Bachelorarbeit, 2010
67 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Zur Bedeutung der heutigen Kindheit
3 Das Bildungshaus als mögliches Zukunftsmodell
4 Das Bildungshaus Hahle
4.1 Standortanalyse und Ausgangssituation der Schule
4.2 Die Grundschule Hahle als Kooperationspartner
4.3 Ein Bildungshaus entsteht
4.3.1 Einführung in die Forschungsmethodik
4.3.2 Grundlagen qualitativer Forschung
4.3.3 Das qualitative Interview
4.3.4 Das Experteninterview am Beispiel des Leitfadeninterviews
4.3.5 Durchführung
4.4 Die ersten Schritte zum neuen Konzept
4.5 Kosten
4.6 Geplante pädagogische Konzepte im Bildungshaus Hahle
4.6.1 Einführung
4.6.2 Arbeit in Lernwerkstätten
4.6.3 Elternarbeit
5 Geplante pädagogische Konzepte im Bildungshaus Hahle aus fachlicher Sicht
5.1 Die Lernwerkstatt
5.1.1 Was ist eine Lernwerkstatt?
5.1.2 Pädagogische Ursprünge der Lernwerkstatt
5.1.3 Geschichte der Lernwerkstatt
5.1.4 Anforderungen an das Fachpersonal
5.2 Das Lerntagebuch
5.2.1 Was ist ein Lerntagebuch?
5.2.2 Empfehlungen für die Umsetzung
5.3 Das Bildungshaus für Familien
5.3.1 Ein kurzer Blick ins Ausland
5.3.2 Die Arbeit in Familienbildungseinrichtungen
6 Welche Bildungschancen entstehen?
6.1 Einführung
6.2 Auswirkungen der Lernwerkstättenarbeit
6.3 Auswirkungen des Lernens in heterogenen Altersgruppen
6.4 Auswirkungen des Einsatzes von Lerntagebüchern
6.5 Auswirkungen der Öffnung zur Familie hin
7 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern das Konzept des „Bildungshauses“ neue Bildungsperspektiven für Kinder in sozial benachteiligten Milieus eröffnen kann. Dabei wird analysiert, wie die Verzahnung von Elementar- und Primarbereich dazu beitragen kann, kindgerechte Lernumgebungen zu schaffen und die Bildungsbiografien in einem sozial herausfordernden Stadtteil positiv zu beeinflussen.
4.4 Die ersten Schritte zum neuen Konzept
Im folgenden Kapitel beziehe ich mich auf das von mir durchgeführte Experteninterview, welches dem Anhang dieser Arbeit beigefügt ist.
Aufgrund einer insgesamt negativ ausgefallenen Schulinspektion im Jahr 2009 entstand erstmals der Entschluss, den bisherigen Schulalltag umzustrukturieren, um eine Verbesserung der Schulqualität herzustellen. Zusätzlich ereigneten sich zu dieser Zeit folgende Anlässe, welche den Gedanken einer Umstrukturierung unterstützen zu scheinen: Zum einen wurde durch eine Elternbefragung deutlich, dass ein großer Wunsch der Familien besteht, eine Betreuung in Anspruch zu nehmen, die „…ganztägig ist, verlässlich ist und… in Bezug auf die Personen …ein höchstmögliches Maß an Kontinuität gibt …“.(Anhang II, Zeile 14-20) Um den Kindern in Hahle eine bestmögliche Betreuung zu bieten, wurde beschlossen, eine Ganztagsschule in diesem Stadtteil einzuführen. Da eine zu geringe Lehrerversorgung die ganzwöchige und täglich gewünschte Betreuung aber nicht gewährleisten kann, wurde nach neuartigen Möglichkeiten der Umsetzung gesucht (vgl. ebd., Zeile 4-27). Zum anderen spricht eine räumliche Änderung der Schule ebenfalls für eine neue Perspektive der Unterrichtsumsetzung. Da das Vincent Lübeck-Gymnasium mit dem kommenden Schuljahr die Außenstelle in Hahle nicht mehr beansprucht, stehen jene Räumlichkeiten der Grundschule zur freien Verfügung. Die Idee des Konzeptes Bildungshaus entstand im Zuge der Überlegungen, die Kita mit drei Gruppen in diese Räume einziehen zu lassen, um die bisherige Form der Kooperation zu intensivieren (vgl. Anhang III, Zeile 31-48).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Bildungshaus und Skizzierung der Problematik im Stadtteil Hahle sowie der wissenschaftlichen Herangehensweise.
2 Zur Bedeutung der heutigen Kindheit: Untersuchung der gesellschaftlichen Veränderungen und deren Auswirkungen auf kindliche Lebenswelten und Familienstrukturen.
3 Das Bildungshaus als mögliches Zukunftsmodell: Theoretische Herleitung des Bildungshaus-Konzepts als Vernetzung von Elementar- und Primarbereich.
4 Das Bildungshaus Hahle: Detaillierte Darstellung des lokalen Projekts, der Standortanalyse, der Finanzierung und der geplanten pädagogischen Strukturen.
5 Geplante pädagogische Konzepte im Bildungshaus Hahle aus fachlicher Sicht: Fachliche Fundierung der Lernwerkstatt, des Lerntagebuchs und der Familienarbeit durch Rückgriff auf pädagogische Theorien.
6 Welche Bildungschancen entstehen?: Reflexion der pädagogischen Ansätze hinsichtlich ihrer konkreten Auswirkungen auf die Lernchancen der Kinder.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Konzepts und Ausblick auf die Zukunftsfähigkeit der Arbeit im Bildungshaus Hahle.
Bildungshaus, Kindheit, Kindertagesstätte, Grundschule, Kooperation, Lernwerkstatt, Lerntagebuch, Elternarbeit, Chancengleichheit, Sozial benachteiligte Milieus, Ganztagsschule, Frühkindliche Bildung, Heterogene Lerngruppen, Selbstregulation, Bildungsbiografie
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Bildungshauses" als Modell zur Vernetzung von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, um Kindern in sozial benachteiligten Stadtteilen wie Hahle bessere Bildungschancen zu ermöglichen.
Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit den pädagogischen Konzepten der Lernwerkstattarbeit, der Einführung von Lerntagebüchern und der intensivierten Zusammenarbeit mit Familien durch niedrigschwellige Angebote.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bildungshaus-Konzept auf die veränderten Anforderungen moderner Familien reagieren kann und welche konkreten Bildungsperspektiven sich daraus für Kinder mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen ergeben.
Die Autorin wählte eine qualitative Herangehensweise und führte ein Experteninterview mit dem Schulleiter der Grundschule Hahle durch, ergänzt durch die Analyse fachspezifischer Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Standort- und Konzeptanalyse des Projekts in Stade-Hahle sowie eine fundierte theoretische Betrachtung der einzelnen pädagogischen Module aus fachwissenschaftlicher Perspektive.
Wichtige Begriffe sind Bildungshaus, Chancengleichheit, Elternarbeit, Lernwerkstatt und die Verzahnung von Elementar- und Primarbereich.
Der Stadtteil Hahle dient als Fallbeispiel, da er durch sozialen Wohnungsbau, Arbeitslosigkeit und eine bildungsferne Bevölkerung geprägt ist, was dort die Notwendigkeit für innovative Bildungsmodelle besonders unterstreicht.
Das geplante Elterncafé fungiert als "Brücke" zur Institution, um Berührungsängste bei Eltern abzubauen und eine vertrauensvolle Basis für eine echte Erziehungspartnerschaft zu schaffen.
Sie dienen dem Kind als Instrument zur Selbstreflexion und Strukturierung eigener Lernziele, was nach Ansicht der Autorin die Selbstregulation und somit die Lernmotivation nachhaltig stärkt.
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