Bachelorarbeit, 2010
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Sozialer und politischer Hintergrund
2.1 Barack Obama
2.2 Abraham Lincoln
3. Lincoln im Kulturellen Gedächtnis der USA
3.1 Das kollektive Gedächtnis nach Maurice Halbwachs
3.2 Kulturelles Gedächtnis nach Jan und Aleida Assmann
3.3 Entwicklung des Lincoln-Bildes in den USA
4. Lincoln als „Wahlkämpfer“ und Integrationsfigur für Obama
4.1 Politische Reden Barack Obamas
4.2 Politische Symbolik und Inszenierung
4.3 Der Beitrag der Presse
4.4 Intention und Nutzen der Lincoln-Symbolik
5. Schein und Sein – Kollektive historische Wahrnehmung und Realität
Diese Bachelorarbeit untersucht, wie Barack Obama im Rahmen seines Wahlkampfes gezielt historische Bezüge zur US-amerikanischen Ikone Abraham Lincoln herstellte, um dessen Reputation im kulturellen Gedächtnis der Bevölkerung für seine eigenen politischen Zwecke zu nutzen. Dabei wird analysiert, inwiefern die Inszenierung dieser Verbindung als Integrationsstrategie diente und ob die gezogenen Vergleiche einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.
3.1 Das kollektive Gedächtnis nach Maurice Halbwachs
Der 1877 in Reims geborene Maurice Halbwachs, gilt als der Begründer der Idee eines kollektiven Gedächtnisses. Seine Leistung war es, den durch seinen Lehrer David Emile Durkheim geprägten Begriff des kollektiven Bewusstseins um die Dimension der kollektiven Erinnerung zu erweitern. Das Gedächtnis selbst hat nach Halbwachs einen sozialen Rahmen, ohne welchen das Individuum gewisser datierbarer Erinnerungen gar nicht fähig wäre. Durch diesen Rahmen sind Denken, Handeln und auch Erinnerung der Gruppe sowie der Individuen geprägt. Das soziale Denken, ist für Ihn eine Art Gedächtnisleistung, in der das Vergangene dazu verwendet wird, auf aktuelle Probleme zu antworten oder diese im sozialen Kontext zu lösen.
Menschen in einer Gruppe oder einem beliebigen sozialen Gefüge (in diesem Beispiel das amerikanische Volk) haben nach Halbwachs an zwei Arten von Gedächtnis teil. Zum einen handelt es sich dabei um ihre ganz eigenen, autobiographischen Erinnerungen, die für die Gruppe meist uninteressant sind. Zum anderen sind es Erinnerungen, die jedes Mitglied der Gruppe zu einem bestimmten Ereignis oder Sachverhalt mit einbringt, die von allgemeinem Interesse sind. Aus diesen ergibt sich dann ein Gesamtbild, das wie ein Puzzle die fehlerhaften oder lückenhaften Bilder der Einzelnen ergänzt. Im kollektiven Gedächtnis verschmelzen demnach individuelle Erinnerungsfetzen zu einem vollkommen neuen Gesamtgefüge. Dabei kann es dazu kommen, dass individuelle Erinnerungen korrigiert oder verdrängt und durch das Kollektivbild ersetzt werden.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Verbindung zwischen Barack Obama und Abraham Lincoln vor dem Hintergrund des Lincoln-Jubiläumsjahres 2009 ein und erläutert die forschungsleitenden theoretischen Ansätze.
2. Sozialer und politischer Hintergrund: Dieses Kapitel betrachtet die Familiengeschichte und Sozialisation von Obama und Lincoln, um ihre Identitätsentwicklung und politische Prägung verständlich zu machen.
3. Lincoln im Kulturellen Gedächtnis der USA: Es werden die theoretischen Grundlagen des Gedächtnisses nach Halbwachs und den Assmanns dargelegt und die geschichtliche Transformation des Lincoln-Bildes vom Präsidenten zum heiligen Symbol der USA nachgezeichnet.
4. Lincoln als „Wahlkämpfer“ und Integrationsfigur für Obama: Das Kapitel analysiert, wie Obama Lincoln rhetorisch und symbolisch in seinen Wahlkampf integrierte, unterstützt durch mediale Darstellungen und Karikaturen.
5. Schein und Sein – Kollektive historische Wahrnehmung und Realität: Abschließend wird kritisch hinterfragt, inwieweit die Parallelen zwischen Obama und Lincoln realen Fakten entsprechen oder ob es sich lediglich um eine geschickte Konstruktion für den politischen Erfolg handelt.
Barack Obama, Abraham Lincoln, kollektives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, Maurice Halbwachs, Jan Assmann, politische Symbolik, Wahlkampf, Erinnerungstheorie, Integrationsfigur, Präsidentschaftswahl, Identität, Geschichtsbewusstsein, USA, Inszenierung
Die Arbeit analysiert, wie Barack Obama Abraham Lincoln als historisches Vorbild nutzt, um sich als Präsidentschaftskandidat und Präsident im kollektiven Gedächtnis der amerikanischen Bevölkerung zu verankern.
Die Themen umfassen Gedächtnistheorien, politische Kommunikation, die historische Wahrnehmung Lincolns und deren instrumentelle Anwendung in modernen Wahlkampfstrategien.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie geschickt Obama Bezüge zur Ikone Lincoln herstellte, um von dessen Reputation zu profitieren und die eigene politische Identität zu stärken.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Primärquellen, darunter Schriften, Reden, Presseartikel und bildliche Darstellungen, unter Anwendung erinnerungstheoretischer Ansätze der Sozialwissenschaften.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung des Gedächtnisses, der historischen Entwicklung des Lincoln-Mythos sowie der konkreten Verwendung von Lincoln-Symbolik in Obamas Reden und Kampagnenauftritten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie kollektives Gedächtnis, politische Symbolik, Wahlkampf, Lincoln-Mythos und politische Identität charakterisiert.
Lincoln dient Obama als sozialpsychologische Integrationsfigur, die über politische und rassische Grenzen hinweg verehrt wird und somit hilft, das Volk in Krisenzeiten zu einen.
Der Autor stellt fest, dass die Presse durch Karikaturen maßgeblich dazu beitrug, Lincoln als "Verbündeten" Obamas zu inszenieren, wobei die Darstellung oft historisch überzeichnet ist.
Ja, der Autor betont, dass trotz der rhetorischen Parallelen die Lebensumstände, die soziale Herkunft und die politische Ausgangslage (z.B. Parteizugehörigkeit) fundamental unterschiedlich sind.
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