Masterarbeit, 2010
71 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einführung
2 Zum Autismus
2.1 Grundlagen des Autismus
2.1.1 Historischer Überblick
2.2 Der Autismus als Gegenstand der Psychologie
2.3 Persönliche Erfahrungen
3 Phänomenologie der Wahrnehmung
3.1 Zur Phänomenologie der Wahrnehmung
3.1.1 Phänomenologie der Wahrnehmung und Autismus
3.1.2 Formen von Wahrnehmungen
3.2 Emotionalität und Bewusstsein
3.3 Intentionale Aspekte
4 Ethische Grundhaltung in der Betreuungsarbeit
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die neuropsychologische Diagnostizierbarkeit des infantilen Autismus als Wahrnehmungsstörung philosophisch begründet werden kann. Ziel ist es, ein neues Verständnis für Autismus zu entwickeln, das über gängige Stereotype hinausgeht, und die Rolle einer philosophisch-praktischen Betreuung für die geistige Entwicklung autistischer Kinder zu beleuchten.
3.1 Zur Phänomenologie der Wahrnehmung
Der Begriff ‚Wahrnehmung’ hat sich mittlerweile in der Psychologie eingebürgert. Damit werden fast nur die Umweltreize verbunden, die durch unsere Sinnessysteme die Wahrnehmungsvorgänge organisieren und verarbeiten. Diese Erklärung koppelt die Wahrnehmung vom subjektiven Urteil über das Empfinden des Menschen vollkommen ab. Gerade hier grenzt sich die Psychologie von der Phänomenologie als eine philosophische Strömung ab, die das Urteilsvermögen des Menschen von seiner Wahrnehmung sowie der damit verbundenen Empfindung abhängig macht.
Bereits die alten Griechen setzten Wahrnehmung (aisthêsis), die sie als Einwirken der Dinge auf die Seele auffassten, und Empfindung gleich. Doch sie hielten es für eine Illusion oder sogar einen Irrtum, die Wahrnehmung nicht zuletzt aufgrund ihrer Unmittelbarkeit, Instabilität und Eigenartigkeit als Erkenntnisquelle zu betrachten. Denn Wissen setzt vielmehr Beständigkeit, Unveränderbarkeit und Universalität voraus. Immerhin waren sich die griechischen Philosophen, insbesondere Platon und Aristoteles, darüber einig, dass die Wahrnehmung von besonderer Bedeutung für die menschliche Existenz und Selbsterhaltung sei.
1 Einführung: Diese Einleitung stellt die Problematik der medizinisch-psychologischen Sicht auf Autismus dar und führt in die phänomenologische Perspektive als alternativen Untersuchungsansatz ein.
2 Zum Autismus: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Definition des Autismus und diskutiert aktuelle psychologische Modelle sowie persönliche Erfahrungen in der Betreuung.
3 Phänomenologie der Wahrnehmung: Hier werden philosophische Grundlagen der Wahrnehmung, der Emotionalität und der Intentionalität erarbeitet und auf autistische Wahrnehmungsmuster angewendet.
4 Ethische Grundhaltung in der Betreuungsarbeit: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Miteinanderfühlens und einer ethisch begründeten Begleitung für die Entwicklung autistischer Kinder.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Plädoyer für eine phänomenologisch-reflexive Praxis in der Betreuungsarbeit.
Phänomenologie, Wahrnehmung, Autismus, Infantile Autismus-Spektrum-Störung, Intentionalität, Leiblichkeit, Bewusstsein, Miteinanderfühlen, Identitätsbildung, Pädagogische Betreuung, Sozialisation, Subjektivität, Sinnliche Erfahrung, Entwicklungsstörung, Philosophische Anthropologie
Die Arbeit analysiert Autismus aus einer philosophisch-phänomenologischen Perspektive, anstatt sich primär auf rein medizinisch-biologische oder psychologische Diagnosemodelle zu beschränken.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Wahrnehmung, die Rolle der Leiblichkeit und Intentionalität für das menschliche Bewusstsein sowie die ethische Gestaltung der Betreuungsarbeit von Kindern im Autismus-Spektrum.
Die Forschungsfrage lautet, ob die neuropsychologische Diagnostik von Autismus als Wahrnehmungsstörung philosophisch begründbar ist und wie eine positive geistige Entwicklung hin zu einer autonomen Lebensführung durch eine philosophisch-praktische Betreuung gefördert werden kann.
Die Arbeit nutzt phänomenologische Reflexionsmethoden, um eine Brücke zwischen theoretischer Philosophie und der praktischen, persönlichen Erfahrung in der Betreuung betroffener Kinder zu schlagen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Autismus-Begriffs, eine theoretische Auseinandersetzung mit der Phänomenologie der Wahrnehmung (unter Bezugnahme auf Aristoteles, Descartes und Husserl) sowie eine ethische Reflexion über das „Miteinanderfühlen“ in der pädagogischen Arbeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Phänomenologie, Intentionalität, Wahrnehmung, Autismus-Spektrum, Leiblichkeit, Identitätsbildung und Miteinanderfühlen.
Die Arbeit argumentiert, dass autistisches Verhalten oft eine Reaktion auf die Bedrohung der Identität durch Veränderungen in der Umwelt ist. Eine schwach ausgebildete primäre Identität wird durch das Festhalten an Objekten oder stereotypen Handlungen kompensiert.
Das „Miteinanderfühlen“ dient als ethisches Fundament für die Betreuungsarbeit. Es ermöglicht eine wertvolle intersubjektive Beziehung zwischen Betreuer und Kind, bei der das Erleben des Kindes nicht verdinglicht wird, sondern eine gemeinsame soziale Teilhabe ermöglicht.
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