Masterarbeit, 2024
69 Seiten, Note: 1,5
Die vorliegende Master-Thesis untersucht die bestehenden Probleme in der stationären Versorgung Deutschlands und analysiert, ob internationale Gesundheitssysteme Lösungsansätze bieten können. Das primäre Ziel ist es, in einem internationalen Vergleich Strukturen zu identifizieren, die die in Deutschland beobachteten Probleme mindern oder gar nicht erst entstehen lassen, und die Möglichkeit ihrer Implementierung ins deutsche System sowie notwendige Anpassungen zu bewerten. Darauf aufbauend sollen Handlungsempfehlungen für das deutsche Gesundheitssystem entwickelt werden.
Herausforderungen der stationären Versorgung in Deutschland
Im Folgenden sollen vier ausgewählte, elementare Herausforderungen der Krankenhäuser in Deutschland vorgestellt werden. Der Fachkräftemangel, die finanzielle Lage von Krankenhäusern, Effizienz und Schnittstellenmanagement sowie die Qualität der Krankenhausbehandlung.
In Deutschland ist der Fachkräftemangel ein häufig diskutiertes Thema. Besonders der demografische Wandel erfordert zunehmend Personal im Gesundheitswesen. Davon ist besonders die Pflege betroffen (Bundeszentrale für politische Bildung [BPB], 2022).
Im Jahr 2018 war ein Fünftel des gesamten Gesundheitspersonals in Deutschland in Krankenhäusern beschäftigt (DESTATIS, 2020).
Betrachtet man die Vollkräfte von Personal in Krankenhäusern in Deutschland im Jahresdurchschnitt zeichnet sich vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2023 ein Wachstum ab (siehe Abb. 1). Beim Personal im ärztlichen Dienst beträgt dieses Wachstum seit 2000 im Schnitt 2,24%, beim Pflegepersonal 0,53 % (Wasem & Blase, 2023). Trotz wachsender Gesamtzahl an Gesundheitspersonal stehen viele Krankenhäuser vor personellen Herausforderungen.
Die Inanspruchnahme von stationären Leistungen steigt unter anderem aufgrund der Zunahme von chronischen Erkrankungen und der Multimorbidität und einer zunehmenden Selbstbestimmung der Patienten (Busse & Geissler, 2022). Als zusätzliche Herausforderung gilt die zunehmend alternde Bevölkerung, die zum einen zu einem erhöhten Bedarf an Gesundheitsleistungen und zum anderen zu einem Rückgang der Personen im Erwerbsleben führt (Pilny & Rösel, 2021).
Durch das Fallpauschalen-System entsteht für Krankenhäuser ein verstärkten Anreiz, höhere Fallzahlen zu erreichen, was wiederum dazu führt, dass die Fallzahl pro Pfleger bzw. Arzt steigt (Wasem & Blase, 2023). Dies wiederum bringt eine höhere Belastung für das Personal mit sich.
Zusätzlich lässt sich in der Personalentwicklung von Ärzten und Pflegepersonal eine Zunahme an Teilzeitbeschäftigten beobachten (Wasem & Blase, 2023). Als Ursache hierfür werden eine zunehmende Belastung und Verdichtung der Arbeit genannt, was zusätzlich zu einer hohen Mitarbeiterfluktuation in Krankenhäusern führt (Pilny & Rösel, 2021).
Daher ist ein großer Bestandteil der Diskussionen rund um den Personalmangel in deutschen Krankenhäusern nicht allein die Menge des Personals, sondern auch die Arbeitsbedingungen (Wasem & Blase, 2023).
Die Zahl der offenen Stellen im Gesundheitswesen steigt kontinuierlich an und es ist damit zu rechnen, dass dieses Wachstum sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen wird (Pilny & Rösel, 2021).
Kapitel 1: Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Master-Thesis ein, beleuchtet den Ruf des deutschen Gesundheitswesens und identifiziert die stationäre Versorgung als größten Kostenblock mit zahlreichen Problemen wie Überkapazitäten und Pflegenotstand.
Kapitel 2: Zielsetzung: Hier wird das Hauptziel der Arbeit definiert, nämlich die Herausarbeitung von Problemen in der deutschen stationären Versorgung und die Identifikation von Lösungsansätzen durch internationalen Vergleich, um Handlungsempfehlungen zu erstellen.
Kapitel 3: Gegenwärtiger Kenntnisstand: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über das deutsche Gesundheitssystem, seine Finanzierung, Strukturdaten der Krankenhäuser und detailliert die vier zentralen Herausforderungen: Fachkräftemangel, finanzielle Lage der Kliniken, Effizienz/Schnittstellenmanagement und Behandlungsqualität inklusive Digitalisierung.
Kapitel 4: Methodik: In diesem Abschnitt werden die verwendeten Datenquellen (OECD Health Statistics, Eurostat, ECDC) und die Kriterien für die Datenerhebung sowie die Auswahl der Vergleichsländer (Belgien, Dänemark, Finnland, Niederlande, Österreich, Schweiz) detailliert beschrieben.
Kapitel 5: Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Resultate des internationalen Vergleichs für die zuvor definierten Herausforderungen, wie Fachkräftemangel, finanzielle Lage, Effizienz und Behandlungsqualität, anhand von spezifischen Indikatoren und Statistiken.
Kapitel 6: Diskussion: Die Diskussion interpretiert die im Ergebnisteil dargestellten Befunde kritisch, beleuchtet die Stärken und Schwächen des deutschen Systems im Vergleich zu anderen Ländern und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab.
Kapitel 7: Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen, bestätigt die festgestellten Überkapazitäten, Schnittstellenprobleme und den Personalmangel in Deutschland und unterstreicht die Notwendigkeit von Reformen, die sich an internationalen Best-Practice-Beispielen orientieren.
stationäre Versorgung, Deutschland, Gesundheitssystem, internationaler Vergleich, Fachkräftemangel, Finanzierung, Krankenhausreform, DRG-Fallpauschalen, Effizienz, Schnittstellenmanagement, Qualität der Krankenhausbehandlung, Digitalisierung, Pflegepersonal, Überkapazitäten, Patientensicherheit
Die Arbeit analysiert Probleme in der stationären Versorgung in Deutschland und sucht nach Lösungsansätzen durch einen internationalen Vergleich europäischer Gesundheitssysteme.
Die zentralen Themenfelder umfassen den Fachkräftemangel, die finanzielle Lage der Kliniken, Effizienz- und Schnittstellenmanagement sowie die Qualität der Krankenhausbehandlung und die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen.
Das primäre Ziel ist es, in anderen Gesundheitssystemen Strukturen zu identifizieren, die die Probleme der deutschen stationären Versorgung vermindern könnten, und deren Implementierbarkeit sowie notwendige Modifikationen zu analysieren.
Die Arbeit verwendet einen internationalen Vergleich von Daten aus verschiedenen Quellen wie OECD Health Statistics, Eurostat und ECDC, um die Probleme messbar und vergleichbar zu machen.
Der Hauptteil behandelt den gegenwärtigen Kenntnisstand des deutschen Gesundheitssystems, dessen Finanzierung und Strukturdaten, detailliert die Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Finanzierung, Effizienz und Qualität, und präsentiert anschließend die Ergebnisse des internationalen Vergleichs sowie eine Diskussion der Implikationen und Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter wie stationäre Versorgung, Deutschland, Gesundheitssystem, internationaler Vergleich, Fachkräftemangel, Finanzierung, Krankenhausreform, Effizienz, Digitalisierung, Patientensicherheit und DRG-Fallpauschalen charakterisieren die Arbeit.
Vier elementare Herausforderungen sind der Fachkräftemangel, die angespannte finanzielle Lage der Kliniken, mangelnde Effizienz und Schnittstellenmanagement sowie Defizite in der Qualität der Krankenhausbehandlung, insbesondere im Bereich der Digitalisierung.
Deutschland belegt im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens den letzten Platz unter den Vergleichsländern, wobei Dänemark und die Niederlande mehr als doppelt so hohe Werte im Digital Health Index erzielen.
Das DRG-Fallpauschalensystem ist das primäre Vergütungssystem für stationäre Behandlungen in Deutschland. Es wird kritisiert, dass es Anreize zur Erhöhung der Fallzahlen schafft, anstatt die Behandlungsqualität zu priorisieren, und zu einer Ökonomisierung im Gesundheitssystem führen kann.
Hauptempfehlungen umfassen den Abbau stationärer Kapazitäten durch Reduktion von Krankenhäusern und Betten, eine stärkere ambulante Versorgung (z.B. durch MVZs im ländlichen Raum), die Förderung von Klinikverbunden und die Implementierung eines Gatekeeping-Systems ähnlich dem in Dänemark oder Finnland.
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