Bachelorarbeit, 2022
69 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
1.3 Thematische Abgrenzung
1.4 Gender Erklärung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Psychische Belastung
2.2 Belastungsfaktoren
2.3 Beanspruchung
2.4 Ressourcen
2.5 Gefährdungsbeurteilung
2.6 Psychische Störungen
2.7 Korrelation
2.8 Kausalität
2.9 Schadenseintritt
3. Arbeitspsychologischer Zusammenhang Arbeit und Gesundheit
3.1 Modelle und Theorien
3.2 Ergebnisse aus Beschäftigtenbefragungen
3.2.1 Häufige Arbeitsbelastungen
3.2.2 Gesundheitsförderliche Ressourcen
3.2.3 Beanspruchungsfolgen
3.2.4 Mögliche Zusammenhänge
3.3 Arbeitswissenschaftlicher Forschungsstand
3.4 Ergebnis
4. Gegenwärtiger Stand Psychischer Störungen
4.1 Entwicklung in Deutschland
4.2 Gesamtgesellschaftliche Folgen
5. Arbeitsschutz in Deutschland
5.1 Zielstellung und Aufbau des Arbeitsschutzes
5.2 Strategien und Forschungsprojekte der Bundesregierung
5.3 Umsetzung des Arbeitsschutzes durch die Arbeitgeber
5.3.1 Regelungen des Arbeitsschutzgesetzes
5.3.2 Klarstellung des Arbeitsschutzgesetzes
5.3.3 Umsetzungsstand in den Unternehmen
5.3.4 Herausforderung bei der Umsetzung
6. Schadensersatzansprüche bei fehlender Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung
6.1 Vertraglicher Schadensersatzanspruch
6.1.1 Pflichtverletzung
6.1.2 Vertretenmüssen
6.1.3 Kausalität
6.1.3.1 Theoretische Grundlagen
6.1.3.2 Beweislastumkehr
6.1.3.3 rechtliche Würdigung des Sachverhalts
6.2 Gesetzlicher Schadensersatzanspruch
6.2.1 § 831 I BGB
6.2.2 §§ 823 I, 823 II BGB
6.3 Haftungsausschluss nach § 104 SGB VII
6.4 Ergebnis
7. Weitere Folgen
8. Fazit
Diese Arbeit untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen Arbeitgeber haftbar gemacht werden können, wenn sie keine Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastungen am Arbeitsplatz durchführen. Ziel ist es, die Haftungsrisiken bei einem Schadenseintritt (insbesondere bei psychischen Erkrankungen der Beschäftigten) arbeitswissenschaftlich und juristisch zu bewerten.
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
Spätestens mit der Corona-Pandemie hat das Zeitalter der modernen Arbeitswelt in allen Unternehmen begonnen. Diese ist geprägt von einer „[...] zunehmenden Komplexität, Flexibilisierung, [...] neuen Technologien und einem steigende[n] Zeit- und Leistungsdruck“.1 Insbesondere die Digitalisierung und das ortsunabhängige Arbeiten sind auf dem Vormarsch. Diese können trotz größerer Flexibilität und Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erhöhten Arbeitsbelastungen aufgrund ständiger Erreichbarkeit und der Entgrenzung der Arbeit führen.2
In der Literatur wird seit vielen Jahren die These vertreten, dass erhöhte Arbeitsbelastungen ein Grund für den kontinuierlichen Anstieg psychischer Erkrankungen und Frühverrentungen in den letzten Jahren aufgrund psychischer Störungen sein könnten.3 Zwar sind die Erkrankungsfälle für psychische und Verhaltensstörungen rückläufig und im Verhältnis zu anderen Erkrankungen niedriger, jedoch ist die Erkrankungsdauer wesentlich höher als bei anderen Erkrankungen.4 Epidemiologische Studien zeigen, dass die psychischen Erkrankungen zu den kostenintensivsten Erkrankungen zählen.5 Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Rentenneuanträgen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen. Diese stagniert zwar seit 2016, ist jedoch mit 41,7 Prozent aller Neuanträge im Jahr 2019 weiterhin auf hohem Niveau.6 Hierdurch sind in den letzten Jahren erhebliche Produktions- und Wertschöpfungsausfallkosten in Deutschland entstanden. 2019 beliefen sich die Produktionsausfallkosten auf 14,4 Milliarden Euro und die Kosten für den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 24,5 Milliarden Euro.7
1. Einleitung: Die Arbeit identifiziert die steigenden Belastungen in der modernen Arbeitswelt und setzt das Ziel, haftungsrechtliche Risiken bei fehlender psychischer Gefährdungsbeurteilung zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale arbeitswissenschaftliche Begriffe wie Belastung, Beanspruchung und psychische Störungen definiert, um ein einheitliches Verständnis für die Analyse zu schaffen.
3. Arbeitspsychologischer Zusammenhang Arbeit und Gesundheit: Das Kapitel erläutert etablierte Stressmodelle und vergleicht diese mit aktuellen Beschäftigtenbefragungen, um Kausalitätszusammenhänge zwischen Arbeitsbelastung und Gesundheit zu explorieren.
4. Gegenwärtiger Stand Psychischer Störungen: Anhand von Krankenkassendaten wird die Entwicklung psychischer Erkrankungen dargestellt, welche die erhebliche Relevanz des Themas für Unternehmen und Gesellschaft unterstreicht.
5. Arbeitsschutz in Deutschland: Es wird der rechtliche Rahmen skizziert, wobei die gesetzliche Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung sowie die bei der praktischen Umsetzung auftretenden Schwierigkeiten im Fokus stehen.
6. Schadensersatzansprüche bei fehlender Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung: Das juristische Kernstück prüft, ob und inwieweit Arbeitgeber für psychische Schäden haften, wobei insbesondere die Kausalitätsfrage und notwendige Tatbestandsmerkmale analysiert werden.
7. Weitere Folgen: Über rein materielle Schadensersatzansprüche hinaus werden weitere Konsequenzen für Arbeitgeber thematisiert, darunter Motivationsverlust, Fluktuation oder aufsichtsrechtliche Sanktionen.
8. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass ein Kausalitätsnachweis derzeit schwierig ist, aber die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung als präventives Instrument zur Vermeidung von Risiken zentral bleibt.
Psychische Belastung, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsschutzgesetz, Schadensersatz, Arbeitgeberhaftung, Arbeitspsychologie, psychische Erkrankungen, Kausalität, Beanspruchungsfolgen, Arbeitsbelastungsfaktoren, Arbeitsrecht, Fehlbeanspruchung, Prävention, Stressmodelle, Fürsorgepflicht.
Die Arbeit untersucht das Haftungsrisiko für Arbeitgeber, wenn diese gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilungen für psychische Belastungen unterlassen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Arbeitspsychologie (Modelle und Belastungsfaktoren) und dem Zivilrecht (Schadensersatzansprüche und Kausalitätsprüfung).
Ziel ist festzustellen, ob ein konkretes Haftungsrisiko besteht, wenn psychische Störungen bei Beschäftigten auftreten, die auf Arbeitsbelastungen zurückgeführt werden.
Es wurde eine Literaturrecherche und eine Auswertung von Gesundheitsreports deutscher Krankenkassen sowie aktueller juristischer Rechtsprechung vorgenommen.
Der Hauptteil analysiert vertragliche und gesetzliche Anspruchsgrundlagen für Schadensersatz, insbesondere unter dem Fokus, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen einer fehlenden Gefährdungsbeurteilung und dem gesundheitlichen Schaden besteht.
Psychische Belastung, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitgeberhaftung, Arbeitsschutzgesetz und Kausalität.
Die Gesetzgebung gibt nur einen Rahmen vor, lässt aber Spielraum bei der konkreten Ausgestaltung. Zudem fehlt es vielen Arbeitgebern an dem notwendigen fachlichen Wissen zur Messung psychischer Faktoren.
Psychische Erkrankungen durch dauerhafte Belastungen erfüllen meist nicht die zeitliche Begrenzung eines Arbeitsunfalls, es sei denn, es liegen trauma-ähnliche Extremereignisse vor.
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