Masterarbeit, 2019
84 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. DIE MARQUISE VON O...: FORSCHUNG UND LESARTEN
2.1 EXISTENTIALISMUS
2.2 GESELLSCHAFTSKRITIK
2.2.1 TRADITIONELLE GESCHLECHTERROLLEN ODER GENDER TROUBLES?
2.2.2 JURISTISCHER GRENZFALL
2.2.3 BÜRGERLICHES SELBSTVERSTÄNDNIS UND SCHAM ALS MOTOR DER HANDLUNG
2.3 PSYCHOANALYSE
2.4 (FEHLGESCHLAGENE) KOMMUNIKATION UND (NICHT-)WISSEN
3. (METHODISCHE) VORBEMERKUNGEN ZU BÜHNENBEARBEITUNGEN
3.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
3.2 FORMALE MERKMALE VON BÜHNENBEARBEITUNGEN
3.2.1 GATTUNGSWECHSEL
3.2.2 INTERTEXTUELLES POTENTIAL
3.2.3 ERZÄHLINSTANZEN
3.3 „ROMANBOOM“: GRÜNDE UND MÖGLICHKEITEN
4. BÜHNENBEARBEITUNGEN KLEISTS DIE MARQUISE VON O...
4.1 FERDINAND BRUCKNER
4.2 ARMIN PETRAS
4.3 TANJA WEIDNER
4.4 WEITERE BÜHNENBEARBEITUNGEN
5. VORHABEN
5.1 VORGEHEN AUF FORMALER EBENE
5.2 VORGEHEN AUF INHALTLICHER EBENE
6. EIGENE BEARBEITUNG DIE MARQUISE VON O...
7. FAZIT
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, eine neue Bühnenfassung von Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O...“ zu entwickeln, die den Stoff für eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit den Themen Sexismus, Machtmissbrauch und patriarchalen Strukturen nutzt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Novelle durch die Integration dokumentarischer Zitate und eine spezifische formale Bearbeitung heute künstlerisch aktualisiert werden kann, ohne den historischen Kern des Textes zu negieren.
1. AKT
KOMMANDANT
Als der Krieg plötzlich die Gegend um M... mit den Truppen fast aller Mächte und auch mit russischen erfüllte, war die Zitadelle bald von deren Truppen schon berennt, und aufgefordert, sich zu ergeben. Ich muss mich nunmehr verhalten, als ob meine Familie nicht vorhanden wäre.
MARQUISE
Die Marquise kam, mit ihren beiden Kindern, auf den Vorplatz des Schlosses, wo die Schüsse schon, im heftigsten Kampf, durch die Nacht blitzten, und sie, besinnungslos, wohin sie sich wenden solle, wieder in das brennende Gebäude zurückjagten. Hier, unglücklicher Weise, begegnete ihr, da sie eben durch die Hintertür entschlüpfen wollte, ein Trupp feindlicher Scharfschützen, der, bei ihrem Anblick, plötzlich still ward, die Gewehre über die Schultern hing, und sie, unter abscheulichen Gebärden, mit sich fortführte. Vergebens rief sie um Hülfe.
GRAF F
Man schleppte sie in den hinteren Schlosshof, wo sie eben, unter den schändlichsten Misshandlungen, zu Boden sinken wollte, als, von dem Zetergeschrei der Dame herbeigerufen, ein russischer Offizier erschien, und die Hunde, die nach solchem Raub lüstern waren, mit wütenden Hieben zerstreute.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, gesellschaftliche Diskurse wie Sexismus und Machtmissbrauch im Theater zu thematisieren, und begründet die Auswahl von Kleists Novelle als besonders aktuellen Stoff.
2. DIE MARQUISE VON O...: FORSCHUNG UND LESARTEN: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über existentialistische, gesellschaftskritische und psychoanalytische Ansätze sowie über die Forschung zu Kommunikation und Nicht-Wissen in der Novelle.
3. (METHODISCHE) VORBEMERKUNGEN ZU BÜHNENBEARBEITUNGEN: Hier werden Begriffe definiert und formale Merkmale wie Gattungswechsel und Erzählinstanzen erläutert, ergänzt durch eine Analyse des aktuellen „Romanbooms“ auf deutschen Bühnen.
4. BÜHNENBEARBEITUNGEN KLEISTS DIE MARQUISE VON O...: Es erfolgt eine Analyse der Bearbeitungen von Ferdinand Bruckner, Armin Petras und Tanja Weidner sowie weiterer Inszenierungen, um die Notwendigkeit einer eigenen Neufassung abzuleiten.
5. VORHABEN: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen für die eigene Dramatisierung, wobei der Fokus auf der formalen Gestaltung und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Machtverhältnissen liegt.
6. EIGENE BEARBEITUNG DIE MARQUISE VON O...: Dieser Teil präsentiert den vollständigen, für die Bühne adaptierten Dramentext.
7. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse der theoretischen Analyse zusammen und reflektiert über die Möglichkeiten, die Novelle als Instrument zur Sensibilisierung für patriarchale Strukturen einzusetzen.
Heinrich von Kleist, Die Marquise von O..., Bühnenbearbeitung, Romandramatisierung, Sexismus, Machtmissbrauch, Patriarchat, Gender, Existentialismus, Psychoanalyse, Kommunikation, Theater, Gegenwartsdramatik, Dramaturgie, Literaturadaption.
Die Arbeit analysiert Heinrich von Kleists „Die Marquise von O...“ hinsichtlich ihrer Aktualität und erarbeitet eine Bühnenfassung, die sich kritisch mit Sexismus und patriarchalen Machtstrukturen auseinandersetzt.
Zentral sind die Themen weibliche Selbstbestimmung, Schuld und Unschuld, der Umgang mit Macht sowie die Rolle der Familie in bürgerlichen Moralvorstellungen.
Ziel ist es, eine zeitgemäße Bühnenfassung des Kleist-Stoffes vorzulegen, die gesellschaftliche Missstände durch die Integration realer Zitate und eine spezifische formale Struktur aufdeckt.
Es werden literaturwissenschaftliche Forschungsansätze sowie theaterwissenschaftliche Methoden zur Analyse von Dramatisierungen (Adaptionstheorie) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Forschungslage, eine Analyse existierender Bühnenfassungen sowie die konkrete Konzeption und Ausarbeitung der eigenen dramatischen Bearbeitung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Literaturadaption, Sexismus, Macht, Gender, Dramatisierung und die spezifische Analyse von Kleists Erzählstrukturen charakterisieren.
Im Gegensatz zu anderen Fassungen integriert diese Arbeit explizit reale dokumentarische Zitate aus aktuellen Sexismus-Debatten, um die zeitlose Relevanz der patriarchalen Strukturen in Kleists Novelle hervorzuheben.
Der Gedankenstrich wird als zentrales narratologisches und inhaltliches Element identifiziert, das den Ort der Vergewaltigung markiert und damit den Ausgangspunkt aller nachfolgenden Kommunikationsstörungen darstellt.
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