Diplomarbeit, 2010
84 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit
2 Die Orientierung des Managers am Shareholder-Value
2.1 Der Shareholder-Value-Ansatz
2.2 Der Stakeholder-Value-Ansatz
2.3 Die integrative Sichtweise
3 Die Grundlagen der Principal-Agent-Theorie
3.1 Die Principal-Agent-Theorie und das Verhältnis zwischen Manager und Eigentümern
3.2 Das Problem der Principal-Agent-Beziehung bei Informationsasymmetrie
3.3 Die Lösung des Agency-Problems
3.4 Die Anforderungen an das Anreizsystem
3.4.1 Die Anforderung an die Bemessungsgrundlage
3.4.2 Die Anforderung an die Entlohnungsfunktion
4 Die Komponenten des finanziellen Anreizsystems
4.1 Die Entlohnungsfunktion
4.1.1 Die traditionelle Entlohnungsfunktion
4.1.2 Die Bonusbank
4.2 Die Bemessungsgrundlage
4.2.1 Thematische Einführung
4.2.2 Kennzahlenorientierte Bemessungsgrundlagen
4.2.2.1 Traditionelle Ergebniskennzahlen zur Managemententlohnung
4.2.2.1.1 Die Managemententlohnung auf Basis des Gewinns
4.2.2.1.1.1 Allgemeine Darstellung des Gewinns
4.2.2.1.1.2 Überprüfung des Gewinns auf Erfüllung der Anforderungen an die Bemessungsgrundlage
4.2.2.1.2 Die Managemententlohnung auf Basis der Gesamt- und Eigenkapitalrentabilität
4.2.2.1.2.1 Allgemeine Darstellung der Gesamt- und Eigenkapitalrentabilität
4.2.2.1.2.2 Überprüfung der Gesamtkapital- und Eigenkapitalrentabilität auf Erfüllung der Anforderungen an die Bemessungsgrundlage
4.2.2.2 Wertorientierte Ergebniskennzahlen zur Managemententlohnung
4.2.2.2.1 Allgemeine Darstellung des Residualgewinns
4.2.2.2.2 Überprüfung des Residualgewinns auf Erfüllung der Anforderungen an die Bemessungsgrundlage
4.2.2.2.3 Die Managemententlohnung auf Basis des Economic Value Added (EVA)
4.2.2.2.3.1 Allgemeine Darstellung des Economic Value Added (EVA)
4.2.2.2.3.2 Überprüfung des Economic Value Added (EVA) auf Erfüllung der Anforderungen an die Bemessungsgrundlage
4.2.2.2.4 Die Managemententlohnung auf Basis des Earnings less Riskfree Interest Charge (ERIC)
4.2.2.2.4.1 Allgemeine Darstellung des Earnings less Riskfree Charge (ERIC)
4.2.2.2.4.2 Überprüfung des Earnings less Riskfree Interest Charge (ERIC) auf Erfüllung der Anforderungen an die Bemessungsgrundlage
4.2.3 Aktienorientierte Bemessungsgrundlagen
4.2.3.1 Thematische Einführung
4.2.3.2 Die Managemententlohnung auf Basis des Aktienoptionsplans
4.2.3.2.1 Allgemeine Darstellung des Aktienoptionsplans
4.2.3.2.2 Überprüfung des Aktienoptionsplans auf Erfüllung der Anforderungen an die Bemessungsgrundlage
4.2.3.3 Die Managemententlohnung auf Basis des Aktienplans
4.2.3.3.1 Allgemeine Darstellung des Aktienplans
4.2.3.3.2 Überprüfung des Aktienplans auf Erfüllung der Anforderungen an die Bemessungsgrundlage
5 Die weltweite Finanzkrise
5.1 Die Managemententlohnungkonzepte als Mitauslöser der Finanzkrise
5.2 Die Lehren aus der Finanzkrise und die daraus resultierenden Forderungen
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie finanzielle Anreizsysteme für Manager so gestaltet werden können, dass sie eine nachhaltige Unternehmenswertsteigerung im Sinne der Eigentümer fördern und potenzielle Fehlanreize vermeiden, die zur weltweiten Finanzkrise beigetragen haben.
3.2 Das Problem der Principal-Agent-Beziehung bei Informationsasymmetrie
Es ist bekannt, dass die Delegation von Entscheidungsbefugnissen zu Informationsasymmetrien führt, woraus sich für die Eigentümer bestimmte Probleme ergeben. Ein Problem erwächst aus der Tatsache, dass die Eigentümer weder den tatsächlich eingetretenen Umweltzustand noch das Anstrengungsniveau des Managers unmittelbar beobachten können und dass die Kosten für eine Kontrolle zu hoch wären. Diese Form der Informationsasymmetrie aufgrund der Unbeobachtbarkeit der gewählten Anstrengung des Managers wird als Hidden Action bezeichnet. Die Eigentümer können kaum beurteilen, ob die Quantität bzw. Qualität des Ergebnisses von dem Verhalten des Managers, d. h. von seinem Fleiß, von seiner Anstrengung und von seiner Sorgfalt bestimmt wird oder ob es auf einen Umweltzustand, wie zum Beispiel die Marktentwicklung, zurückzuführen ist. Somit besteht zwischen dem Ergebnis der Aufgabendurchführung und dem Managerverhalten kein eindeutiger Zusammenhang.
Dadurch, dass die Eigentümer nicht direkt auf das Verhalten des Managers schließen können, resultiert die Gefahr des Moral Hazard. Damit ist gemeint, dass der Manager die ihm gewährten Freiheiten und seinen Informationsvorsprung ausnutzt, um seinen eigenen Nutzen zu maximieren. Da dieser Nutzen oft in einer positiven Beziehung zu der Unternehmensgröße steht, existiert unter anderem der Anreiz suboptimaler Investitionsentscheidungen. So kann der Manager auf der einen Seite Investitionsentscheidungen treffen, die für die Eigentümer wertvernichtend sind. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, solche Investitionen zu unterlassen, die für die Anteilseigner Wert schaffen, jedoch für den Manager nachteilig wären.
Natürlich sollte das Ziel sein, derartige Projekte zu realisieren, die für die Eigentümer ein höheres finanzielles Ergebnis liefern. Dieses Ergebnis ist umso höher, je mehr sich der Manager bei der Aufgabendurchführung anstrengt, wobei dies bei ihm einen steigenden Disnutzen verursacht. Daher müssen ihn die Eigentümer für seine Arbeitsleistung entlohnen. Grundsätzlich ist der Manager jedoch an einem geringen Arbeitseinsatz und an einer hohen Entlohnung interessiert, während der Eigentümer einen hohen Arbeitseinsatz einfordert und versucht, die Entlohnung gering zu halten. Es kommt somit zu einem Interessenkonflikt zwischen Eigentümer und Manager, dem sogenannten Agency-Problem.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der Prinzipal-Agent-Beziehung dar und erläutert das Ziel der Arbeit, Fehlanreize in Managementvergütungssystemen aufzudecken.
2 Die Orientierung des Managers am Shareholder-Value: Das Kapitel vergleicht den Shareholder-Value-Ansatz mit dem Stakeholder-Value-Ansatz und zeigt die Abhängigkeiten beider Konzepte auf.
3 Die Grundlagen der Principal-Agent-Theorie: Hier wird der theoretische Rahmen für Interessenkonflikte zwischen Managern und Eigentümern sowie die Anforderungen an ein anreizkompatibles System definiert.
4 Die Komponenten des finanziellen Anreizsystems: Dieses Kapitel analysiert detailliert verschiedene Entlohnungsfunktionen und Bemessungsgrundlagen (Gewinn, Rentabilität, EVA, ERIC, Aktien) auf ihre Eignung.
5 Die weltweite Finanzkrise: Die Untersuchung beleuchtet, wie fehlerhafte Managementvergütungskonzepte als Mitauslöser der Finanzkrise fungierten und bewertet aktuelle gesetzliche Reaktionen.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für ERIC als anreizkompatible Alternative in der Managemententlohnung.
Anreizsysteme, Shareholder-Value, Principal-Agent-Theorie, Managemententlohnung, Informationsasymmetrie, Moral Hazard, Anreizkompatibilität, Bemessungsgrundlage, Unternehmenswert, EVA, ERIC, Finanzkrise, Vorstandsvergütung, Wertorientierung, Unterinvestitionsproblematik.
Die Arbeit untersucht, wie finanzielle Anreizsysteme gestaltet sein müssen, um Manager zu einer langfristigen Unternehmenswertsteigerung zu motivieren und Interessenkonflikte zwischen Management und Eigentümern zu minimieren.
Die zentralen Felder umfassen die Principal-Agent-Theorie, die methodische Gestaltung von Vergütungsfunktionen und die Prüfung verschiedener Leistungskennzahlen auf ihre Manipulationsfreiheit und Anreizwirkung.
Ziel ist es, Schwachstellen in praxisüblichen Vergütungssystemen zu identifizieren, die zu Fehlanreizen und zur Finanzkrise beigetragen haben, und Lösungsansätze wie die Kennzahl ERIC vorzuschlagen.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung der Anforderungen an Anreizsysteme, ergänzt durch die Analyse praxisorientierter Kennzahlen und Beispiele für deren Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen.
Der Hauptteil analysiert die Entlohnungsfunktionen, die Bonusbank sowie die Eignung verschiedener Bemessungsgrundlagen wie Gewinn, ROI, ROE, EVA und ERIC anhand zahlreicher Unternehmensbeispiele.
Kernbegriffe sind Agency-Problem, Anreizkompatibilität, Informationsasymmetrie, Wertorientierung und Shareholder-Value.
Der Gewinn erfüllt nicht das Prinzip der Barwertidentität, da kalkulatorische Eigenkapitalzinsen vernachlässigt werden, was Manager dazu motiviert, wertvernichtende Projekte zu wählen.
Der Autor kritisiert das Gesetz als wenig effektiv, da es lediglich alte Probleme neu verpacke und keine greifbaren Kriterien für eine echte Anreizkompatibilität liefere.
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