Examensarbeit, 2009
88 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Terminologie und relevante Merkmale
2.1 Definition
2.2 Terminologische Heterogenität
2.3 Formen und Kategorien des Schulabsentismus
2.4 Merkmale relevanter Formen des Schulabsentismus
2.4.1 Schulschwänzen
2.4.2 Schulverweigerung
2.4.2.1 Schulangst
2.4.2.2 Schulphobie
2.4.3 Zurückhalten der Schüler durch Erziehungsberechtigte
2.4.4 Ablehnung des Unterrichts trotz physischer Anwesenheit
2.5 Bilanz
3. Theoretische Erklärungsansätze
3.1 Merkmale wichtigster Ansätze
3.1.1 Kontrolltheorie
3.1.2 Anomietheorie
3.1.3 Subkulturtheorie
3.1.4 Zwischenbilanz und Einschätzung
3.2 Hauptmerkmale des Feldtheoretischen Ansatzes
3.2.1 Der Lebensraum
3.2.1.1 Der familiäre Wirkungsraum
3.2.1.2 Der Wirkungsraum der Peers
3.2.1.3 Der alternative Wirkungsraum
3.2.1.4 Der schulische Wirkungsraum
3.2.2 Bilanz
4. Darstellung individuell-familiärer Aspekte
4.1 Eine individuell-familiäre Perspektive
4.1.1 Alter und Geschlecht der Schüler mit Meidungsverhalten
4.1.2 Leistungsangst und Schulversagen
4.1.3 Selbstkonzept und Selbsteinschätzung
4.1.4 Primärmilieu
4.1.4.1 Intelligenz
4.1.4.2 Einstellungen der Erziehungsberechtigten
4.1.5 Die Peers
4.1.5.1 Mitschüler
4.1.5.2 Täter vs. Opfer
4.1.6 Kausalattribution und Bilanz
5. Darstellung schulisch-institutioneller Aspekte
5.1 Eine schulisch-institutionelle Perspektive
5.1.1 Organisations- und Strukturmerkmale
5.1.1.1 Klassenwiederholungen als Strukturmerkmal
5.1.2 Allgemeines Schul- und Klassenklima
5.1.3 Beziehung Pädagoge - Schüler
5.1.3.1 Der hohe Altersdurchschnitt der Pädagogen
5.1.4 Pädagogen mit Meidungsverhalten und Schuldistanz
5.1.5 Umgang mit Fehlzeiten
5.1.5.1 Entschuldigt oder unentschuldigt
5.1.5.2 Das generelle Bewertungsproblem
5.1.6 Schülersuspendierung als sozialer Ausschluss
5.1.7 Pädagogen-Eltern-Interaktion
5.1.8 Bilanz
6. Präventions- und Interventionsaspekte
6.1 Handlungsbereiche
6.1.1 Schulleitung und schulische Leitvorstellungen
6.1.2 Ein Soziales Schulklima
6.1.3 Der Pädagoge als Schlüssel der Prävention
6.1.3.1 Gefahrensignale erkennen
6.1.4 Unverzügliche Reaktion bei Versäumnissen
6.1.5 Lebensnaher und sozialer Unterricht
6.1.6 Aktivierung von Kooperationspartnern
6.1.6.1 Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten
6.1.6.2 Vernetzung von Schule und Jugendhilfe
6.1.7 Bilanz
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die Bedingungen für Schulabsentismus und erörtert, wie Pädagogen durch die Gestaltung des schulischen Wirkungsraums sowie durch gezielte Prävention und Intervention dem Meidungsverhalten einzelner Schüler entgegenwirken können. Dabei steht die Analyse des Wechselspiels zwischen individuellen, familiären und institutionell-schulischen Faktoren im Vordergrund.
2.4.1 Schulschwänzen
Wittrock et al. beispielsweise beschreiben den Begriff des Schulschwänzens als die auf die Initiative des Schülers zurückgehenden unerlaubten Schulversäumnisse, von denen die Erziehungsberechtigten oftmals keine Kenntnis haben.
Diese Zeit verbringen die Schüler meistens mit für sie scheinbar angenehmeren Aktivitäten in einem Bereich, auf den die nichtwissenden Eltern keinen Einfluss haben (vgl. Wittrock et al. 2009, S. 14ff). Stadtparks, Einkaufsmeilen und Kaufhäuser sind beliebte Orte bei dieser Gruppierung von schulabsenten Kindern und Jugendlichen. Der Aspekt der angenehmeren Beschäftigung im außerhäuslichen Bereich während dieser Form des Absentismus wird auch bei anderen Autoren als wichtiges Merkmal herausgestellt; ebenso wie die Eigeninitiative des Schülers (vgl. z.B. Ricking 2006, S. 37). Die unlustbetonte schulische Leistungssituation wird so beispielsweise durch mangelnde Gewissensbildung vermieden. Jedoch wird die unerlaubte Freizeit nicht immer als angenehm und positiv empfunden. Schüler berichten in diesem Zusammenhang, dass sie sich langweilen und eigentlich nur darauf warten, sich wieder in die normale Tagesstruktur eingliedern zu können, was mit dem regulären Schulschluss möglich ist (vgl. Schreiber-Kittl & Schröpfer 2002, S. 179). Die Zeit wird somit nur überbrückt.
Der Ort Schule verliert in den Augen dieser Schüler jegliche Attraktivität und teilweise empfinden die Schulschwänzer eine tiefe Abneigung gegenüber diesem Ort. Die negative Lage der Schüler ist oftmals gekennzeichnet durch Probleme mit Lehrern und/oder Schülern, Klassenwiederholungen, schlechte Noten, geringe soziale Akzeptanz und Langeweile im Unterricht (vgl. Wittrock et al. 2009, S. 15ff).
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Dynamik des Schulabsentismus und die zentrale Frage, wie Pädagogen durch die Gestaltung des Wirkungsraums Schule positiv auf das Verhalten beeinflussen können.
2. Terminologie und relevante Merkmale: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Formen des Schulabsentismus, wie Schulschwänzen, Schulverweigerung und Unterrichtsboykott, um eine präzisere Grundlage für die pädagogische Praxis zu schaffen.
3. Theoretische Erklärungsansätze: Es werden soziologische und feldtheoretische Erklärungsmodelle vorgestellt, um die Entstehung von Meidungsverhalten im Kontext des Lebensraums (Schule, Familie, Peers) zu verstehen.
4. Darstellung individuell-familiärer Aspekte: Hier werden außerunterrichtliche Faktoren wie das Primärmilieu, Peer-Einflüsse, Selbstkonzept und Leistungsangst analysiert, die maßgeblich zur Entstehung von Meidungsverhalten beitragen können.
5. Darstellung schulisch-institutioneller Aspekte: Das Kapitel untersucht institutionelle Bedingungen wie Schulklima, Pädagogen-Schüler-Interaktionen und den Umgang mit Fehlzeiten, die das Auftreten von Absentismus sowohl begünstigen als auch verhindern können.
6. Präventions- und Interventionsaspekte: Basierend auf den Analysen werden konkrete Handlungsbereiche und Strategien aufgezeigt, durch die Schulen proaktiv gegen Absentismus vorgehen und Kooperationen mit Erziehungsberechtigten sowie der Jugendhilfe stärken können.
7. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Schule aktiv handeln muss, um ein attraktiver Lebensraum zu sein, und betont, dass die professionelle Auseinandersetzung mit der eigenen Institution ein entscheidender Hebel gegen Schulabsentismus ist.
Schulabsentismus, Meidungsverhalten, Schulschwänzen, Schulverweigerung, Pädagoge, Feldtheorie, Wirkungsraum, Schulklima, Prävention, Intervention, Erziehungsberechtigte, Peers, Schuldistanz, Schulpflicht, Sozialisationsinstanz.
Die Arbeit befasst sich mit den vielschichtigen Ursachen und Erscheinungsformen des Schulabsentismus und analysiert, welche Möglichkeiten Pädagogen haben, präventiv und interventiv einzuwirken.
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Phänomens, theoretische Erklärungsansätze (insb. die Feldtheorie), sowie die Analyse von individuell-familiären und schulisch-institutionellen Einflussfaktoren.
Das Ziel ist es, das Handlungsrepertoire von Pädagogen zu erweitern, um das Meidungsverhalten von Schülern zu verringern und den schulischen Wirkungsraum attraktiver zu gestalten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und verschiedene soziologische sowie sonderpädagogische Ansätze zur Erklärung von Schulabsentismus zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Darstellung individuell-familiärer Faktoren (wie Peers und Elternhaus) und die institutionelle Analyse schulinterner Prozesse sowie Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.
Wesentliche Begriffe sind u.a. Schulabsentismus, Meidungsverhalten, Feldtheorie, Pädagogisches Handeln, Prävention und institutionelle Strukturmerkmale.
Der Ansatz ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung, da er das Verhalten als Funktion der Person und ihrer Umwelt im dynamischen Spannungsfeld verschiedener Wirkungsräume (Schule, Familie, Peers) begreift.
Ein positives Schulklima fungiert als präventive Kraft, da es das Wohlbefinden und die Bindung der Schüler an die Institution stärkt, während ein negatives Klima das Risiko für Meidungsverhalten signifikant erhöht.
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