Bachelorarbeit, 2010
71 Seiten, Note: 1,3
0. Einleitung
1. Das Phänomen der Abtönung
2. Abtönung im Deutschen
2.1 Modalwörter
2.2 Modalverben
2.3 Modifizierende Verben
2.4 Tempusformen mit Modalfaktor
2.5 Präpositionalgruppen
2.6 Ethischer Dativ
2.7 Explizit-performative Formulierungen
2.8 Abtönungspartikeln
2.8.1 Heterosemie
2.8.2 Nichtbetonbarkeit
2.8.3 Nichtsatzgliedfähigkeit
2.8.4 Positionierbarkeit
2.8.5 Kombinierbarkeit
2.8.6 Distribution
2.8.7 Nichtvorhandensein referentieller Semantik
2.8.8 Skopus
2.8.9 Funktion
3. Abtönung im Französischen
3.1 Performative Verben
3.2 Modalverben
3.3 Kognitionsverben
3.4 Adverbien
3.5 Idiomatisierte Wendungen
3.6 Vergewisserungsfragen
3.7 Rhetorische Fragen
3.8 Gliederungssignale
3.9 Interjektionen
3.10 Abtönungspartikeln
4. Übersetzbarkeit von Abtönungsformen
5. Übersetzungsvergleich des Romans Herr Lehmann von Sven Regener
5.1 Die Abtönungspartikel ja
5.1.1 Ja in Deklarativsätzen
5.1.1.1 Ja als bekanntheitssignalisierendes Element
5.1.1.2 Ja als kommentarsignalisierendes Element
5.1.1.3 Ja als erwiderungssignalisierendes Element
5.1.1.4 Ja als erklärungs- und rechtfertigungssignalisierendes Element
5.1.1.5 Ja als einräumungssignalisierendes Element
5.1.2 Ja in Nebensätzen
5.1.3 Ja in Exklamativsätzen
5.1.4 Fazit
5.2 Die Abtönungsartikel eigentlich
5.2.1 Eigentlich in Deklarativsätzen
5.2.1.1 Eigentlich als oppositionssignalisierendes Element
5.2.1.2 Eigentlich als verstärkendes Element der persönlichen Meinung
5.2.2 Eigentlich in Verbindung mit Satzäquivalenten
5.2.3 Eigentlich in Verbindung mit der Negationspartikel nicht
5.2.4 Eigentlich in Interrogativsätzen
5.2.5 Fazit
5.3 Veränderte Wirkung bei Nullübersetzungen
6. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Abtönung im Deutschen und Französischen anhand eines Übersetzungsvergleichs des Romans "Herr Lehmann" von Sven Regener. Ziel ist es zu analysieren, wie die im deutschen Original häufig auftretenden Abtönungspartikeln, die maßgeblich zum Stil und Witz des Werkes beitragen, in der französischen Übersetzung von Colette Kowalski übertragen wurden und ob die Zielsprache hierbei eine entsprechende Wirkung erzielt.
5.1 Die Abtönungspartikel ja
Die unbetonte Abtönungspartikel ja kann in Deklarativsätzen, Nebensätzen, Exklamativsätzen und nichtverbalen Satzgliedern auftreten (vgl. Métrich/Faucher 2009: 507), Letzteres tritt im hier analysierten Material allerdings nicht auf. Auf die betonte Form von ja soll nicht näher eingegangen werden. Ja tritt immer im Mittelfeld des Satzes auf und ist in seiner Funktion teilweise synonym zu den Partikeln aber, doch, schließlich, schon und vielleicht. Die Partikel "stellt das Gesagte je nach Kontext als bekannte, nahe liegende oder feststehende und nicht anzuzweifelnde Gegebenheit hin" (Métrich/Faucher 2009: 507), der Sprecher konstatiert durch den Gebrauch von ja somit stets einen Sachverhalt. Deshalb kann diese Partikel auch nicht in Aufforderungs- oder Fragesätzen stehen.
Der Sprecher kann durch die Partikel ja je nach Kontext außerdem "sein Erstaunen über den Sachverhalt" (Weydt 1969: 37) ausdrücken. Erwähnenswert sind zudem die situationsdefinierende Funktion und der anaphorische Charakter von ja (vgl. Beerbom 1992: 14), da durch diese Partikel Rückwärtskonnexe hergestellt werden können, d.h. "Vorinformationen, deren Kenntnis der Sprecher beim Hörer voraussetzt", aufgegriffen werden oder "explizit Vorerwähntes" wieder in Erinnerung gerufen wird (vgl. Beerbom 1992: 12). Lütten (1977: 324) bezeichnet die Funktion der Partikel ja als "assertativ vergewissernd" und zählt sie neben doch und eben zu den sogenannten "Konsens Konstitutiva" (vgl. Lütten 1979). Auch Waltzing (1986: 197) zufolge gehört zur verbreitetesten Funktion von ja dessen "illokutionsverstärkende Wirkung mit direktem Ansprechen des Gesprächspartners", da die Partikel Sprechersubjektivität in die Aussage einbringt.
0. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage und Zielsetzung vor, die darin bestehen, die Äquivalenz der Abtönungspartikeln in der Übersetzung des Romans "Herr Lehmann" zu untersuchen.
1. Das Phänomen der Abtönung: Das Kapitel definiert Abtönung als sprachliches Universal zur Kennzeichnung der Sprechereinstellung und als "illokutionäre Operation".
2. Abtönung im Deutschen: Hier werden die vielfältigen Möglichkeiten zur Abtönung im Deutschen erläutert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Definition und Funktion von Abtönungspartikeln.
3. Abtönung im Französischen: Das Kapitel vergleicht die Abtönungsformen im Deutschen mit dem partikelarmen Französischen und stellt alternative Mittel wie performative Verben und Adverbien vor.
4. Übersetzbarkeit von Abtönungsformen: Auf Basis der Skopostheorie wird die Übersetzbarkeit von Abtönung beleuchtet, wobei der Fokus auf der Funktionserhaltung zwischen Ausgangs- und Zielsprache liegt.
5. Übersetzungsvergleich des Romans Herr Lehmann von Sven Regener: Der Hauptteil bietet eine detaillierte, beispielbasierte Analyse der Partikeln "ja" und "eigentlich" und bewertet die Übersetzungsstrategien von Colette Kowalski.
6. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Übersetzung trotz einzelner gelungener Stellen das deutsche Original hinsichtlich der feinen Nuancen der Abtönung nicht vollumfänglich ersetzen kann.
Abtönung, Abtönungspartikeln, Herr Lehmann, Sven Regener, Colette Kowalski, Übersetzungswissenschaft, Äquivalenz, Skopostheorie, Modalität, Pragmatik, Sprachvergleich, Deutsch, Französisch, Kontrastive Linguistik, Nullübersetzung
Die Arbeit befasst sich mit der kontrastiven Analyse von Abtönungsformen im Deutschen und Französischen sowie deren Übersetzbarkeit in literarischen Texten.
Im Zentrum stehen die pragmatische Funktion von Abtönungspartikeln, ihre grammatikalischen Merkmale und die Herausforderungen bei der interlingualen Übertragung.
Die Arbeit untersucht, ob die stilistisch prägenden deutschen Abtönungspartikeln im Roman "Herr Lehmann" durch die französische Übersetzung funktionsäquivalent wiedergegeben wurden.
Die Verfasserin nutzt einen interlingualen Vergleich zwischen dem deutschen Originaltext von Sven Regener und der französischen Übersetzung von Colette Kowalski unter Anwendung von Kriterien der Skopostheorie.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Partikeln "ja" und "eigentlich", wobei nach Satzarten geordnete Textbeispiele und deren französische Entsprechungen ausgewertet werden.
Zu den zentralen Begriffen zählen Abtönung, Modalpartikeln, Übersetzungsäquivalenz, Kontrastive Linguistik und pragmatische Funktionen.
Der Roman zeichnet sich durch einen hohen Anteil an umgangssprachlichen Dialogen aus, die in der deutschen Originalsprache eine besonders hohe Dichte an Abtönungspartikeln aufweisen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die französische Übersetzung zwar einige gelungene Lösungen bietet, aber durch die häufige Nullübersetzung viel vom stilistischen Witz und Charme des Originals einbüßt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

