Bachelorarbeit, 2022
44 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Methodik
III. Die Wortart Satzadverb im Deutschen
III.1 Zur Verwendung der SAdv-Tests und Eigenarten von gefühlt
III.2 Satzadverbialtest und gefühlt
IV. Gefühlt: Satzadverb oder Adjektiv?
IV.1 Gefühlt als Marker für Übertreibungen
V. Evidentialität, evidentielle SAdv, Commitment und degree of strength
V.1 Die evidentiellen SAdv im Deutschen
V.2 gefühlt und reportative Evidenz
V.3 gefühlt und personal Evidenz
V.4 Commitment und degree of strength
VI. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wort "gefühlt" im Deutschen, um nachzuweisen, dass es sich hierbei um ein Satzadverb handelt, welches evidenzielle Funktionen erfüllt und die subjektive Einschätzung des Sprechers markiert.
III. Die Wortart Satzadverb im Deutschen
Die Grammatik der deutschen Sprache (Zifonun et al. 1997) wird der Begriff Satzadverbialia gewählt, der sich rein auf die Funktion bestimmter Wortarten bezieht. Hierbei werden u.a. auch Präpositionalphrasen wie mit Sicherheit, Adjektivphrasen wie wirklich oder Nominalphrasen wie meines Wissens zu den Satzadverbialia gezählt.
Die syntaktische Wortart der Satzadverbien wird als Modalpartikel bezeichnet (Zifonun et al. 1997, 2: 1124-1128). Dem schließt sich auch das Handbuch der deutschen Wortarten an und betiteln die Wortart ebenfalls als Modalpartikeln (Hoffmann 2007: 547).
Des Weiteren behandeln die meisten Einführungswerke bzw. Standardwerke die durchaus komplizierte Realität der SAdv sehr unterkomplex und – ganz im Sinne eines Einführungswerkes – auf einem sehr basalen Level. Im folgenden Kapitel sollen diese basalen Charakterisierungen anhand von spezifischerer Literatur aufgearbeitet und das in dieser Arbeit angewandte Verständnis von (evidentiellen) SAdv herausgearbeitet werden.
So schreiben Pittner und Berman, dass Satzadverbien einen Kommentar des Sprechers zum gesamten Satz darstellen und allein im Vorfeld stehen können. Des Weiteren wird angeführt, dass sie eine emotionale Bewertung des Sprechers, eine Bewertung der Wahrscheinlichkeit oder „eine Bewertung anderer Art“ ausdrücken können, wobei es völlig unklar bleibt, was mit „anderer Art“ gemeint ist (Pittner/Berman 2021: 24f.).
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die neue Verwendung von "gefühlt" ein und definiert das Ziel, den Status als Satzadverb und dessen evidentielle Funktion zu belegen.
II. Methodik: Hier wird der Einsatz des DeReKo-Korpus (via COSMAS-II) mit über 1300 Belegen als Datenbasis für die linguistische Analyse erläutert.
III. Die Wortart Satzadverb im Deutschen: Das Kapitel diskutiert die heterogene Literatur zu Satzadverbia und vergleicht verschiedene syntaktische Testverfahren für "gefühlt".
IV. Gefühlt: Satzadverb oder Adjektiv?: Dieses Kapitel untersucht die antiveridikalen Lesarten von "gefühlt" und analysiert dessen Rolle als Marker für Übertreibungen.
V. Evidentialität, evidentielle SAdv, Commitment und degree of strength: Hier wird "gefühlt" in das System der Evidentialität eingeordnet und das niedrige Sprecher-Commitment untersucht.
VI. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt "gefühlt" als evidentielles Satzadverb, das die subjektive Einschätzung des Sprechers markiert.
gefühlt, Satzadverb, SAdv, Evidentialität, Korpuslinguistik, DeReKo, Sprecher-Commitment, degree of strength, Modalpartikel, Übertreibung, Antiveridikalität, syntaktische Analyse, Sprachwandel, linguistische Evidenz, Sprachgebrauch
Die Arbeit analysiert die moderne Verwendung des Wortes "gefühlt" im Deutschen als Satzadverb und dessen semantische sowie syntaktische Besonderheiten.
Themen sind die Klassifizierung als Satzadverb, die Einordnung in evidentielle Kategorien und die Untersuchung sprecherorientierter Einschätzungen.
Das Hauptziel ist der Nachweis, dass "gefühlt" kein reines Adjektiv, sondern ein Satzadverb mit evidenzieller Bedeutung ist.
Die Untersuchung basiert primär auf einer korpusgestützten Analyse (DeReKo/COSMAS-II) sowie ergänzend auf introspektiven syntaktischen Tests.
Der Hauptteil befasst sich mit syntaktischen Tests, der Abgrenzung zum Adjektiv, der Funktion als Übertreibungs-Marker und dem Sprecher-Commitment.
Zentrale Begriffe sind neben "gefühlt" auch SAdv, Evidentialität, Commitment, Degree of Strength und Korpuslinguistik.
Ja, die Arbeit zeigt auf, "gefühlt" in bestimmten Kontexten antiveridikale bzw. kontrafaktische Lesarten ermöglicht, was vor allem auf eine Verminderung der "Degree of Strength" zurückzuführen ist.
Nein, die Arbeit differenziert klar zwischen dem Satzadverb ("gefühlt 100 Leute") und dem eigenschaftsmodifizierenden Adjektiv ("ein gefühltes Ende").
Es bedeutet, dass der Sprecher mit dem Einsatz von "gefühlt" signalisiert, dass seine Aussage nur auf einer persönlichen Vermutung basiert und nicht als gesicherter Fakt verstanden werden soll.
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