Bachelorarbeit, 2010
68 Seiten, Note: 2,5
1 Einleitung
2 Gegenwärtige Situation und Perspektiven der Sicherheitsbranche
2.1 Die Branche in Zahlen
2.2 Perspektiven des Sicherheitsgewerbes
3 Entwicklung der Qualifizierungsmodelle des Sicherheitsgewerbes seit 1994
3.1 Von den Umwälzungen der rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zur Berufsausbildung
3.2 Prüfungs- und Ausbildungszahlen
4 Tätigkeitsfelder im Sicherheitsgewerbe
5 Profil und Profilvergleich der Sachkunde und der Berufsausbildungen
5.1 Profil der Sachkundeprüfung
5.1.1 Inhalte der Sachkunde
5.1.2 Prüfungsmodalien- und Schwerpunkte
5.1.3 Hintergrund der Sachkundeprüfung
5.2 Profil der „Servicekraft für Schutz und Sicherheit“
5.2.1 Inhalte der Berufsausbildung
5.2.2 Prüfungsmodalien- und Schwerpunkte
5.2.3 Berufsbild der „Servicekraft“
5.3 Profil der „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“
5.3.1 Inhalte der Berufsausbildung
5.3.2 Prüfungsmodalien- und Schwerpunkte
5.3.3 Berufsbild der Fachkraft
6 Vergleich zwischen Sachkunde, Servicekraft und Fachkraft
7 Anforderungen an Sicherheitsmitarbeiter
7.1 Formale Anforderungen an Sicherheitsmitarbeiter
7.2 Persönliche Anforderungen an Sicherheitsmitarbeiter in Bezug auf Einsatzkompetenz
8 Die Unternehmensbefragung
8.1 Entwicklung des Fragebogens
8.2 Durchführung der Online-Befragung
8.3 Ergebnisse der Online-Befragung
8.4 A: Angaben zum Unternehmen
8.4.1 A1: Einsatzbereiche
8.4.2 A2: Zeitliche Existenz am Markt
8.4.3 A3: Gesamtbeschäftigtenzahl
8.4.4 A4: Anzahl der Sachkundigen nach § 34a Abs.1 GewO
8.4.5 A5: Anzahl der Fach-/Servicekräfte für Schutz und Sicherheit
8.4.6 A6: Anzahl Auszubildender zur Fach-/Servicekraft für Schutz und Sicherheit
8.5 B: Einschätzung der Qualifizierungsinhalte
8.6 C: Qualitätsunterschiede zwischen Sachkundekraft, Fach- und Servicekraft
8.6.1 C1: Vorhandensein von Qualitätsunterschieden in der Arbeitsweise von Sachkundekraft, Fach- und Servicekraft
8.6.2 C2: Gründe für die Qualitätsunterschiede in der Arbeitsweise von Sachkundekraft, Fach- und Servicekraft
8.7 D: Einschätzung über das Vorhandensein der besten operativen Handlungskompetenz
8.7.1 D1:Bestimmung des höchsten Ausmaßes der operativen Handlungskompetenz
8.7.2 D2: Begründung der Bestimmung des höchsten Ausmaßes der operativen Handlungskompetenz
8.8 E: Einschätzung des derzeitigen Qualifizierungsmodells
8.8.1 E1: Ausmaß der Zufriedenheit mit dem derzeitigen Qualifizierungsmodell
8.8.2 E2: Begründung für das Ausmaß der Zufriedenheit
8.8.3 E3: Auswahl von Aussagen zu möglichen Modellalternativen
8.8.4 E4: Eigene Alternativen zum derzeitigen Qualifizierungssystem
8.9 F: Einschätzung des Entwicklungstrends im Qualitätsbereich der Sicherheitsmitarbeiterqualifikation
8.9.1 F1: Vorhandensein eines Trends hin zu wachsenden Qualifizierungsanforderungen
8.9.2 F2: Gründe für einen Trend hin zu wachsenden Qualifizierungsanforderungen
8.10 G: Empfehlung einer Mitarbeiterqualifizierung an den Kunden
8.10.1 G1: Entscheidung für den Einsatz einer bestimmten Mitarbeiterqualifizierung (Sachkundiger, Fach-/Servicekraft) beim Kunden
8.10.2 G2: Begründung für den Einsatz einer bestimmten Mitarbeiterqualifizierung
8.11 Zusammenfassung der Ergebnisse der Online-Befragung
Die Arbeit untersucht das derzeitige Koexistenzmodell von Sachkundeprüfung und Berufsausbildungen im Sicherheitsgewerbe, um deren Eignung hinsichtlich der Handlungs- und Einsatzkompetenz von Sicherheitsmitarbeitern zu bewerten und ein mögliches Alternativmodell abzuleiten.
1 Einleitung
In einer globalen Gesellschaft, in der Kriminalität, neue Verbrechensformen und schwindende Hemmschwellen, Gewalt gegen Menschen auszuüben, zunehmen und immer mehr öffentliche Sicherheitssaufgaben an Private abgegeben werden, erhöht sich nicht nur das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung, sondern auch der Anspruch an die verschiedensten Sicherheitsdienstleistungen und dessen Personal. Spätestens seit den terroristischen Anschlägen auf die Twin Towers 2001 befindet sich die Sicherheitsbranche auch in Deutschland in einem stetigen Wachstum und entwickelt sich durch zunehmende Privatisierung von Sicherheitsaufgaben zu einer unerlässlichen Größe der inneren Sicherheit.
Diese Entwicklung hatte bereits weit reichende Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildungsmodelle im Sicherheitsgewerbe. Neben einigen anderen sollen die Einführung einer Sachkundeprüfung, Installation der Berufsausbildungen Fachkraft für Schutz und Sicherheit und die noch sehr junge Servicekraft für Schutz und Sicherheit die neuen Qualitätsanforderungen, angelehnt an der DIN Norm 77200 „Anforderungen an Sicherheitsdienstleistungen“, sicherstellen und mit dem europäischen Sicherheitsmarkt konkurrieren können. Ebenfalls zu dieser Qualitätsentwicklung gehören die Qualifikation des Meisters für Schutz und Sicherheit sowie die akademischen Ausbildungen, denn nur durch stetige Qualifikation kann auch eine hohe Qualität an Sicherheit gewährleistet werden. Peilert und Stober (2008, VII) formulierten diesbezüglich für Sicherheitsunternehmen und Verantwortliche der Unternehmenssicherheit das Ziel folgendermaßen:
„Sie müssen stets besser qualifiziert sein als diejenigen, welche die Sicherheit bedrohen und verletzen. Wegen dieses notwendigen Wissensvorsprungs der Sicherheitsbranche besitzt das Stichwort Sicherheitsqualifikationen stets eine dynamische Komponente, die sich in der Sicherheitsbildung niederschlagen muss.“
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die steigende Bedeutung der Sicherheitsbranche und die Notwendigkeit stetiger Qualifizierung ein.
2 Gegenwärtige Situation und Perspektiven der Sicherheitsbranche: Es werden das Branchenwachstum und die zukünftigen Anforderungen an Sicherheitsdienstleistungen beleuchtet.
3 Entwicklung der Qualifizierungsmodelle des Sicherheitsgewerbes seit 1994: Das Kapitel beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Einführung neuer Qualifizierungswege.
4 Tätigkeitsfelder im Sicherheitsgewerbe: Hier werden die vielfältigen Einsatzbereiche von privatem Sicherheitspersonal dargestellt.
5 Profil und Profilvergleich der Sachkunde und der Berufsausbildungen: Es folgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Inhalte und Anforderungen von Sachkunde, Servicekraft und Fachkraft.
6 Vergleich zwischen Sachkunde, Servicekraft und Fachkraft: Dieses Kapitel dient der direkten qualitativen Gegenüberstellung der drei Qualifizierungswege.
7 Anforderungen an Sicherheitsmitarbeiter: Es wird analysiert, welche formalen und persönlichen Qualifikationen für die Einsatzkompetenz notwendig sind.
8 Die Unternehmensbefragung: Das Kapitel präsentiert die methodische Durchführung und die Ergebnisse der befragten Sicherheitsunternehmen zu den Qualifizierungsmodellen.
Sicherheitsgewerbe, Sachkundeprüfung, Fachkraft für Schutz und Sicherheit, Servicekraft für Schutz und Sicherheit, Qualifizierungsmodelle, Handlungskompetenz, Einsatzkompetenz, Berufsausbildung, Sicherheitsmitarbeiter, Qualitätssicherung, Unternehmensbefragung, Sicherheitsmanagement, Gefahrenprävention, Branchenentwicklung, Qualifizierungsanforderungen.
Die Arbeit analysiert das aktuelle Koexistenzmodell von Sachkundeprüfung und Berufsausbildungen im deutschen Sicherheitsgewerbe unter Berücksichtigung der notwendigen Handlungs- und Einsatzkompetenzen.
Die zentralen Felder sind die aktuelle Branchenentwicklung, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Qualifizierung, ein Vergleich der verschiedenen Ausbildungswege und die empirische Untersuchung von Unternehmensansichten.
Das Ziel ist zu prüfen, ob das derzeitige Nebeneinander von einfacher Sachkundeprüfung und fundierten Berufsausbildungen noch zeitgemäß ist, um den wachsenden Anforderungen an Sicherheit gerecht zu werden.
Neben einer deskriptiven Darstellung der Branchenlage wird eine Online-Unternehmensbefragung als Methode der quantitativen Sozialforschung eingesetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesetzlichen Entwicklungen, die detaillierte Profilanalyse der verschiedenen Qualifizierungsniveaus und die Auswertung der Unternehmensbefragung.
Kernbegriffe sind Sicherheitsgewerbe, Qualifizierungsmodelle, Sachkundeprüfung, Berufsausbildung (Fachkraft/Servicekraft) und Handlungskompetenz.
Diese dienen als Qualitätsstandards und Orientierungshilfen bei der Auftragsvergabe, um einheitliche und nachprüfbare Leistungen zu gewährleisten.
Der Autor kritisiert, dass sie oft nur als minimale Einstiegsschranke fungiert, theoretisch bleibt und keine ausreichende praktische Handlungs- oder Fremdsprachenkompetenz vermittelt.
Obwohl die Fachkraftausbildung als am kompetentesten wahrgenommen wird, werden aus Kostengründen und Flexibilitätsaspekten weiterhin mehrheitlich Sachkundekräfte für Standardaufgaben empfohlen.
Der Autor empfiehlt eine Aufwertung des Zugangssystems hin zur Berufsausbildung und die schrittweise Ablösung der Sachkundeprüfung als Hauptzugangsweg.
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