Magisterarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Philosophische Grundlagen der Erklärungslücke
1.1 Was sind Qualia?
1.2 Klassifizierung
1.3 Was sind Qualia nicht?
1.4 Offene Fragen
1.5 Die Relevanz der Qualia-Problematik
1.6 Zusammenfassung
2 Das Argument der Erklärungslücke
2.1 Vorgeschichte
2.2 Das modale Argument
2.3 Das Argument unvollständigen Wissens
2.4 Physikalistische Einwände
2.5 Die epistemische Erklärungslücke
2.6 Die Explananda
2.7 Reduktion und kausale Rollen
2.8 Zusammenfassung
3 Diskussion
3.1 Übersicht
3.2 Reduktiver Materialismus
3.3 „Complexity gambit“
3.4 Funktionalismus
3.5 Einfacher Repräsentationalismus: Phänomenaler Externalismus
3.6 Metarepräsentationalismus: Higher-Order Theory
3.7 Fiktionalismus: Die Erlärungslücke als kognitive Illusion
3.8 Eliminativismus
3.9 Zusammenfassung
4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob Qualia (subjektive Erlebnisqualitäten) auf physikalische oder neurobiologische Zustände reduzierbar sind. Dabei fungiert das „Argument der Erklärungslücke“ von Joseph Levine als zentraler theoretischer Maßstab, um die Lösbarkeit des Leib-Seele-Problems im Hinblick auf phänomenales Bewusstsein kritisch zu analysieren.
2.1 Vorgeschichte
Interessanterweise reicht die Intuition, dass Bewusstsein und Qualia nicht mithilfe naturwissenschaftlicher bzw. neurobiologischer Forschung adäquat erklärt werden können, weit zurück. Als im neunzehnten Jahrhundert die Erforschung des Gehirns in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses rückte, formulierten Skeptiker bereits Vorläufer der Levine’schen Erklärungslücke. So beschrieb der irische Physiker JOHN TYNDALL (1868) den tiefsitzenden Zweifel bezüglich der Qualia-Problematik in treffender Weise:
„Granted that a definite thought, and a definite molecular action in the brain, occur simultaneously; we do not possess the intellectual organ, nor apparently any rudiment of the organ, which would enable us to pass, by a process of reasoning, from the one to the other. They appear together, but we do not know why. Were our minds and senses so expanded, strengthened, and illuminated, as to enable us to see and feel the very molecules of the brain; were we capable of following all their motions, all their groupings, all their electric discharges, if such there be; and we were intimately acquainted with the corresponding states of thought and feeling, we should be as far as ever from the solution of the problem, ‘How are these physical processes connected with the facts of consciousness?’ The chasm between the two classes of phenomena would still remain intellectually impassable.”
Tyndall markiert deutlich zwei wesentliche Fragen: 1) Warum ist Bewusstsein ein neurobiologischer Zustand? 2) Wie haben wir uns den Zusammenhang zwischen Gehirn und Geist zu erklären? Er behauptet, dass auch die genaueste wissenschaftliche Beobachtung des Gehirns uns diese beiden Fragen nicht beantworten kann, da diese in ihrem Kern intellektueller, also philosophischer Natur sind. Der intellektuelle Abgrund, der sich zwischen den beiden Klassen von Phänomenen auftut, scheint nicht überbrückbar zu sein.
1 Philosophische Grundlagen der Erklärungslücke: Dieses Kapitel definiert den Begriff Qualia, grenzt ihn von anderen mentalen Zuständen ab und erläutert die Relevanz der Qualia-Problematik für das Leib-Seele-Problem.
2 Das Argument der Erklärungslücke: Hier wird das Kernargument von Joseph Levine historisch eingebettet und detailliert analysiert, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen an eine adäquate Reduktion.
3 Diskussion: In diesem Hauptteil werden verschiedene reduktionistische Strategien wie Materialismus, Funktionalismus und Repräsentationalismus sowie kritische Gegenpositionen eingehend auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft.
4 Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit zwischen philosophischer Begriffsarbeit und empirischer Forschung.
Qualia, Erklärungslücke, Explanatory Gap, Joseph Levine, Reduktionismus, Physikalismus, Funktionalismus, Phänomenales Bewusstsein, Intentionalität, Identitätstheorie, Subjektivität, Erste-Person-Perspektive, Repräsentationalismus, Eliminativismus, Bewusstsein.
Die Arbeit untersucht die philosophische Frage, ob subjektive Erlebnisqualitäten (Qualia) vollständig durch physikalische oder neurobiologische Prozesse erklärt werden können.
Im Fokus stehen das Leib-Seele-Problem, die Natur phänomenalen Bewusstseins und die Grenzen naturwissenschaftlicher Erklärungsmodelle.
Die Hauptfrage lautet, ob Qualia reduzierbar sind oder ob das „Argument der Erklärungslücke“ Levines prinzipielle Grenzen für eine physikalistische Erklärung aufzeigt.
Die Arbeit nutzt analytische Begriffsanalyse und die Auseinandersetzung mit historischen sowie aktuellen Beiträgen der Philosophie des Geistes.
Der Hauptteil analysiert verschiedene reduktionistische Ansätze, darunter den reduktiven Materialismus, den Funktionalismus und verschiedene Formen des Repräsentationalismus, und bewertet deren Erfolg im Kontext von Levines Kritik.
Wesentliche Begriffe sind Qualia, die Erklärungslücke (Explanatory Gap), der Physikalismus, die Erste-Person-Perspektive und die Debatte um intentionale Gehalte.
Levine argumentiert, dass nicht unbedingt ein ontologischer Dualismus vorliegen muss, sondern vielmehr ein epistemisches Problem: Wir können derzeit nicht verstehen, wie physikalische Prozesse die spezifische Qualität des Erlebens hervorbringen.
Hierbei handelt es sich um den Versuch, Qualia nicht als einfache, intrinsische „Atome“ des Erlebens zu betrachten, sondern als intern hochkomplexe Strukturen, die sich dadurch einer physikalischen Analyse besser zugänglich machen könnten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

