimension
5.2.4 Abschließende Bewertung
5.3 Bedeutung für die Soziale Arbeit
6 Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, inwiefern die durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) 2016 eingeführten Leistungen "Andere Leistungsanbieter" und "Budget für Arbeit" die Teilhabe am Arbeitsleben und die Lebensbewältigung von Menschen mit seelischer Behinderung beeinflussen.
2.3 Das Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
Das Konzept der Lebensbewältigung wurde vor etwa 40 Jahren von Lothar Böhnisch entwickelt und seitdem u.a. in Zusammenarbeit mit Wolfgang Schröer weiterentwickelt (Böhnisch, 2019, S. 9). Es versteht sich als Theorie-Praxis-Modell und beschäftigt sich mit dem Bewältigungsverhalten von Personen in kritischen Lebenssituationen. Hierbei wird neben der individuellen Dimension auch die sozial-interaktive und gesellschaftliche Dimension betrachtet, wobei diese sich gegenseitig beeinflussen. (Böhnisch, S.11) Im Folgenden sollen die einzelnen Dimensionen – nach Böhnisch auch Sphären (ebd., S. 5) genannt – näher erläutert werden.
Böhnisch bezeichnet dabei (Lebens-)bewältigung als „das Streben nach psychosozialer Handlungsfähigkeit in kritischen Lebenskonstellationen“ (ebd., S. 20). Lebenskonstellationen werden dabei als kritisch bezeichnet, wenn Probleme oder herausfordernde Situationen nicht mehr mit den bisherigen eigenen Ressourcen ausreichend gelöst werden können und damit einhergehend die Handlungsfähigkeit eingeschränkt ist (Filipp, 2008, zitiert nach Böhnisch, 2019, S. 20).
Betrachtet man die psychodynamische Dimension, so setzt sich die psychosoziale Handlungsfähigkeit aus Anerkennung, der Selbstwirksamkeit sowie dem Selbstwert einer Person zusammen und befindet sich im Falle einer gegebenen Handlungsfähigkeit in einem sog. psychosozialen Gleichgewicht (Böhnisch, 2019, S. 21). Um diesen Prozess der Lebensbewältigung zu verdeutlichen, nennt Böhnisch das Beispiel einer eingetretenen Arbeitslosigkeit: hat durch eine Tätigkeit sowie die damit verbundenen sozialen Kontakte eine Person bisher soziale Anerkennung sowie das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können, erhalten und u. a. darauf aufbauend sich ein Selbstwert verfestigt, so fallen diese Ressourcen nun mit dem Eintritt der Arbeitslosigkeit weg. Daraus folgt für die Person ein (psychosoziales) Ungleichgewicht bzw. eine psychosoziale Handlungsunfähigkeit, wodurch sich eine kritische Lebenskonstellation entwickeln kann. (ebd., S. 20) Durch das bereits oben genannte Streben nach Handlungsfähigkeit – was in der psychodynamischen Dimension als ein Streben nach psychosozialem Gleichgewicht verstanden werden kann – setzt ein sog. Bewältigungsmechanismus– oder druck ein (ebd., S. 18, 21f.).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz für Menschen mit seelischer Behinderung und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlagen: Erarbeitung des BTHG als Reform, Begriffsbestimmung der seelischen Behinderung und Einführung der Lebensbewältigungstheorie nach Böhnisch.
3 Überblick über den Bereich Arbeit und Beschäftigung im Kontext von Menschen mit seelischer Behinderung: Beleuchtung der Bedeutung von Arbeit und Darstellung bestehender Herausforderungen und Angebote der beruflichen Rehabilitation.
4 Veränderungen durch das BTHG im Bereich Arbeit und Beschäftigung: Analyse der Werkstätten sowie der durch das BTHG neu geschaffenen Alternativen "Andere Leistungsanbieter" und "Budget für Arbeit".
5 Anwendung der Lebensbewältigungstheorie nach Lothar Böhnisch: Theoretische Anwendung des Böhnisch-Konzepts auf die neuen Leistungstypen und Reflexion der Bedeutung für die Soziale Arbeit.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Identifikation von weiterem Forschungsbedarf.
Bundesteilhabegesetz, BTHG, Menschen mit seelischer Behinderung, Teilhabe am Arbeitsleben, Werkstätten für behinderte Menschen, WfbM, Andere Leistungsanbieter, Budget für Arbeit, Lebensbewältigung, Lothar Böhnisch, Psychosoziale Handlungsfähigkeit, Inklusion, Arbeitsrehabilitation, Soziale Arbeit, berufliche Teilhabe.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes von 2016 auf die Arbeits- und Beschäftigungssituation von Menschen mit seelischer Behinderung.
Die zentralen Felder sind die berufliche Inklusion, die Analyse der neuen Teilhabeleistungen sowie ihre Auswirkungen auf die individuelle Lebensbewältigung.
Es soll untersucht werden, ob und wie die neu geschaffenen Leistungen "Andere Leistungsanbieter" und "Budget für Arbeit" die Teilhabe und Lebensbewältigung der betroffenen Zielgruppe fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie einer literaturgestützten Anwendung der Lebensbewältigungstheorie nach Lothar Böhnisch auf die neuen Leistungstypen.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, dem Überblick über den Arbeitsbereich, der detaillierten Beschreibung der BTHG-Neuerungen und der theoretischen Anwendung von Böhnischs Modell.
Wichtige Begriffe sind Bundesteilhabegesetz, Teilhabe am Arbeitsleben, seelische Behinderung, Budget für Arbeit, Andere Leistungsanbieter und Lebensbewältigungstheorie.
Während WfbM oft als separierte Systeme kritisiert werden, zielen das Budget für Arbeit und die Anderen Leistungsanbieter theoretisch auf eine stärkere Inklusion und flexiblere Teilhabemöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ab.
Die Autorin hebt hervor, dass die Datenlage zur tatsächlichen Nutzung dieser neuen Leistungen und zu den Erfahrungen von Menschen mit seelischer Behinderung in diesen Angeboten unzureichend ist.
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