Bachelorarbeit, 2024
65 Seiten
1. Einführung
2. Theoretischer Rahmen: Der Ökozid-Genozid Nexus
2.1 Ökozid
(Rechtliche) Definitionsansätze
Historischer Abriss, Institutionalisierung und Kernkonzept
Ökozid-Konzept im Rahmen dieser Arbeit
Umweltzerstörungen im Zuge von Krieg
2.2 Genozid
Cultural Genocide nach Raphael Lemkin
Was macht den Nexus aus?
I. „Social figuration“ und „Social death“
II. Kolonialismus und „Structural genocide“
III. Die Ökozid-Methode
IV. „State-backed violence“ & „Slow-motion genocide“
Genozid-Konzept im Rahmen dieser Arbeit
3. Methodik
3.1 Forschungsdesgin
3.2 Casing
3.3 Materialauswahl
3.4 Operationalisierung
4. Case Study: Ökozid in Gaza
4.1 Kontextualisierung
Palästina – 76 Jahre Okkupation
Gaza – 17 Jahre Isolation
4.2 Analyse
1) Luftverschmutzung & CO2-Emissionen
2) Wasserversorgung & (Toxischer) Müll, Meeres-, Grundwasser- und Küstenkontamination
3) Terrestrische Umwelt: Kontamination von Böden, Zerstörung von Agrarland & Gewächshäusern
4) Urbane Umwelt: „Urbicide“ & die Zerstörung von Kulturgut
5. Diskussion: Synthese der Ergebnisse und theoretische Implikationen
6. Fazit und Reflexionen
Diese Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Ökozid und Genozid im Kontext der aktuellen Militäroperationen in Gaza. Ziel ist es, die systematische Zerstörung natürlicher und urbaner Ökosysteme als potenzielle Methode eines Genozids zu analysieren, indem die Interdependenzen zwischen ökologischen Schäden und der Schwächung der palästinensischen Bevölkerung beleuchtet werden.
Ökozid-Konzept im Rahmen dieser Arbeit
Wie eingangs erwähnt, wird der Ökozid in verschiedenen Konventionen beschrieben, variiert aber auch in seiner Definition innerhalb von diesen. In Artikel 8(2)(b)(iv) des Römischen Statuts werden Umweltschäden als kriminell eingestuft, wenn sie „widespread, long-term and [Herv. durch Verf.] severe“ sind (ICC Rome Statute 2021), während sie im Rahmen des Umweltkriegsübereinkommens „widespread, lasting or [Herv. durch Verf.] severe“ sein können (ENMOD 1976). Der dreigliedrige Anspruch erschwert es dem Internationalen Strafrecht, eine Handlung als Ökozid einzustufen (vgl. Minkova Heller/Lawrence 2007; Yuzon 1996; Minkova 2023). Dazu kommt der Aspekt der mens rea, die auch in der Defintion des IEPs vorkommt und somit eine zu erfüllende Voraussetzung für eine strafrechtliche Verfolgung legt. Aus diesem Grund wird der Ökozid-Begriff in dieser Arbeit in Anlehnung an die Definition von Higgins verwendet, wonach die bloße Beschädigung, Zerstörung oder der Verlust eines Ökosystems als Ökozid gilt, wenn die friedliche Nutzung durch die BewohnerInnen dieses Gebiets stark beeinträchtigt wird, sowohl menschenbedingt als auch durch natürlich aufkommende Ursachen. In diesem Sinne möchte ich die Definition von Higgins erweitern, indem ich klarstelle, dass 1) Ökosysteme sowohl natürlicher als auch urbaner Natur sind (vgl. Pandit et al. 2017) und 2) die BewohnerInnen eines Gebiets nicht auf den Menschen beschränkt sind.
1. Einführung: Die Einleitung skizziert die Forschungsproblematik und führt in das zentrale Thema der Verflechtung von Ökozid und Genozid im Kontext von Gaza ein.
2. Theoretischer Rahmen: Der Ökozid-Genozid Nexus: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen und historischen Definitionen von Ökozid und Genozid und stellt das theoretische Gerüst für ihre Verbindung dar.
3. Methodik: Hier werden das Forschungsdesign als Case Study, die Materialauswahl sowie die Operationalisierung der Analyse-Kategorien beschrieben.
4. Case Study: Ökozid in Gaza: Dieses Kapitel liefert die Kontextualisierung der Situation in Gaza und eine detaillierte Analyse der ökologischen Zerstörungen in verschiedenen Umweltbereichen.
5. Diskussion: Synthese der Ergebnisse und theoretische Implikationen: Die Ergebnisse werden hier zusammengeführt, um die theoretischen Implikationen für den Zusammenhang von ökologischer Zerstörung und genozidalen Auswirkungen zu diskutieren.
6. Fazit und Reflexionen: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert über die Bedeutung der Anerkennung von Ökozid als Völkerrechtsverbrechen.
Ökozid, Genozid, Gaza, Palästina, Umweltzerstörung, Urbicide, Structural Violence, Völkerrecht, koloniale Gewalt, Ökosystem, Menschenrechte, Umweltkrieg, Systematische Zerstörung, Friedliche Nutzung, Lebensgrundlage.
Die Arbeit untersucht, ob und wie die durch militärische Operationen verursachte Zerstörung der Umwelt in Gaza als eine Form von Genozid bzw. als dessen Methode verstanden werden kann.
Die zentralen Themen sind die theoretische Verknüpfung von Ökozid und Genozid, die Analyse von Umweltzerstörungen durch Krieg und die kritische Untersuchung der Situation der Zivilbevölkerung in Gaza unter Besatzung.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern fungieren ökozidale Praktiken als eine Methode des Genozids, und was sind genuin genozidale Wirkungen von diesen?“
Die Arbeit nutzt den Ansatz einer qualitativen Case Study (Fallanalyse), die auf der Akkumulation von Daten aus Sekundärquellen basiert.
Im Hauptteil wird der theoretische Rahmen erarbeitet, die Methodik dargelegt und eine detaillierte Fallstudie zu Gaza durchgeführt, welche die Zerstörung von Luft, Wasser, Boden und urbanem Kulturgut analysiert.
Wesentliche Begriffe sind Ökozid, Genozid, Gaza, Palästina, Urbicide, strukturelle Gewalt und koloniale Gewalt.
„Urbicide“ beschreibt die gezielte Zerstörung der städtischen Umwelt und des Kulturguts, was in Gaza als Instrument zur Schwächung der kollektiven Identität und des Gemeinschaftslebens fungiert.
Die „mens rea“ (der Vorsatz) ist ein wichtiger juristischer Aspekt in der Debatte um die Strafbarkeit von Ökozid, wobei die Arbeit argumentiert, dass die ökozidalen Folgen auch unabhängig von expliziter Absicht genozidale Wirkungen entfalten.
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