Magisterarbeit, 2006
85 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Gustav Meyrink – Autor, Exzentriker, Okkultist
1.1 Kindheit und Jugendjahre
1.2 Der Bankier Gustav Meyer
1.3 Der Schriftsteller Gustav Meyrink
1.4 Der Okkultist Gustav Meyrink
2. Hintergrundwissen zur jüdischen Tradition von Kabbala und Golem
2.1 Was ist Kabbala?
2.1.1 Ursprung und Entwicklung der Kabbala
2.1.2 Die drei Hauptwerke der Kabbala
2.1.3 Theorie, Praxis und Esoterik – Die Anwendung der Kabbala
2.2 Was ist der „Golem“?
2.2.1 Ursprung und Entwicklung des Golems
2.2.2 Golemsagen
3. Gustav Meyrinks Roman Der Golem
3.1 Der Golem – Entstehung, Gattung, Inhalt
3.1.1 Acht Jahre bis zum Erfolg - Die Entstehungsgeschichte des Golem
3.1.2 Zwischen Phantastik und Expressionismus - Versuch einer gattungsgeschichtlichen Zuordnung des Romans
3.1.3 Aufbau und inhaltliche Darstellung des Romans
3.2 Die Konzeption des Meyrinkschen Golems
3.3 Analyse ausgewählter kabbalistischer und jüdischer Motive
3.3.1 Die Trias Charousek – Pernath – Laponder
3.3.2 Hillel
3.3.3 Mirjam
3.3.4 Der Hermaphrodit
3.3.5 Krone und Thron
3.3.6 Henoch
3.3.7 Feuer
3.3.8 Hut
3.3.9 „Chabrat zereh aur bocher“, Ibbur und Habal Garmin
3.3.10 Tarot
Schlussbetrachtung
Die Magisterarbeit untersucht Gustav Meyrinks Roman "Der Golem" hinsichtlich seiner jüdischen und kabbalistischen Motive, wobei sie Meyrinks biographischen Hintergrund sowie sein Interesse am Okkultismus in den Kontext der literarischen Analyse setzt und dabei die reale jüdische Tradition von der esoterischen Adaption im Roman abgrenzt.
3.3.1 Die Trias Charousek – Pernath – Laponder
Meyrinks Roman Der Golem hat einen Romanhelden, den Gemmenschneider Athanasius Pernath. Allein Pernaths Vorname ‚Athanasius’ deutet auf sein Schicksal hin, denn Athanasius ist ein griechischer Name und heißt ‚Der Unsterbliche’. Pernath ist die Figur, die im Roman den Weg der Erlösung geht und somit unsterblich wird. Doch die Rolle des Pernath hat noch zwei weitere Gesichter, den Medizinstudenten Innozenz Charousek und den Lustmörder Amadeus Laponder. Wie die Hauptfigur haben beide sprechende Vornamen, der Medizinstudent ist der ‚Unschuldige’, der gegen seinen bösen, von ihm bis aufs Blut verhassten Vater, den Trödler Wassertrum, intrigiert, ohne dabei wirklich schuldig zu wirken. Der Lustmörder trägt seine Leidenschaft ebenfalls schon in seinem Vornamen Amadeus, die Leidenschaft für, mit und durch Gott. Diese drei Romangestalten agieren die gesamte Binnenhandlung getrennt voneinander, und erst in der Rahmenhandlung streut der Autor Meyrink Zweifel, ob alle drei Figuren wirklich von einander losgelöst existieren. Auf die Frage nach Athanasius Pernath erhält das Rahmen-Ich folgende Auskunft:
„Wenn ich nicht irre, galt er seinerzeit für verrückt. – Einmal behauptete er, er hieße – warten Sie mal – ja: Laponder! Und dann wieder gab er sich für einen gewissen Charousek aus.“
Die Trias Pernath, Charousek und Laponder sind also verschiedene Facetten und Daseinsformen der Hauptfigur Pernath.
1. Gustav Meyrink – Autor, Exzentriker, Okkultist: Biographische Darstellung des Autors, die sein Leben als Bankier und Okkultist beleuchtet, um den Hintergrund für sein späteres literarisches Schaffen zu liefern.
2. Hintergrundwissen zur jüdischen Tradition von Kabbala und Golem: Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Kabbala sowie der Golemsage, der als theoretische Basis für die nachfolgende Romananalyse dient.
3. Gustav Meyrinks Roman Der Golem: Detaillierte Analyse des Romans, die Entstehungsgeschichte, Gattungsfragen sowie die Untersuchung spezifischer kabbalistischer und jüdischer Motive umfasst.
Gustav Meyrink, Der Golem, Kabbala, Jüdische Mystik, Golem-Sage, Athanasius Pernath, Okkultismus, Esoterik, Sefirot, Tarot, Symbolik, Literaturanalyse, Judentum, Phantastik, Erleuchtung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den jüdischen und kabbalistischen Motiven im Roman "Der Golem" von Gustav Meyrink und setzt diese in Bezug zu den tatsächlichen religiösen Traditionen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Biographie Meyrinks, die theoretischen Hintergründe zur Kabbala und Golem-Tradition sowie die textimmanente Analyse der Symbolik im Roman.
Ziel ist es, Meyrinks Verwendung jüdischer Motive zu untersuchen und zu klären, ob er diese vor einem wissenschaftlich-religiösen Hintergrund verwendet oder primär aus einer esoterischen Perspektive adaptiert.
Die Arbeit verwendet einen textimmanenten Analyseansatz und stützt sich dabei auf biographische Dokumente sowie eine umfangreiche Fachliteratur zur Kabbala und zu Meyrinks Werk.
Der Hauptteil widmet sich der Entstehungsgeschichte des Golems, einer gattungsgeschichtlichen Einordnung des Romans sowie der eingehenden Analyse spezifischer Symbole wie Feuer, Krone, Thron, Henoch und Tarot.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Schlagworte wie Gustav Meyrink, Golem, Kabbala, Jüdische Mystik, Okkultismus und Symbolanalyse.
Das Henoch-Motiv dient im Roman als Symbol für den Aufstieg in höhere Sphären und zeichnet Pernaths Erlösungsweg als visionäre Himmelfahrt vor.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Meyrink eine sehr freie, oft pseudo-kabbalistische Interpretation wählt, die weniger der jüdischen Tradition entspricht als vielmehr seiner eigenen okkulten Ideologie.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

