Magisterarbeit, 2010
107 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit zielt darauf ab, den Verstehensprozess in der Kommunikation aus einer theorieorientierten Perspektive zu beleuchten. Im Mittelpunkt steht dabei die Rolle des Hörers und die Prozesse, die er im Akt des Verstehens durchläuft.
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in das Thema „Sprechaktverstehen“ und stellt die Relevanz des Verstehensprozesses in der alltäglichen Kommunikation heraus.
Teil I beschäftigt sich mit dem Verstehensprozess selbst. Es werden grundlegende Begriffe wie „Verstehen“ und „Sinn sprachlicher Ausdrücke“ definiert und die Sprechakttheorie nach Austin und Searle als theoretisches Fundament eingeführt. Die einzelnen Teilakte eines Sprechaktes werden vorgestellt und in Analogie zu den Teilakten des Verstehens gesetzt.
Weiterhin werden die Bereiche „Verstehen der Lokution“ und „Verstehen der Illokution und Perlokution“ genauer beleuchtet, wobei die Konzepte der Sprachwahrnehmung, der syntaktischen Rezeption und der Proposition sowie der Sprecherbedeutung und Sprechaktbedeutung im Fokus stehen. Das Kooperationsprinzip und die Konversationsmaximen nach Grice werden erörtert, und die Rolle von Implikaturen und Umdeutungsverfahren im Verstehensprozess wird untersucht.
Teil II widmet sich den Voraussetzungen und Einflussfaktoren des Verstehensprozesses. Dabei werden die Bedeutung von Kontextualisierung und verstehensrelevantem Wissen sowie die Rolle der Wissensrepräsentation und der Inferenzbildung behandelt.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Sprechaktverstehen, der Rolle des Hörers im Kommunikationsprozess, der Sprechakttheorie, der Teilakte des Verstehens, der Kontextualisierung, dem verstehensrelevanten Wissen, der Frame-Theorie und den Inferenzen.
Die Sprechakttheorie (nach Austin und Searle) betrachtet sprachliche Äußerungen als Handlungen. Man unterscheidet dabei Lokution (Sagen), Illokution (Absicht) und Perlokution (Wirkung).
Der Hörer vollzieht aktive Verstehens-Teilakte. Er muss nicht nur die Wörter erkennen, sondern auch die Absicht des Sprechers und den Kontext interpretieren, um die Äußerung korrekt zu verstehen.
Implikaturen sind Bedeutungsanteile, die ein Sprecher andeutet, ohne sie explizit auszusprechen. Der Hörer erschließt diese durch das Kooperationsprinzip und Konversationsmaximen.
Frames sind Wissensstrukturen (Schemata), die typische Situationen oder Objekte repräsentieren. Sie helfen dem Hörer, Informationen einzuordnen und Lücken im Gesagten durch Hintergrundwissen zu füllen.
Das sind Hinweise (wie Intonation, Mimik oder Wortwahl), mit denen der Sprecher dem Hörer signalisiert, welcher Kontext oder welches Wissen zur Interpretation der Nachricht nötig ist.
Der Hörer muss erst die sprachliche Form verstehen (Lokution), dann die kommunikative Absicht erkennen (Illokution) und schließlich die beabsichtigte Reaktion verarbeiten (Perlokution).
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