Diplomarbeit, 2004
90 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Analyse der Aufgabenstellung
1.3 Gliederung der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Referenzanwendung Inverses Pendel
2.1.1 Prinzip
2.1.2 Anwendung und Bedeutung
2.2 Aufbau des Regelsystems
2.2.1 Modellierung
2.2.2 Stabilität
2.2.3 Steuerbarkeit
2.2.4 Beobachtbarkeit
2.3 Verfahren zum Reglerentwurf
2.3.1 PI-Mehrgrößenregler
2.3.2 Polvorgabe
2.3.3 LQR-Entwurf
2.4 Verfahren zur Zustandsschätzung
2.4.1 Luenberger-Beobachter
2.4.2 Kalman-Filter
2.5 Sensorik
2.5.1 Winkel
2.5.2 Position
2.6 Antrieb
3 Inverse Pendel im Vergleich
3.1 Bauformen
3.2 Realisierungsbeispiele
3.2.1 Inverses Pendel - Fertigstellung eines Versuchsaufbaues und Programmierung einer Echtzeit-Regelung
3.2.2 Universität Bremen, Schwerpunktlabor Regelungstechnik - Laborversuch Pendel
3.2.3 Nichtlineare Regelung eines Inversen Pendels mit begrenztem Fahrweg
3.2.4 Sichere manuelle Regelung instabiler Systeme
3.2.5 Stabilisierung eines Inversen Pendels mit einem redundanten Roboter
3.3 Fazit der Recherche
4 Elektromechanischer Aufbau
4.1 Mechanik
4.2 Sensorik
4.3 Antrieb
4.4 FPGA-Board
5 Modellbildung
5.1 Herleitung der Systemgleichungen
5.2 Anpassung an den Schrittmotor
5.3 Linearisiertes Modell im Zustandsraum
5.4 Analyse der Modelleigenschaften
5.4.1 Stabilität des Modells
5.4.2 Steuerbarkeit des Modells
5.4.3 Beobachtbarkeit des Modells
6 Reglerentwurf
6.1 Einstellung des LQ-Reglers
6.2 Einstellung des Kalman-Filters
6.3 Aufschwing- und Fangalgorithmus
6.4 Simulation
6.4.1 Matlab vs. VHDL-AMS
6.4.2 Verhalten des LQ-Reglers
6.4.3 Verhalten der Regelung mit Kalman-Filter
6.4.4 Aufschwingen und Fangen
6.5 Konsequenzen für die Realisierung
7 Implementierung
7.1 Besonderheiten des Hardware-Entwurfs
7.2 Systempartitionierung und Entwurfsstrategie
7.3 Teilkomponenten
7.3.1 Schrittzähler und Ansteuerung
7.3.2 Logik für Steuerflags
7.3.3 Steuerungsautomat
7.3.4 Nutzung des Hardware-Moduls Kalman-Filter
7.4 Modifizierung des Kalman-Filters
7.4.1 Parametrisierung
7.4.2 Schnittstelle
7.4.3 Rechenablauf
7.4.4 Algorithmus des steady-state Kalman-Filters
7.4.5 Speicherbelegung
7.5 Probleme
7.5.1 Aufschwing- und Fangalgorithmus
7.5.2 Feineinstellung des Fangalgorithmus
7.5.3 Drift des Nullwinkels
8 Schluss
8.1 Zusammenfassung
8.2 Ergebnisse
8.3 Ausblick
A Details zum Projekt
A.1 Kurzdokumentation
A.2 Datei- und Verzeichnisstruktur
A.3 Simulationsresultate
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und praktische Demonstration einer rein hardwarebasierten Regelung für ein inverses Pendel unter Verwendung eines FPGA-Prototypenboards. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie klassische Regelungsalgorithmen wie der LQR-Entwurf und die Zustandsschätzung mittels Kalman-Filter direkt in dedizierter Hardware implementiert werden können, um eine effiziente und miniaturisierte Lösung ohne den Einsatz von Software oder Mikroprozessoren im laufenden Betrieb zu realisieren.
2.1.1 Prinzip
Wer hat als Kind nicht auch schon versucht, einen Besenstiel auf der Handfläche zu balancieren? Um den Stab aufrecht zu halten, musste dieser ständig beobachtet und die Position der Hand entsprechend korrigiert werden. Was der Mensch schon relativ früh intuitiv beherrscht, ist für Maschinen oder Roboter hingegen eine große Herausforderung. Schließlich muss dazu den vergleichsweise ”unerfahrenen“ Computern bzw. Schaltkreisen erst einmal die Physik eines umgekehrten Pendels und die zur Balance dessen nötigen Bewegungen beigebracht werden.
Diese auch als ”broom balancing“ oder Inverses Pendel bekannte Stabilisierungsaufgabe ist sowohl eines der bedeutendsten als auch anschaulichsten klassischen Probleme der Regelungstechnik. Der mechanische Aufbau besteht dabei aus einem horizontal frei beweglichen Wagen auf einer Schiene, an dem drehbar ein Stab mit einem Freiheitsgrad angebracht ist (Bild 2.1). Aufgabe der Regelung ist es, das Pendel durch eine geeignete Ansteuerung des Schlittens in der aufrechten Position balanciert zu halten. Außerdem soll die Wagenposition vorgegeben werden können. Da mit diesen Vorgaben ein nichtlineares, instabiles und unteraktuiertes System im regelungstechnischen Sinne vorliegt, ist dies eine überaus anspruchsvolle Aufgabe.
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation für Hardware-Regelungen am Beispiel des inversen Pendels und definiert die Aufgabenstellung sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Grundlagen: Vermittelt das theoretische Basiswissen über das inverse Pendel sowie Methoden zur Modellbildung, Reglerentwürfe und Verfahren zur Zustandsschätzung wie den Kalman-Filter.
3 Inverse Pendel im Vergleich: Analysiert und vergleicht bestehende Realisierungsbeispiele aus der Literatur, um Anforderungen an den eigenen mechanischen Aufbau und die Regelung abzuleiten.
4 Elektromechanischer Aufbau: Dokumentiert die physische Konstruktion des Demonstrators inklusive Mechanik, Sensorik, Antrieb und die Einbindung des FPGA-Boards.
5 Modellbildung: Herleitung der mathematischen Systemgleichungen und Überführung in ein linearisiertes Zustandsraummodell zur Vorbereitung des Reglerentwurfs.
6 Reglerentwurf: Behandelt die Parametrisierung von LQ-Regler und Kalman-Filter sowie die Simulation des Aufschwing- und Fangverhaltens.
7 Implementierung: Detaillierte Beschreibung der VHDL-Implementierung auf dem FPGA, der Systempartitionierung und der spezifischen Hardware-Module sowie Problemlösungen.
8 Schluss: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Erweiterungen, insbesondere im Bereich der optischen Erfassung.
Inverses Pendel, Hardware-Regelung, Kalman-Filter, FPGA, LQR, LQG, Regelungstechnik, Zustandsschätzung, Schrittmotor, Mikroelektronik, Systemidentifikation, Echtzeitregelung, MATLAB, VHDL, Hardware-Implementierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Realisierung einer rein hardwarebasierten Regelung für ein inverses Pendel, wobei ein FPGA als Zielplattform dient.
Die zentralen Felder umfassen die mathematische Modellbildung, den Entwurf von Regelungsalgorithmen, die Zustandsschätzung mittels Kalman-Filter sowie die Implementierung dieser Verfahren in VHDL auf einem FPGA.
Das primäre Ziel ist der Nachweis der Leistungsfähigkeit von Hardware-Systemen zur Regelung instabiler Prozesse durch einen funktionsfähigen, miniaturisierten Demonstrator.
Es werden klassische Methoden der Regelungstechnik verwendet, insbesondere der LQ-Regler-Entwurf, Kalman-Filter zur Zustandsschätzung und die Systembeschreibung im Zustandsraum.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte mathematische Modellierung, die Konzeption der Regler, die Beschreibung des elektromechanischen Aufbaus und die spezifische Implementierung der Hardware-Logik im FPGA.
Wichtige Schlagworte sind Inverses Pendel, FPGA, Kalman-Filter, LQR, LQG und Hardware-Regelung.
Durch einen speziellen Aufschwingalgorithmus, der periodische Energiezufuhr durch Wagenbewegungen nutzt, um das Pendel aus der Ruhelage in die aufrechte Position zu bewegen.
Der Kalman-Filter wird als linearer Beobachter eingesetzt, um aus verrauschten Messsignalen den Zustand des Pendels präzise zu rekonstruieren, was für die Stabilität der Regelung essenziell ist.
Es wurde ein Schrittmotor aus einem Tintenstrahldrucker verwendet, da dieser die digitale, diskrete Ansteuerung der Hardware-Regelung direkt unterstützt.
Es konnte gezeigt werden, dass durch die statische Steady-State-Variante des Kalman-Filters und effiziente Matrizenberechnung eine Echtzeit-Stabilisierung auf einem FPGA mit moderater Ressourcenauslastung möglich ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

