Examensarbeit, 2010
157 Seiten
Hinführung
Eine Sturzflut an Informationen
A. Medientheorie und Medienentwicklung – »Der Pegel steigt«
1. Zur Theorie der Medien
1.1 Grundlegendes zur Medien- und Kommunikationstheorie
1.1.1 Kommunikations- und Zeichentheorie
1.1.2 Allgemeine Klassifizierung der Medien
1.2 Spezielle Medientheorien
1.2.1 Techniktheorien der Medien
1.2.2 Marshall McLuhan: »Das Medium ist die Botschaft«
1.2.3 Niklas Luhmanns Systemtheorie
1.2.4 Medienökologie und Neil Postman
1.2.5 Pädagogische Medientheorie
2. Zur Entwicklung der Medien
2.1 Mündlichkeit, Schriftlichkeit und sprachbasierte Medien
2.2 Modernisierung und Digitalisierung der Medien
2.3 Die Zukunft der Medien: Mediengesellschaft 2.0
B. Mediensozialisation – Vom »Sturz ins ‚mediale’ Nass« bis zum »Treiben in der Flut«
1. Mediensozialisationsforschung
1.1 Theoretische Grundlagen der Mediensozialisation
1.1.1 Normative Positionen
1.1.2 Allgemeine Sozialisationstheorien und Medien
1.1.3 Wege zu einer eigenständigen Mediensozialisationstheorie
1.2 Mediennutzung und empirische Befunde
1.2.1 Motive der Mediennutzung
1.2.2 Die KIM- und JIM-Studie
2. Neue Medien in Familie und Peergroup
2.1 Neue Medien und Familie
2.1.1 Die Sozialisationsinstanz Familie
2.1.2 Medienkind von Geburt an
2.1.3 Kind sein in der »Multimedia-Familie«
2.1.4 Jugend im Spannungsfeld zwischen Medien und Familie
2.2 Neue Medien und Peergroup
2.2.1 Die Sozialisationsinstanz Peergroup
2.2.2 Mit der Peergroup durch die Welt der Medien
3. Neue Medien in der Freizeit
3.1 Neues Freizeitverhalten durch neue Medien
3.2 Der Fernseher – Leitmedium der Kindheit und Jugend
3.3 Videospiele – PC und Konsole als virtuelle Spielplätze im Kinderzimmer
3.4 Internet und Handy – Kommunikation für jeden und überall
4. Neue Medien und Sprache
4.1 Grundlagen der computervermittelten Kommunikation
4.2 Netzkommunikation und Netzsprache
4.2.1 Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Web
4.2.2 Kommunikationsdienste im Internet: E-Mail, IM und Chat
4.2.3 Dienstübergreifende Merkmale der Netzsprache
4.3 Verfall der Sprache durch computervermittelte Kommunikation?
C. Medienpädagogik – »Das rettende Ufer«?
1. Medienpädagogische Ansätze, Aufgaben und Ziele
1.1 Medienpädagogische Entwicklung und Ansätze
1.2 Aufgaben und Ziele der schulischen Medienpädagogik
1.2.1 Lehrplanbezug und medienpädagogische Grundhaltungen
1.2.2 Schulische Medienerziehung – Sinn und Zweck, Aufgaben und Ziele
2. Die Integration der Medienpädagogik in den Unterricht
2.1 Konzeptionen und Rahmenbedingungen
2.1.1 Medienpädagogische Konzepte und Schulentwicklung
2.1.2 Rahmenbedingungen für erfolgreiche Medienarbeit in der Schule
2.2 Mediendidaktik – Lehren und Lernen mit neuen Medien
2.2.1 Begriffsbestimmung und lerntheoretische Grundlagen
2.2.2 Nutzungspotenziale der Medien und mediendidaktische Konzepte
Ausblick
Untergehen in der Sturzflut der Medien – Eine »Katastrophe«, die abgewendet werden kann
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der immensen Zunahme neuer Medien auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für die Medienpädagogik. Das Hauptziel besteht darin, zu klären, wie erziehende Instanzen wie Schule und Lehrkräfte den medialen Einfluss kompensieren können, um die Medienkompetenz Heranwachsender in einer mediatisierten Gesellschaft zu fördern.
1.1.1 Kommunikations- und Zeichentheorie
Möchte man den Begriff der Medien stark verallgemeinern, so könnte man ein Medium als Vermittlungsinstanz eines Kommunikationsprozesses beschreiben. Man könnte also sagen, dass Kommunikation auf ein Medium als Mittler angewiesen ist. Kommunikation ist wiederrum angewiesen auf Zeichengebrauch eines Senders. Daraus wird gefolgert, dass die Theorie der Kommunikation und der Zeichen eng mit der Bestimmung des Begriffs der Medien zusammenhängen und deren Erläuterung daher einer Auseinandersetzung mit der Medientheorie vorangehen muss.
Mit den ersten technischen Erfindungen zur Kommunikation, wie zum Beispiel dem Funk, wurde auch darüber nachgedacht, was Kommunikation aus theoretischer Perspektive genau sei. Dies führte zu einem einfachen Kommunikationsmodell, auf dem jede weitere kommunikationstheoretische Überlegung aufbaute. Dieses Modell besteht aus einem Sender, einem Empfänger, einer Botschaft und einem Kanal. Letzterem ist die Rolle des Mediums, des Vermittlers, zugetragen (vgl. Böhn/Seidler 2008: 2).
Eine Erweiterung erfuhr das Modell 1960 mit dem Linguisten Roman Jakobson. Er fügte dem Modell zwei weitere Elemente zu und schaffte es somit die Kommunikation zwischen zwei Menschen auf kommunikationstheoretischer Ebene sehr genau zu beschreiben. Zunächst fügte er den Begriff »Kontext« hinzu. Hiermit werden die Rahmenbedingungen einer Kommunikation beschrieben. Diese haben objektiv betrachtet viele Interpretationsmöglichkeiten, je nach dem in welchem Kontext eine Aussage getätigt wird. Ein Beispiel hierfür wäre die gemeinsame deiktische Basis, die Kommunikationspartner nur haben können, wenn sie räumlich nicht getrennt sind. Der zweite neue Begriff ist der des »Kodes«. Der Kode bezeichnet das gemeinsame Zeichensystem, das den Kommunikationspartnern zugrunde liegen muss, damit Kommunikation erfolgreich sein kann. Dies kann eine gemeinsame Sprache oder auch gemeinsames Expertenwissen sein (vgl. Nöth 2000: 105).
A. Medientheorie und Medienentwicklung – »Der Pegel steigt«: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Medientheorien und beleuchtet die geschichtliche Entwicklung von der Mündlichkeit hin zur modernen Mediengesellschaft 2.0.
B. Mediensozialisation – Vom »Sturz ins ‚mediale’ Nass« bis zum »Treiben in der Flut«: Hier wird der Prozess der Mediensozialisation analysiert, wobei der Fokus auf den Einflüssen von Familie und Peergroup sowie den Veränderungen in Freizeitverhalten und Kommunikation liegt.
C. Medienpädagogik – »Das rettende Ufer« ?: Der abschließende Teil diskutiert pädagogische Ansätze, Ziele und Konzepte, um neue Medien erfolgreich und reflektiert in den Schulunterricht zu integrieren.
Mediensozialisation, Medienpädagogik, Medienkompetenz, Digitalisierung, Jugend, Kommunikationstheorie, Familie, Peergroup, Mediennutzung, Schulentwicklung, Mediendidaktik, Internet, Fernsehen, Computer, Informationsgesellschaft
Die Arbeit thematisiert, wie die massive Ausbreitung neuer Medien das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen prägt und welche Aufgaben sich daraus für Erziehende und die Schule ergeben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Medientheorie, der Mediensozialisation in sozialen Kontexten (Familie/Freunde), der Veränderung des Freizeitverhaltens durch digitale Medien sowie der Integration medienpädagogischer Konzepte in den Schulalltag.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule und Lehrkräfte den Einfluss neuer Medien bei Heranwachsenden durch Medienpädagogik kompensieren und in eine konstruktive, medienkompetente Entwicklung überführen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Medientheorien und Sozialisationsforschung sowie der Auswertung empirischer Studien (u.a. KIM- und JIM-Studie) zur Mediennutzung.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, empirische Befunde zur Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen sowie verschiedene Konzepte der Medienpädagogik, die sowohl die Rolle der Familie als auch die didaktische Integration im Unterricht abdecken.
Wichtige Begriffe sind Mediensozialisation, Medienkompetenz, Mediengesellschaft, Medienökologie, Netzkommunikation und Medienpädagogik.
Primäre Instanzen wie die Familie prägen den frühen Kontakt und Umgang mit Medien, während sekundäre Instanzen wie Schule oder Peergroup im Laufe der Adoleszenz an Bedeutung gewinnen, wenn Jugendliche beginnen, Medien zunehmend unabhängig von elterlichen Vorgaben zu nutzen.
Sie besagt, dass Vielseher dazu neigen, die dargestellte Fernsehwelt mit der realen Welt gleichzusetzen, was zu verzerrten Wahrnehmungen, Ängsten und einer problematischeren Einschätzung der Lebenswirklichkeit führen kann.
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