Masterarbeit, 2025
99 Seiten, Note: 1,5
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Die Gesellschaftskonzeption von Andreas Reckwitz
2.1. Die Logik des Allgemeinen versus die Logik des Besonderen
2.2. Kulturalisierung in Form von Hyperkultur und Kulturessenzialismus
2.2.1. Kulturalisierung in der Logik der Singularität
2.2.2. Hyperkultur und Kulturessenzialismus
2.3. Der Wandel der Gesellschaft
2.3.1. Die nivellierte Mittelstandsgesellschaft der industriellen Moderne
2.3.2. Der Wandel zur spätmodernen Gesellschaft der Singularitäten
2.3.3. Die neue Mittelklasse
2.3.4. Die alte Mittelklasse
2.3.5. Die neue Unterklasse
2.4. Fazit
3. Becks Theorie der Risikogesellschaft
3.1. Theorie der Risikogesellschaft
3.2. Reflexive Modernisierung
3.3. Individualisierung sozialer Ungleichheiten
3.4. Weltrisikogesellschaft
3.5. Fazit und Implikationen für die Analyse politischer Programme
4. Forschungsstand zu den Theorien von Reckwitz und Beck
4.1. Reflexion und Forschungsstand der Theorien von Reckwitz
4.2. Reflexion und Forschungsstand der Theorien von Beck
4.3. Fazit
5. Bundestagswahl und Europawahl
5.1. Bundestagswahl 2021 – Kontext und Implikationen
5.2. Europawahl 2024 – Kontext und Implikationen
6. Methode und Operationalisierung
6.1. Wahlprogramme als Analysegegenstand
6.2. Kategorisierung der Parteien
6.3. Forschungsleitende Annahmen
6.4. Methodisches Vorgehen und Entwicklung des Analyseinstruments
7. Qualitative Inhaltsanalyse
7.1. Analyse der Wahlprogramme zur Bundestags- und Europawahl
7.1.1. Analyse der Bundestagswahlprogramme 2021
7.1.2. Analyse der Europawahlprogramme
7.1.3. Vergleichende Analyse der Wahlprogramme
7.2. Diskussion und Reflexion der Ergebnisse
8. Limitationen
9. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie deutsche politische Parteien die Mittelschicht in ihren Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2021 und zur Europawahl 2024 adressierten. Im Zentrum steht die Untersuchung, ob und wie Parteien dabei zwischen nationalen und europäischen Kontexten unterscheiden und welche kommunikativen Strategien im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Wandel und individueller wie globaler Risikowahrnehmung Anwendung finden.
2.1. Die Logik des Allgemeinen versus die Logik des Besonderen
Ein wiederkehrendes Element in Reckwitz' Theorie ist die Verwendung von Dualismen und Gegenüberstellungen, wobei eine zentrale Unterscheidung diejenige zwischen der ‚Logik des Allgemeinen‘ und der ‚Logik des Besonderen‘ ist. Letztere steht in einer antagonistischen Beziehung zur ersteren und prägt damit die Struktur der gesellschaftlichen Moderne (vgl. Rosa & Reckwitz, 2021). „Die Logik des Allgemeinen ist mit dem gesellschaftlichen Prozess der formalen Rationalisierung verknüpft, die Logik der Singularitäten mit einem Prozess der Kulturalisierung“ (Reckwitz, 2017, S. 27).
Die ‚Logik des Allgemeinen‘ versteht Reckwitz als den Kern der klassischen, industriellen Moderne von den 1950er- bis zu den 1970er-Jahren. Sie sei ein Prozess der formalen Rationalisierung, Generalisierung und Standardisierung von gesellschaftlichen Prozessen, mit dem Ergebnis, dass sich berechenbare Regelungen und Handlungsweisen herausbildeten. Den Begriff der ‚Logik des Allgemeinen‘ versteht Reckwitz als grundlegender und weitreichender als den Prozess der ‚funktionalen Differenzierung‘, mit dem die Moderne häufig assoziiert wird (vgl. Reckwitz, 2017). Institutionen wie das Bildungssystem, der Wohlfahrtsstaat und industrielle Arbeitsplätze spielten hierbei eine zentrale Rolle, indem sie große Bevölkerungsgruppen in ein möglichst homogenes soziales und ökonomisches System integrierten (vgl. Reckwitz, 2017; Rosa & Reckwitz, 2021). Der Begriff ‚Institution‘ wird in dieser Arbeit weit gefasst und umfasst nicht nur formell organisierte Einrichtungen wie Schulen, sondern auch informelle soziale Arenen, in denen normative Strukturen und Routinen etabliert sind. So tragen beispielsweise der Wohlfahrtsstaat und industrielle Arbeitsplätze als normative Rahmenbedingungen zur Strukturierung des gesellschaftlichen Zusammenlebens bei und fördern die Integration großer Bevölkerungsgruppen.
1. Einleitung: Beleuchtung der Herausforderungen für die Mittelschicht in Europa und Deutschland sowie Vorstellung der Forschungsfragen und Zielsetzung hinsichtlich der politischen Ansprache.
2. Die Gesellschaftskonzeption von Andreas Reckwitz: Theoretische Einführung in den Übergang von der Industriemoderne zur Spätmoderne und die Bedeutung der Logik der Singularität für die soziale Schichtung.
3. Becks Theorie der Risikogesellschaft: Erläuterung der Bedeutung globaler Unsicherheiten, der Individualisierung von Risiken und der Auswirkungen auf die politische Kommunikation.
4. Forschungsstand zu den Theorien von Reckwitz und Beck: Kritische Reflexion der theoretischen Konzepte unter Berücksichtigung aktueller Forschung sowie Stärken-Schwächen-Analyse.
5. Bundestagswahl und Europawahl: Darstellung des politischen Kontextes der Bundestagswahl 2021 und der Europawahl 2024 als Hintergrund für die Programmanalyse.
6. Methode und Operationalisierung: Detaillierte Erläuterung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und Entwicklung des spezifischen Kategoriensystems zur Programmuntersuchung.
7. Qualitative Inhaltsanalyse: Empirischer Kernteil mit Analyse der Wahlprogramme, deren Vergleich sowie die Diskussion der Ergebnisse im Kontext des theoretischen Rahmens.
Mittelschicht, Reckwitz, Ulrich Beck, Risikogesellschaft, Hyperkultur, Wahlprogramme, politische Kommunikation, Singularisierung, qualitative Inhaltsanalyse, Bundestagswahl 2021, Europawahl 2024, soziale Ungleichheit, Identitätspolitik, Transformation, Mehrebenensystem
Die Masterarbeit befasst sich mit der politischen Art und Weise, wie deutsche Parteien die Mittelschicht in ihren Wahlprogrammen für wichtige Wahlen definieren und ansprechen.
Die zentralen Themenfelder umfassen den Strukturwandel der Gesellschaft (Singularisierung), den Umgang mit globalen Risiken (Risikogesellschaft) und die Auswirkungen der Globalisierung auf nationale und europäische Politik.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie Parteien ihre Kommunikationsstrategien anpassen, um eine heterogene Mittelschicht zu mobilisieren, und wie sich die Ansprache im nationalen Vergleich zum europäischen Kontext unterscheidet.
Die Autorin nutzt die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um ein deduktiv-induktiv entwickeltes Kategoriensystem auf die Wahlprogrammtexte anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Darstellung des politischen Kontextes beider Wahlen sowie die eigentliche empirische Analyse der Wahlprogramme nationaler Parteien.
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Mittelschicht, Hyperkultur, Risikogesellschaft, politische Kommunikation und qualitative Inhaltsanalyse charakterisieren.
Während progressive Parteien die Mittelschicht vorrangig über Innovation, Diversität und globale Vernetzung definieren, fokussieren konservative Parteien auf traditionelle Werte, nationale Stabilität und identitätsstiftende Kontinuität.
Der Vergleich macht deutlich, wie Parteien ihre Narrative flexibel anpassen: Nationale Programme betonen stärker soziale Sicherheitsversprechen, während Europawahlprogramme transnationale Dynamiken wie den Klimawandel stärker hervorheben.
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