Bachelorarbeit, 2010
55 Seiten, Note: 1.0
Einleitung
Kapitel I. Der Ist- Zustand: Hintergründe
Das Problem der Gratismentalität
Die Zeitungskrise
Die veränderte Mediennutzung
Die digitale Revolution
Das erste Zwischenfazit
Kapitel II. Der Kann- Zustand: Erfolgsstrategien
Das Modell Spiegel Online
Das Modell Huffington Post
Die Besinnung auf Kernkompetenzen
Das crossmediale Publizieren
Der Lokaljournalismus Online
Die Qualitätsmarken stärken
Der Bereich Social Media
Das zweite Zwischenfazit
Kapitel III. Der unverzichtbare Zustand: Finanzierungsmodelle
Der Werbemarkt
Der bezahlte Inhalt
Das Modell der Querfinanzierungen
Die branchenfremden Zusatzgeschäfte
Das Modell der Stiftungen
Die Rolle des Staates
Das Schlusswort
Diese Bachelorarbeit analysiert die aktuelle Krise des Journalismus im digitalen Zeitalter und untersucht, wie Onlinezeitungen durch veränderte Strategien und Geschäftsmodelle erfolgreich bestehen können. Im Fokus steht die Frage, wie Journalisten ihr Selbstverständnis und ihre Arbeitsweise anpassen müssen, um in einer durch Gratismentalität und Informationsflut geprägten Medienwelt Relevanz zu behalten und nachhaltige Erlösmodelle zu entwickeln.
DAS PROBLEM DER GRATISMENTALITÄT
„Eine Medienindustrie, die ihre Inhalte wegschenkt, kannibalisiert ihre Fähigkeit, gute Produkte zu liefern.“ Medienmogul Murdoch hat das Problem erkannt. Dem Phänomen Gratismentalität möchte er mit strenger Kostenkontrolle entgegen wirken. Im Jahr 2009 erklärt er, dass alle 180 Zeitungen der mächtigen News Corp kostenpflichtig werden sollen. Kurz zuvor hatte er noch überlegt, die exklusiven Inhalte des Wall Street Journals kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Der alternde Medienmogul wirkt etwas unsicher, ja teilweise sogar desorientiert, nimmt man seine Aussagen als Maßstab. Eines jedoch scheint sicher, das Problem der Gratismentalität ist seitens der Zeitungsmacher zu großem Teil hausgemacht.
Denn als das Internet noch neu und fremd ist, will jeder dabei sein. Mitmachen, um jeden Preis. Bloß nicht dem Trend hinterherlaufen, lautet die Devise. Also beginnen die Journalisten ihre Printprodukte online zustellen. Der Begriff der Zweitverwertung findet seine neue Bestimmung. Natürlich alles gratis. Denn das Credo „Was im Internet Erfolg haben soll, muss gratis verteilt werden“, verbreitet sich rasend schnell.
Eine Mitschuld trifft sicher auch die Erfolgsgeschichte des Internetstartups Netscape, obwohl die Firma gerade einmal acht Jahre lang besteht. Sie verteilt ihr Hauptprodukt, den Netscape Browser, gratis und erreicht so in kürzester Zeit eine massive Marktdurchdringung. Verdrängt wird das Produkt erst von einer Firma, die das Prinzip Gratis noch besser versteht, nämlich Microsoft. Das Phänomen Gratismentalität ist geboren. Heute benutzen wir nicht nur Gratisbrowser, sondern auch kostenlose Emaildienste oder soziale Netzwerke. Und auch in anderen Wirtschaftsbereichen wird das Prinzip Gratis angewendet, um Kunden zu locken.
Gillette verschenkt Rasierklingen und HP verkauft Drucker zu Kampfpreisen. Und das alles nur, um später kostenintensive Folgeprodukte an den Mann zu bringen. Doch das Prinzip Gillette lässt sich leider nicht 1:1 auf den Onlinesektor übertragen. Die „Follow the free“ Pricing- Strategie hat sich in den meisten Fällen nicht bewährt.
Kapitel I. Der Ist- Zustand: Hintergründe: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen der Zeitungskrise, insbesondere die problematische Verbreitung der Gratismentalität im Internet und die sich grundlegend wandelnden Mediennutzungsmuster der Rezipienten.
Kapitel II. Der Kann- Zustand: Erfolgsstrategien: Hier werden erfolgreiche Modelle wie Spiegel Online und Huffington Post untersucht, wobei der Fokus auf dem Wandel des Journalisten zum „Sensemaker“, der Bedeutung von Markenbildung und crossmedialem Arbeiten liegt.
Kapitel III. Der unverzichtbare Zustand: Finanzierungsmodelle: Dieses Kapitel bewertet verschiedene Ansätze zur Monetarisierung von Online-Inhalten, von klassischer Bannerwerbung und Paid-Content-Strategien bis hin zu neueren Ansätzen wie Social Micropayment, Stiftungen und staatlichen Förderdiskursen.
Journalismus, Internet, Gratismentalität, Zeitungskrise, Online-Strategien, Finanzierungsmodelle, Paid Content, Mediennutzung, Crossmedia, Digitalisierung, Social Media, Qualitätsjournalismus, Erlösmodelle, Bürgerjournalismus, Medienmarke.
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Zeitungsbranche durch das Internet und untersucht, wie Medienunternehmen im digitalen Zeitalter erfolgreich publizieren und Einnahmen generieren können.
Die zentralen Themen umfassen die Krise des Printjournalismus, neue Erfolgsstrategien im Web, das veränderte Nutzerverhalten, Möglichkeiten des crossmedialen Publizierens sowie diverse Finanzierungsansätze für digitalen Qualitätsjournalismus.
Das Ziel ist es, Erfolgsstrategien für Onlinezeitungen aufzuzeigen und die Frage zu klären, wie trotz des Problems der Gratismentalität eine wirtschaftlich tragfähige Finanzierung von journalistischen Inhalten erreicht werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Ist-Zustandes, die Auswertung von Fachstudien zur Mediennutzung sowie die Untersuchung konkreter Fallbeispiele (u.a. Spiegel Online, Huffington Post, DerWesten.de).
Der Hauptteil analysiert Strategien wie die Stärkung von Qualitätsmarken, die Rolle des Lokaljournalismus online, den Einsatz von Social Media und diskutiert verschiedene Finanzierungsmodelle wie Paid Content, Stiftungsmodelle und staatliche Subventionen.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Onlinejournalismus, Paid Content, Medienwandel, Geschäftsmodelle und digitale Transformation charakterisieren.
Im Gegensatz zu Rasierklingen oder Druckern, bei denen Lock-In-Effekte durch Komplementärprodukte entstehen, fehlt bei Nachrichten oft die Einzigartigkeit, da Informationen schnell über andere Quellen (z.B. Google News) verfügbar sind und der Nutzer sich an kostenlose Informationen gewöhnt hat.
Es wird diskutiert, ob Verlage eine Gebühr von Internetdiensten oder Unternehmen verlangen dürfen, die ihre journalistischen Inhalte verwenden oder vervielfältigen, um so die Erlöse für die Print- und Online-Medienhäuser zu sichern.
Es wird als alternativer, nutzerzentrierter Finanzierungsansatz diskutiert, bei dem kleine Beträge für geschätzte Inhalte (z.B. via Flattr) gezahlt werden, ohne den Nutzer durch starre Bezahlschranken (Paywalls) zur Umorientierung zu zwingen.
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