Bachelorarbeit, 2023
49 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Vom Osmanischen Reich zur Republikgründung
2.1 Das Ende des Osmanischen Reichs und die Republikgründung der Türkei
2.2 Der Kemalismus
2.2.1 Sechs Pfeile des Kemalismus
2.2.2 Kemalistische Reformen
2.3 Der Entstehungsprozess des Laizismus in der Türkei
3. Der Säkularisierungsprozess am Beispiel der Hagia Sophia
3.1 Die Umwandlung von der Moschee zum Museum
3.2 Debatten um den Wandlungsprozess
4. Fazit
Diese Arbeit untersucht den Transformationsprozess der Hagia Sophia von einer Moschee zu einem Museum während der frühen türkischen Republik und analysiert diesen als symbolischen Akt im Kontext des kemalistischen Modernisierungs- und Säkularisierungsprojekts. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die türkische Führung durch diese Umwandlung ihre politische Vision eines modernen, säkularen Nationalstaates legitimierte und von der osmanischen Vergangenheit abgrenzte.
3.1 Die Umwandlung von der Moschee zum Museum
Der Prozess, der sich zur letzten institutionellen Veränderung in der Geschichte der Hagia Sophia entwickelte, begann mit dem Ende des Unabhängigkeitskriegs, der Gründung der Republik und der allmählichen Verabschiedung des Islam aus der Politik und der Öffentlichkeit. Bereits während des Unabhängigkeitskrieges war die Hagia Sophia Moschee Gegenstand von Diskussionen. Nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches wurde debattiert, wem die Hagia Sophia in Zukunft gehören sollte. Die Hagia Sophia stellte einen bedeutenden Streitpunkt dar, da sie nicht nur eine Kirche, sondern auch das Zeichen der griechischen und christlichen Präsenz in Kleinasien sowie der osmanischen Herrschaft über das östliche Christentum verkörperte. Während vieler Jahrhunderte diente sie dem osmanischen Staat als Hauptmoschee. Mit dem Niedergang des Osmanischen Reiches stand die Zukunft der Hagia Sophia instabil und die Frage nach ihrem Schicksal erregte seit Beginn die Aufmerksamkeit vieler europäischer Mächte, die eher dazu tendierten, die Kirche in griechische Hände zu übergeben. Sie betrachteten diese Entscheidung als gerecht, da die Süleymaniye- und andere Großmoscheen den Muslimen vorbehalten blieben. Zudem stellt Konstantinopel im Gegensatz zu Städten wie Mekka, Medina, Jerusalem oder Damaskus keine heilige Stadt der muslimischen Welt dar.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Thematik der Hagia Sophia ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Umwandlung des Gebäudes im Kontext der kemalistischen Säkularisierungspolitik.
2. Vom Osmanischen Reich zur Republikgründung: Dieses Kapitel behandelt den historischen Übergang vom Osmanischen Reich zur modernen türkischen Republik, erläutert die kemalistische Ideologie sowie den Entstehungsprozess des Laizismus.
3. Der Säkularisierungsprozess am Beispiel der Hagia Sophia: Hier wird die spezifische Geschichte der Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum untersucht, inklusive der damit verbundenen politischen Debatten und gesellschaftlichen Reaktionen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Hagia Sophia als symbolisches Instrument zur Manifestation der neuen, säkularen Identität der türkischen Republik.
Hagia Sophia, Türkei, Kemalismus, Säkularisierung, Laizismus, Mustafa Kemal Atatürk, Umwandlung, Museum, Osmanisches Reich, Republikgründung, Modernisierung, Symbolik, Religion, Identität, Nationalstaat.
Die Arbeit analysiert die Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul von einer Moschee in ein Museum während der frühen Zeit der türkischen Republik und ihre Bedeutung für den Aufbau eines modernen, laizistischen Nationalstaates.
Die Arbeit verknüpft die Geschichte des Untergangs des Osmanischen Reiches mit der Etablierung des Kemalismus, dem Prozess der staatlichen Säkularisierung und der symbolträchtigen architektonischen Transformation der Hagia Sophia.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die Umwandlung der Hagia Sophia als politisches und ideologisches Instrument genutzt wurde, um das kemalistische Ziel der Modernisierung und Säkularisierung zu legitimieren und sich vom osmanischen Erbe abzugrenzen.
Die Autorin wendet eine historisch-analytische Methode an, die auf einer umfassenden Literatur- und Quellenarbeit (unter Einbeziehung historischer Dekrete und Zeitungsberichte) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Historie des frühen türkischen Staates, die theoretische Ausarbeitung der kemalistischen Prinzipien sowie eine detaillierte Fallstudie zur Hagia Sophia inklusive der zeitgenössischen Debatten.
Die zentralen Begriffe sind Hagia Sophia, Kemalismus, Säkularisierung, Laizismus und türkische Republikgründung.
Die internationale Presse, insbesondere die New York Times, begleitete den Prozess und thematisierte die Umwandlung als Symbol für den türkischen Wunsch nach Modernisierung und Anschluss an westliche Standards.
Die Umwandlung löste in konservativen muslimischen Kreisen sowie bei Teilen der Bevölkerung, die die historische Verbindung des Gebäudes zum Islam schätzten, Trauer, Überraschung und Unverständnis aus.
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