Bachelorarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Begriff Aggression
3. Aggressives Verhalten als Verhaltensstörung
3.1 Pädagogische Definitionen
3.2 Medizinische Definitionen
4. Ansätze zur Erklärung von aggressivem Verhalten
4.1 Der Lerntheoretische Ansatz
4.1.1 Die operante Konditionierung
4.1.2 Das Lernen am Modell
4.2 Der ökologische Ansatz
4.2.1 Der systemische Ansatz
4.2.2 Die Theorie der sozialen Informationsverarbeitung
4.3 Die Etikettierungstheorie als eine Theorie des soziologischen Ansatzes
4.4 Vergleich der Ansätze und Konsequenzen für die Förderung
5. Möglichkeiten zur Förderung von Kindern mit aggressiven Verhaltensweisen
5.1 Die Ebene der Schule
5.1.1 Streitschlichtung
5.1.2 Mehr-Ebenen-Konzepte
5.1.3 Das Anti-Bullying-Programm von Olweus
5.2 Die Ebene der Klasse
5.2.1 Förderung sozialer Beziehungen
5.2.2 Förderung des kognitiven Problemlösens
5.2.3 Förderung der sozialmoralisch-kognitiven Dimension der sozialen Kompetenzen
5.2.4 Soziale Kompetenztrainings
5.2.5 Offener Unterricht
5.2.6 Die Kooperative Verhaltensmodifikation von Redlich und Schley
5.3 Die Ebene der Kleingruppe
5.3.1 Musik
5.3.2 Kunst
5.3.3 Bewegung
5.3.4 Training mit aggressiven Kindern von Petermann und Petermann
5.4 Die Ebene der Einzelförderung
5.4.1 Der Raum
5.4.2 Ich schaffs! Spielerisch und praktisch Lösungen mit Kindern finden - Das 15-Schritte-Programm für Eltern, Erzieher und Therapeuten von Furman
5.5 Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche Implementierung der Fördermöglichkeiten
5.5.1 Zeit
5.5.2 Raum
5.5.3 Beziehung
5.5.4 Schulleben
5.5.5 Profession
6. Die Potenziale der Ganztagsschule für die Förderung von Kindern mit aggressiven Verhaltensweisen
6.1 Historische Einordnung der Ganztagsschule
6.2 Der Begriff der Ganztagsbildung
6.3 Die zeitlichen Strukturen von Halbtags- und Ganztagsschulen als Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Förderung
6.3.1 Die Halbtagsschule
6.3.1.1 Reguläre Organisationsvorgaben
6.3.1.2 Zeitliche Bedingungen für die Förderung
6.3.2 Die Ganztagsschule
6.3.2.1 Reguläre Organisationsvorgaben
6.3.2.2 Zeitliche Bedingungen für die Förderungen
6.3.3 Fazit zu den zeitlichen Rahmenbedingungen für die Förderung an Halbtags- und Ganztagsschulen
6.4 Pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten an Ganztagsschulen
6.4.1 Die Gestaltung des Unterrichts
6.4.2 Die Gestaltung der außerunterrichtlichen Angebote
6.4.2.1 Die Jugendhilfe als ein bedeutender Kooperationspartner
6.4.2.2 Die Angebote der ungebundenen und gebundenen Freizeit
6.5 Zusammenfassung zu den Potenzialen von Ganztagsschulen für die Förderung
6.5.1 Zeit
6.5.2 Raum
6.5.3 Beziehung
6.5.4 Schulleben
6.5.5 Profession
7. Ausblick
Die Arbeit untersucht, welche spezifischen Potenziale integrative Ganztagsgrundschulen bei der Förderung von Kindern bieten, die bereits aggressive Verhaltensweisen zeigen. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation pädagogischer und struktureller Bedingungen, die eine erfolgreiche Intervention und soziale Integration dieser Kinder im Schulalltag ermöglichen.
4.1.1 Die operante Konditionierung
Das Modell der operanten Konditionierung geht auf die Tierversuche von Thorndike und Skinner zurück. Sie nahmen an, dass ein Lebewesen ein Verhalten öfter zeigt, wenn auf dieses eine angenehme Konsequenz folgt und es vermindert, wenn die anschließende Konsequenz unangenehm ist. Das vom Lebewesen ausgehende Verhalten bezeichnet man als operant; die Reaktion, die es von der Umwelt auf seine Verhaltensweise erhält, wird Verstärker genannt (vgl. Essau & Conradt 2004, 103).
Es wird zwischen verschiedenen Verstärkern unterschieden. Als beispielhaft für die Form der negativen Verstärkung könnte die nachstehend beschriebene Situation bezeichnet werden:
Die Lehrerin kündigt zu Beginn der Sportstunde an, dass das nächste Mal der Schwimmunterricht beginnen würde. Florian gefällt das gar nicht, denn er kann noch nicht schwimmen. Er hat Angst, sich vor seinen Mitschülern zu blamieren. Er hat schon einmal erlebt, dass ein Mitschüler vom Sportunterricht ausgeschlossen wurde, weil dieser etwas angestellt hatte. Mit der Hoffnung nicht schwimmen gehen zu müssen, will er dies nun auch versuchen. Im Laufe der Sportstunde fängt Florian immer wieder Streit an, behindert andere absichtlich im Spiel und zettelt zum Schluss eine Prügelei an, bei der er einem Mitschüler die Nase blutig schlägt. In dem anschließenden Gespräch mit der Sportlehrerin und dem Klassenlehrer, gibt Florian keine erklärenden Antworten für sein Verhalten. Er zeigt sich in den Augen der Lehrer nicht einsichtig, sodass er von der ersten Schwimmstunde ausgeschlossen wird und in dieser Zeit in eine andere Klasse muss.
Florian hat erfahren, dass er sich durch körperliche Gewalt einer unangenehmen Situation entziehen kann. Diese negative Verstärkung des aggressiven Verhaltens führt bei ihm dazu, dass er sich dieses Verhaltens in ähnlichen Situationen wieder bedienen wird (vgl. Zimbardo & Gerrig 2008, 209).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, Kinder mit Förderbedarf in der sozialen Entwicklung in allgemeinbildende Schulen zu integrieren, und beleuchtet die Rolle der Ganztagsschule dabei.
2. Der Begriff Aggression: Hier wird der Aggressionsbegriff theoretisch geklärt und von positiven Ausprägungen wie Durchsetzungsvermögen abgegrenzt, wobei der Fokus auf destruktivem Verhalten liegt.
3. Aggressives Verhalten als Verhaltensstörung: Dieses Kapitel untersucht mittels pädagogischer und medizinischer Definitionen, unter welchen Bedingungen aggressives Verhalten als klinisch oder pädagogisch relevante Störung eingestuft wird.
4. Ansätze zur Erklärung von aggressivem Verhalten: Es werden verschiedene theoretische Perspektiven (lerntheoretisch, ökologisch, soziologisch) vorgestellt, um die Entstehung von Aggression zu begreifen.
5. Möglichkeiten zur Förderung von Kindern mit aggressiven Verhaltensweisen: Dieses zentrale Kapitel stellt ein breites Spektrum an Förderkonzepten auf unterschiedlichen Ebenen von der gesamten Schule bis hin zum Einzelfall vor.
6. Die Potenziale der Ganztagsschule für die Förderung von Kindern mit aggressiven Verhaltensweisen: Hier wird untersucht, wie die spezifischen Rahmenbedingungen der Ganztagsschule, wie Zeitstruktur und Kooperation, zur praktischen Umsetzung der Fördermaßnahmen beitragen.
7. Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und diskutiert den aktuellen Stand der Entwicklungsarbeit sowie die Grenzen der vorliegenden Untersuchung.
Aggression, Ganztagsschule, Verhaltensstörung, soziale Kompetenz, Pädagogische Förderung, Integratives Bildungssystem, Lerntheorie, Systemischer Ansatz, Streitschlichtung, Soziale Integration, Inklusion, Primarstufe, Kooperation, Jugendhilfe, Prävention
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Kinder mit aggressiven Verhaltensweisen in der Primarstufe durch integrative Ganztagsschulen besser gefördert und integriert werden können.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Aggressionsbegriffs, verschiedene Erklärungsansätze für Verhaltensauffälligkeiten sowie ein breiter Überblick über pädagogische Förderkonzepte und deren Umsetzung in Ganztagsstrukturen.
Das Ziel ist es, Potenziale von Ganztagsschulen aufzuzeigen, die durch Rhythmisierung, multiprofessionelle Zusammenarbeit und erweiterte Lernsettings eine erfolgreichere Förderung von Kindern mit aggressiven Verhaltensweisen ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert. Verschiedene Konzepte und Erklärungsansätze werden gegenübergestellt, diskutiert und auf ihre Eignung für den schulischen Alltag hin bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung von Förderkonzepten für unterschiedliche Handlungsebenen (Schule, Klasse, Kleingruppe, Individuum) sowie eine Analyse der spezifischen Ganztagsschul-Strukturen.
Wichtige Begriffe sind Aggression, Ganztagsschule, Verhaltensstörung, soziale Kompetenzentwicklung, multiprofessionelle Kooperation und der systemische Ansatz in der Pädagogik.
Die Arbeit argumentiert, dass die zeitliche Struktur der Halbtagsschule (45-Minuten-Takt) zu restriktiv für die notwendige Rhythmisierung und individuelle Förderung ist, während die Ganztagsschule durch ihren erweiterten Zeitfonds bessere Voraussetzungen für den Aufbau sozialer Kompetenzen bietet.
Die Kooperation wird als große Chance für eine ganzheitliche Förderung gesehen, da sie den Blick über den schulischen Tellerrand erweitert, den Lehrern Entlastung bietet und eine stärkere Orientierung an den individuellen Bedürfnissen des Kindes ermöglicht.
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