Diplomarbeit, 2009
98 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theorieteil
2.1 Aggression
2.1.1 Der allgemeine Aggressionsbegriff
2.1.2 Offene Aggression
2.1.3 Indirekte, relationale und soziale Aggression
2.1.4 Proaktive Aggression
2.1.5 Reaktive Aggression
2.1.6 Geschlechtsunterschiede
2.2 Antisoziale Persönlichkeitsstörung
2.2.1 Diagnostik
2.2.2 Prävalenzraten und Verlauf der ASPD
2.2.3 Komorbidität
2.2.4 Verwandtes Konstrukt: Dissoziale Persönlichkeitsstörung
2.3 Psychopathy
2.3.1 Allgemeine Definition
2.3.2 Historische Perspektive
2.3.3 Konzept von Hare
2.3.4 Komorbiditäten
2.4 Regelverletzendes Verhalten während der Haft
2.4.1 Definition
2.4.2 Zusammenhänge
2.4.2.1 Aggression
2.4.2.2 Psychopathy
2.4.2.3 ASPD
2.4.2.4 Delinquente Vorgeschichte
2.4.2.5 Alter
3 Fragestellung, Hypothesen
3.1 Aggression mit Regelverletzendem Verhalten
3.2 Psychopathologische Auffälligkeit mit Regelverletzendem Verhalten
3.3 Delinquente Vorgeschichte mit Regelverletzendem Verhalten
4 Methoden
4.1 Design
4.2 Erhebungsmethoden
4.2.1 Selbstbeschreibungen
4.2.1.1 Aggressionsskalen
4.2.1.2 Offenheit
4.2.2 Fremdbeschreibungen
4.2.2.1 Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV (SKID)
4.2.2.2 PCL-R
4.2.2.3 Drogendiagnostik
4.2.2.4 Delinquente Vorgeschichte
4.2.2.5 Regelverletzendes Verhalten während der Haft.
4.3 Auswertungsmethoden
5 Ergebnisse
5.1 Stichprobe
5.2 Verteilungsparameter und Reliabilität der Erhebungsmethoden
5.2.1 Selbstbeschreibungen
5.2.1.1 Aggressionsskalen nach Ben-Horin
5.2.1.2 Offenheitsskala des FPI-R
5.2.2 Fremdeinschätzung
5.2.2.1 Interrater-Reliabilität
5.2.2.2 Psychopathy
5.2.2.3 Antisoziale Persönlichkeitsstörung
5.2.2.4 Delinquente Vorgeschichte
5.2.2.5 Regelverletzendes Verhalten
5.3 Ergebnisse
5.3.1 Aggression mit Regelverletzendem Verhalten
5.3.2 Psychopathologische Auffälligkeit mit Regelverletzendem Verhalten
5.3.3 Delinquente Vorgeschichte mit Regelverletzendem Verhalten
6 Diskussion / Schlussfolgerungen
Ziel dieser Arbeit ist es, mögliche Einflussfaktoren auf das Verhalten von inhaftierten Frauen während der Haft zu identifizieren, wobei insbesondere die Zusammenhänge zwischen Aggressivität, antisozialen Persönlichkeitsmerkmalen sowie der delinquenten Vorgeschichte untersucht werden. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob sich diese psychopathologischen und biographischen Variablen signifikant auf die Häufigkeit und Art des regelverletzenden Verhaltens hinter Gittern auswirken.
2.1.1 Der allgemeine Aggressionsbegriff
Der Begriff „Aggression“ findet seinen etymologischen Ursprung im lateinischen Verb "aggredi" und kann mit „herangehen“ oder „angreifen“ übersetzt werden. So wie beide Verben sehr unterschiedlicher Natur sind, verhält es sich mit dem Aggressionsbegriff in der Psychologie. Nolting (2004) spricht von einem engen und einem weiten Aggressionsbegriff.
In der weiten Definition wird „jedes Verhalten gemeint, das im Wesentlichen das Gegenteil von Passivität und Zurückhaltung darstellt“ (Bach & Goldberg, 1977, S. 14). Mitscherlich (1969) bezeichnet mit Aggressivität jede Aktivität, die durch Muskelaktivität zustande kommt und das Ziel hat, eine innere Spannung aufzulösen. Diese Definitionen beinhalten eine zu unspezifische Form von Verhalten und sind damit zu allgemein gefasst, als das sie für wissenschaftliche Untersuchungen brauchbar wären. Hacker bietet eine weitere Begriffserklärung an, welche zwar ebenfalls weit gefasst ist, jedoch schon in die Richtung der engen Definitionen weist. „Aggression ist jene dem Menschen innewohnende Disposition und Energie, die sich ursprünglich in Aktivität und später in den verschiedensten individuellen und kollektiven, sozial gelernten und sozial vermittelten Formen von Selbstbehauptung bis zur Grausamkeit ausdrückt“ (Hacker, 1973, S. 80). Die weiten Definitionsversuche können grundsätzlich nicht negativ bewertet werden (Verres & Sobez, 1980). Im Gegenteil wird Aktivität gegenüber der Passivität im Allgemeinen eher positiv oder zumindest neutral bewertet.
Anders verhält es sich bei der engen Definition von Aggression, die meist negativ bewertet wird (Verres & Sobez, 1980). Dollard, Doob, Miller, Mowrer, Sears, & Dammschneider definieren Aggression “als eine Handlung, deren Zielreaktion die Verletzung eines Organismus (oder Organismus-Ersatzes) ist“ (1973, S. 19). Es zeigt sich, dass die Motivation der Handlung von entscheidender Bedeutung ist. Verletzungen, die ohne Absicht zustande kommen, werden nicht als Aggressionen angesehen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Resozialisierung als Vollzugsziel und stellt die Forschungsfrage nach den Zusammenhängen zwischen psychologischen Faktoren und Haftverhalten bei Frauen.
2 Theorieteil: Dieser Abschnitt bietet einen fundierten Überblick über Konzepte der Aggression, die Antisoziale Persönlichkeitsstörung, das Konstrukt der Psychopathy und den Stand der Forschung zu regelverletzendem Verhalten in der Haft.
3 Fragestellung, Hypothesen: Hier werden auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen spezifische Hypothesen für die Untersuchung der Zusammenhänge von Aggression, psychopathologischen Auffälligkeiten und delinquenter Vorgeschichte aufgestellt.
4 Methoden: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Stichprobengewinnung in verschiedenen Justizvollzugsanstalten sowie die verwendeten Erhebungsinstrumente zur Messung von Aggression, Psychopathy und ASPD.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung der Daten, einschließlich der deskriptiven Statistiken der Stichprobe und der Korrelationsanalysen zu den aufgestellten Hypothesen.
6 Diskussion / Schlussfolgerungen: Der abschließende Teil interpretiert die erhobenen Daten, diskutiert Limitationen der Studie, insbesondere im Hinblick auf Messinstrumente und Stichprobengrößen, und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze.
Aggression, Psychopathy, Antisoziale Persönlichkeitsstörung, ASPD, Regelverletzendes Verhalten, Strafvollzug, weibliche Inhaftierte, Delinquenz, Haft, Resozialisierung, PCL-R, SKID, Proaktive Aggression, Reaktive Aggression, Substanzabhängigkeit.
Die Arbeit untersucht Zusammenhänge zwischen Aggressivität, psychopathologischen Auffälligkeiten und der delinquenten Vorgeschichte bei weiblichen Strafgefangenen und deren Einfluss auf die Einhaltung der Anstaltsregeln.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Messung von verschiedenen Aggressionsformen (proaktiv/reaktiv), das Krankheitsbild der Antisozialen Persönlichkeitsstörung (ASPD) und das Konstrukt der Psychopathy mittels der PCL-R.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, welche Faktoren das regelverletzende Verhalten bei inhaftierten Frauen in einer deutschen Stichprobe erklären können.
Es wird ein quantitatives Studiendesign angewendet, das auf Akteneinsichten, Interviews (SKID, PCL-R) und standardisierten Fragebögen basiert und die Daten statistisch (Korrelationen, Gruppenvergleiche) auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil, der den aktuellen Forschungsstand aufarbeitet, und einen Methodenteil, der das Vorgehen bei der Datenerhebung und -auswertung detailliert beschreibt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Psychopathy, ASPD, Aggressionsskalen, Regelverletzendes Verhalten und weiblicher Strafvollzug treffend beschreiben.
Die geringe Stichprobengröße ergibt sich daraus, dass Frauen nur etwa 5 % der Gesamtpopulation im Strafvollzug ausmachen, was die Erhebung in diesem Bereich deutlich erschwert.
Die Offenheitsskala dient als Kontrollvariable, da sich zeigte, dass sie die Selbsteinschätzung aggressiver Tendenzen beeinflusst und somit die Korrelationen zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und tatsächlichem Haftverhalten verzerrt darstellen könnte.
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