Magisterarbeit, 2008
101 Seiten, Note: 2,3
1 Erläuterungen zum Gegenstand der Arbeit-
Der Zusammenhang zwischen Tod, Trauer und Ritual – zur Legitimation der Trauerrituale als Beispiel für die gesellschaftskonstituierende Funktion des Rituals
1.1 Zum Umgang mit dem Tod als gesellschaftliches Fakt
1.2 Struktur und Leistung dieser Arbeit
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Der status quo im modernen Deutschland
2.2 Der Begriff der Säkularisierung
2.2.1 Definitorischer Bezugsrahmen
2.2.2 Säkularisierung als gesellschaftliche Dynamik
2.3 Der Begriff der Individualisierung
3 Das Konstrukt Ritual als Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung
3.1 Einführung in die Begrifflichkeiten
3.1.1 Geschichte der Forschung
3.1.2 Definitionen
3.2 Die verstehende Soziologie als wissenschaftstheoretischer Bezugsrahmen für das Konstrukt Ritual
3.2.1 Das Lebensweltverständnis am Bespiel der Konzeption von A.Schütz
3.2.2 Funktionen/Aufgaben der Rituale in der Gesellschaft
3.2.3 Konstitution der Rituale im Alltag
3.2.3.1 Funktionsvarianten der Rituale in der sozialen Wirklichkeit
3.2.3.2 Alltagsdimensionen des Rituals
3.3 Funktion und Darstellung von Trauerritualen im gesellschaftlichen Alltag
3.3.1 Einleitung
3.3.2 Traueruniversalien
3.3.2.1….nach Worden
3.3.2.2....nach Firth
4 Begräbnis- und Trauerrituale im Spiegel der Zeit
4.1 Begräbnis und Trauerrituale im Mittelalter
4.1.1 Einführende Erläuterungen zur Herangehensweise an historisches Textmaterial - zum Zusammenhang von Kommunikation und Ritualen im Mittelalter
4.1.2 Präsenz des Todes in der Gesellschaft
4.1.3 Elemente des momento morii
4.1.3.1 Bestimmung des Seelenheiles schon im Diesseits
4.1.3.2 Das Testament
4.1.3.3 Der Sterberitus
4.1.3.4 Bestattungsorte
4.1.4 Eine Darstellung des gesellschaftlicher Wandel am Beispiel der Friedhöfe
4.1.5 Wandel bei den Gräbern
4.2 Begräbnis – und Trauerrituale in der Moderne
4.2.1 Darstellung des modernen Begräbnisritus
4.2.2 Entwurzelung durch Todesverdrängung?
4.2.2.1 Gesellschaftliche Fakten, die für die Verdrängungsthese sprechen
4.2.2.2 Kritik an der Verdrängungsthese
5 Bearbeitung der thanatologischen Literatur
5.1 Vorangehende Überlegungen
5.1.1 Definitorische Grundlage
5.1.2 Vorgehensweise
5.1.2.1 Textbearbeitung
5.2 Die Bedeutung der Zeit für die Durchführung von Trauerritualen
5.2.1 Leben nach dem Tod eines Partners – Bewältigungsrituale
5.2.1.1 Death Narratives
5.2.1.2 Erschaffung virtueller Welten, imaginärer Persönlichkeiten
5.2.2 Resümee
5.3 Die Bedeutung der Sprache oder das Thematisieren als Ritual am Beispiel verwaister Eltern
5.3.1 Kommunikation als Grundlage des innerfamiliären Zusammenlebens
5.3.2 In medias res: Die Rolle der Kommunikation bei Trauer- und Sterberitualen. Inwieweit spielt Kommunikation tatsächlich eine Rolle bei den Trauer- und Sterberitualen?
5.3.2.1 C. Ellis
5.3.2.2 G. Riches und P. Dawson
5.3.2.3 T. Walter
5.3.2.4 M. Stroebe – Kritik an Walter
5.3.2.5 I. Burkitt
5.3.2.6 A. Giddens
5.3.2.7 K. Talbot
5.3.3 Geschlechtsspezifisches Kommunikationsverhalten in der Trauerarbeit am Beispiel des Todes eines Kindes
5.4 Bedeutung von Trauerritualen im kulturspezifischen Kontext
5.4.1 Die Auswirkung der Gesellschaftsform auf die Aspekte des Trauerns
5.4.2 Trauer in der Migration – Der Verlust der Lebenswelt
5.4.3 Ansätze eines interkulturellen Trauermodells
5.4.4 Zusammenfassung
6 Die Arbeit abschließende Überlegungen
7 Literaturangaben
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Bedeutung des Ritualbegriffs in der Moderne, wobei Trauerrituale als zentrales Fallbeispiel dienen. Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie Rituale den Alltag konstituieren und inwiefern sie in einer säkularisierten, individualisierten Gesellschaft noch als hilfreiche Unterstützung zur Trauerbewältigung für Hinterbliebene fungieren können.
4.1.3.3 Der Sterberitus
Da der Tod und das Sterben im Mittelalter so alltäglich und Bestandteil des öffentlichen Lebens waren, wurde auch das Sterben an sich zum Teil eines öffentlichen Ritus (ars moriendi). Die Bestandteile des eigentlichen Sterberitus sollen im Folgenden aufgezeigt werden. Es gilt dabei zu berücksichtigen, dass es sich um eine Zusammenfassung verschiedener Autoren handelt, die Bestandteile sind jedoch die selben, nur die Abfolge ist je nach je Quelle marginal unterschiedlich.
Im christlichen Mittelalter erleichtert es die Öffentlichkeit jedem Beteiligten seinen angestammten Platz im Ritual des Sterbens oder des Begleitens zu finden. Gespräche unter vier Augen wechseln mit Versammlungen. Im Zentrum steht das angestrebte Beispiel des christlichen Sterbens. Riten und Zeremonien helfen den Beteiligten, über Verlegenheit, Beklemmung und Trauer hinwegzukommen. Selbst wenn vor Trauer die Stimme versagt, verbinden die rituellen Gesten und die Menschen wissen, was gemeint ist, und sehen, dass ihrer aller Stimmung auch ohne Worte ausgedrückt werden kann. Der Verhaltenskodex ist von klein auf eingeübt; durch die Beengtheit des Raumes und auch durch die schon erwähnte Häufigkeit des Todes ist das Ritual internalisiert. Berichte und Geschichten von Heiligen und dem Sterben Christi bestärken den ritualisierten Ablauf. Generell kann davon ausgegangen waren, dass sich die Rituale in den verschiedenen Schichten der mittelalterlichen Gesellschaft nicht von einander unterschieden haben. Wohl wurde mit äußeren Zeichen auf den irdischen Reichtum hingewiesen, der Ablauf aber war derselbe, nur der Ausbau der Riten unterschied sich bei Arm und Reich.
1 Erläuterungen zum Gegenstand der Arbeit-: Diese Einleitung führt in die Problematik des Zugangs der Sozialwissenschaften zum Thema Tod ein und legitimiert die Wahl von Trauerritualen als Beispiel für die gesellschaftsbildende Funktion von Ritualen.
2 Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel analysiert die Begriffe Säkularisierung und Individualisierung im Kontext der modernen deutschen Gesellschaft und deren Einfluss auf die Bedeutung von Religion und ritueller Praxis.
3 Das Konstrukt Ritual als Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung: Hier wird das Ritual als soziologisches Forschungsobjekt verortet, wobei insbesondere die verstehende Soziologie nach A. Schütz und die alltagsgestaltende Dimension von Ritualen beleuchtet werden.
4 Begräbnis- und Trauerrituale im Spiegel der Zeit: Dieser Abschnitt kontrastiert das mittelalterliche, sakral geprägte Verständnis von Tod und Sterben mit der individualistisch geprägten Moderne und diskutiert die umstrittene Verdrängungsthese.
5 Bearbeitung der thanatologischen Literatur: Der Hauptteil bietet eine literaturbasierte Analyse, wie zeitliche Abläufe, Kommunikation und kulturspezifische Faktoren (insb. bei Migranten) als Rituale zur effektiven Trauerbewältigung fungieren.
6 Die Arbeit abschließende Überlegungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Rituale trotz gesellschaftlicher Säkularisierung ihre stabilisierende Funktion behalten haben, die Trauerbewältigung in der Moderne jedoch zunehmend individualisiert ist.
7 Literaturangaben: Ein umfassendes Verzeichnis der in der Magisterarbeit verwendeten primären und sekundären Quellen.
Rituale, Trauerrituale, Tod, Trauerarbeit, Säkularisierung, Individualisierung, Soziologie, Kommunikation, Sterberitus, Bestattungskultur, Thanatologie, Gesellschaftswandel, Kulturspezifik, Migration.
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Rolle und Bedeutung von Ritualen, wobei sie sich explizit auf den Themenkomplex Tod und Trauer konzentriert, um den Wandel von der prämodernen zur modernen Gesellschaft abzubilden.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Ritualbegriffs, die Auswirkungen gesellschaftlicher Säkularisierung und Individualisierung auf den Umgang mit dem Tod sowie die Wirksamkeit von Trauerritualen als Instrumente zur Trauerbewältigung.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit Trauerrituale in der modernen, individualisierten Gesellschaft noch als strukturgebende Hilfe für die Trauerarbeit der Hinterbliebenen dienen können.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-soziologischen Ansatz (u.a. systemtheoretisch und verstehende Soziologie) in Kombination mit einer systematischen Aufarbeitung und Analyse thanatologischer Fachliteratur.
Im Hauptteil werden vor allem die Aspekte der Zeit, der Kommunikation als ritueller Akt und die Bedeutung des kulturspezifischen Kontextes für erfolgreiche Trauerprozesse herausgearbeitet.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ritualsoziologie, Sterbe- und Begräbniskultur, Identitätskonstitution, Trauerarbeit, gesellschaftliche Transformation und interkulturelle Perspektiven beschreiben.
Da der Tod ein nicht direkt erfahrbares Ereignis ist, ersetzt die Kommunikation – sei es durch Erzählungen (Death Narratives) oder Gespräche – die verloren gegangenen, traditionellen institutionellen Rituale, um das Erlebte in die neue Lebensrealität zu integrieren.
Migranten erleben oft einen Konflikt zwischen internalisierten Traditionen ihrer Herkunftskultur und den normativen Erwartungen des Aufnahmelandes, was dazu führen kann, dass Trauerrituale als nicht hilfreich oder sogar als belastend empfunden werden.
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