Examensarbeit, 2023
111 Seiten, Note: 1,3
1. Begriffsdefinition „geistige Behinderung“
2. Rahmungen und Lehrplan Deutsch für Schulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
3. Körpersprache
4. Unterstützte Kommunikation – Standortbestimmung, theoretische Rahmungen und Interventionsmodell
4.1 Zielgruppen der Unterstützten Kommunikation
4.2 Zielsetzung der Unterstützten Kommunikation
4.3 Körpereigene Kommunikationsformen
4.4 Nichtelektronische Kommunikationsformen
4.5 Elektronische Kommunikationsformen
5. Einsatz der Unterstützten Kommunikation in Schulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
5.1 Einzelförderung
5.2 Unterrichtsbezogener Einsatz
6. Modelling – Grundsätzliches
7. Methodik
7.1 Das Experten- und Expertinneninterview
7.2 Leitfadenerarbeitung und Interviewinhalt
7.3 Interviewauswertung
7.4 Unterrichtsbeobachtung
8. Ergebnisse
8.1 Kategoriensystem
8.2 Anwendung Unterstützter Kommunikation
8.3 Einsatzmöglichkeiten
8.4 Voraussetzung der Unterstützter Kommunikation
8.5 Zusammenfassung der Beobachtungen
9. Diskussion
9.1 Methodendiskussion
9.2 Ergebnisdiskussion
10. Fazit
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit beschäftigt sich mit der zentralen Forschungsfrage, wie die "Unterstützte Kommunikation" (UK) im Deutschunterricht an Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung eingesetzt werden kann und inwiefern der Einsatz dieser Kommunikationshilfen die Interaktionsprozesse zwischen Lehrkräften und Schülern sowie die Teilhabemöglichkeiten der Lernenden beeinflusst.
4.2 Zielsetzung der Unterstützten Kommunikation
Bei der Erstellung des Leitfadens wurde sich an dem Prinzip nach HELLFERICH (2022, S. 883 FF.) (1) Sammeln, (2) Prüfen, (3) Sortieren und (4) Subsumieren (SPSS) orientiert. Dadurch wird demselben zum einen eine strukturelle Orientierung gegeben sowie eine Offenheit der Fragen bewahrt. (1) Es beschreibt das vollständig angefertigte Bündeln von Fragen, welche für das Forschungsvorhaben von Interesse sein können. (2) Durch unterschiedliche Kontrollfragen, wird das Sammelsurium kritisch hinterfragt. Fragen, welche auf reines Fakten- oder Informationswissen ausgerichtet sind, sollten am Ende eines Interviews angelegt sein, damit der Gesprächsfluss nicht unterbrochen wird oder stagniert. Des Weiteren werden die Fragen hinsichtlich ihrer Anregung einer Erzählung überprüft. Ebenso sollen Fragen, welche die persönliche Erwartung betreffen, eine Wertung beinhalten oder die Forschungsfrage als solche implizieren, vermieden werden. (3) Es legt die ausgewählten Fragen in eine strukturierte, zeitliche sowie inhaltlich sinnvolle Abfolge, aus denen mehrere unterschiedliche Kategorien der Fragen entstehen. (4) Innerhalb des Expertinnen- oder Experteninterviews wird auf eine Unterordnung von Fragen, welche eine Erzählaufforderung implizieren, verzichtet. Gleichwohl sorgen Leitfäden für den Untersuchenden neben der Unterstützung für einen „[…] Gewöhnungsprozess und impliziten Wandlungen des Erkenntnisinteresses während der Untersuchung entgegen“ (GLAESER UND LAUDEL 2010, S. 143). Folglich kann die interviewende Person zunehmend Rekonstruierungen und subjektive Theorien über die Forschungsfrage entwickeln. Parallel muss bei einem Erkenntnisgewinn darauf geachtet werden, dass man Fragen nicht unbewusst umformuliert, sodass ausschließlich Bestätigungen eingeholt werden (VGL. EBD., S. 143).
1. Begriffsdefinition „geistige Behinderung“: Das Kapitel reflektiert kritisch gängige Definitionen und den Paradigmenwechsel vom Begriff der geistigen Behinderung hin zur kognitiven Beeinträchtigung.
2. Rahmungen und Lehrplan Deutsch für Schulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Hier werden die bildungspolitischen und curricularen Vorgaben erläutert, die Sprache und Kommunikation als essenzielle Kompetenzbereiche für die Teilhabe definieren.
3. Körpersprache: Die Bedeutung nonverbaler Kommunikation wie Mimik, Gestik und körperlicher Ausdruck als basale Grundlage zwischenmenschlicher Nähe und Interaktion wird dargelegt.
4. Unterstützte Kommunikation – Standortbestimmung, theoretische Rahmungen und Interventionsmodell: Dieses Kapitel liefert eine historische und theoretische Einordnung der UK, einschließlich ihrer verschiedenen Formen wie körpereigene, nichtelektronische und elektronische Hilfsmittel.
5. Einsatz der Unterstützten Kommunikation in Schulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Die praktischen Herausforderungen des Einsatzes von Kern- und Randvokabular sowie die Differenzierung zwischen Einzelförderung und unterrichtsimmanenter Förderung stehen hier im Fokus.
6. Modelling – Grundsätzliches: Modelling wird als zentrale Strategie beschrieben, bei der Lehrkräfte durch die aktive Verwendung von Kommunikationshilfen als lebendige Vorbilder für die Schüler fungieren.
7. Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns, inklusive der Experteninterviews, der Leitfadenerstellung und der qualitativen Unterrichtsbeobachtungen.
8. Ergebnisse: Präsentation des Kategoriensystems und der Auswertung der Interviews hinsichtlich der Anwendung von UK, Einsatzmöglichkeiten und Voraussetzungen.
9. Diskussion: Kritische Reflexion der gewählten Methoden sowie Interpretation der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Forschungsfrage und der beobachteten Praxis.
10. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Arbeit mit dem Resümee, dass der erfolgreiche Einsatz von UK stark von einer systematischen Planung und der Haltung des sozialen Umfelds abhängt.
Unterstützte Kommunikation, geistige Entwicklung, kognitive Beeinträchtigung, Modelling, Deutschunterricht, Kommunikationskompetenz, Inklusion, Förderschule, Qualitative Inhaltsanalyse, Basale Kommunikation, Sprachförderung, Partizipation, Unterstützende Technologie, Dialogisches Prinzip
Die Arbeit untersucht, wie Unterstützte Kommunikation (UK) im Deutschunterricht an Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung eingesetzt wird und welche Voraussetzungen für ein Gelingen der Kommunikation entscheidend sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Unterstützten Kommunikation, dem didaktischen Konzept des Modellings, der Erstellung und Auswertung von Experteninterviews sowie der Unterrichtsbeobachtung.
Das Ziel ist es, Einsatzmöglichkeiten der UK im Unterricht zu identifizieren und die Hypothese zu prüfen, ob der Einsatz dieser Hilfen im Klassenzimmer eventuell auch behindernd auf Interaktionsprozesse wirken kann.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus systematischen Experten- und Expertinneninterviews nach Kuckartz sowie teilnehmenden Unterrichtsbeobachtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Standortbestimmung der UK, die Analyse von Kommunikationsformen im Unterricht und ein methodisches Kapitel über Datenerhebung und qualitative Analyse.
Besonders prägend sind Begriffe wie "Kognitive Beeinträchtigung", "Modelling", "Multimodale Kommunikationssysteme" und "Interaktionsprozesse".
Körpersprache dient als basales Kommunikationsmittel; sie bildet die Grundlage für den Beziehungsaufbau und ermöglicht auch nonverbal kommunizierenden Menschen, ihre Emotionen und Bedürfnisse auszudrücken.
Kernvokabular ist situationsunabhängig und macht den Großteil des Gesprochenen aus; es ermöglicht flexiblere Äußerungen im Unterricht, anders als das stark themenbezogene Randvokabular.
Das Umfeld muss bereit sein, sich auf die besonderen Kommunikationsformen einzulassen, um dem Kind nicht nur die Nutzung des Geräts, sondern echtes interaktives Handeln an einem gemeinsamen Gegenstand zu ermöglichen.
Obwohl Hilfsmittel als sinnvoll angesehen werden, wird kritisiert, dass sie teilweise als reiner "Motivator" zweckentfremdet werden, anstatt sie konsequent als echtes, eigenständiges Kommunikationsmittel einzuführen.
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