Magisterarbeit, 2010
107 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der chinesische Internetnutzer
3. Die Internetzensur in China
3.1 Die Zensurpolitik in China
3.2 Zensurmethoden
3.2.1 Der Versuch einer flächendeckenden Zensur
3.2.2 Yahoo! und Baidu
3.2.3 Google
3.2.4 Microsoft
3.2.5 TOM Online
3.2.6 Zensur auf ISP-Ebene
3.3 Wie die Zensur umgangen werden kann
4. Die chinesische Eigenperspektive
4.1 Wie Chinesen mit der Zensur umgehen
4.2 Wie Chinesen die Internetzensur bewerten
5. Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht das System der Internetzensur in China mit einem besonderen Fokus auf die Wahrnehmung und den Umgang der chinesischen Internetnutzer mit dieser staatlichen Kontrolle. Dabei soll geklärt werden, ob die Zensur als bloßes Unterdrückungsinstrument wahrgenommen wird oder ob innerhalb der chinesischen Bevölkerung ein differenzierteres Bild besteht.
3.1 Die Zensurpolitik in China
Um eine landeseigene Zensur besser verstehen zu können, sollte man zuerst die offizielle Position der Regierung zum Thema Zensur betrachten. Eine „unkontrollierbare Kommune“ nennt 1996 das amtsälteste Mitglied des Ministeriums für öffentliche Sicherheit in China das Internet. Es wird als etwas beschrieben, was nicht gut für junge Menschen ist. Diese Worte sind an US-Amerikanische und britische Delegierte gerichtet, welche zum Thema Sicherheit und Internet eine Reise nach China unternahmen. Der US-Amerikanische Delegierte Edwin B. Heinlein kam bei diesem Besuch zu dem Schluss, dass China damals technisch noch weit hinterher hinkte, was die Sicherheit von Systemen im Netz betrifft. Hauptsächlich bezog er sich dabei auf die Abwehr gegen Viren, denn dies schien damals das Hauptproblem der chinesischen Internetsphäre gewesen zu sein. So verwundert es nicht, dass das temporäre Regelwerk für das Management von internationalen Netzwerken von Computerinformationen, welches Heinlein entgegen nehmen durfte, „schädliches Gedankengut“ nur kurz anspricht.
Im Jahr 2000 rief das Ministerium für öffentliche Sicherheit (公安部 Gōng’ānbù) das Projekt „Golden Shield“ ins Leben. Dieses trieb die Aneignung fortschrittlicher Informations- und Kommunikationstechnologien an, was im Wesentlichen die Polizeiarbeit beschleunigen und effizienter machen sollte. Das Internet wurde somit in einen großen Überwachungsapparat modelliert, der den Nutzern einen schnellen und sicheren Internetzugang gewähren sollte und im Gegenzug die Möglichkeit, jeden Nutzer überwachen zu können, einforderte.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die rasante Entwicklung des Internets in China und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich der staatlichen Zensur und der gesellschaftlichen Wahrnehmung.
2. Der chinesische Internetnutzer: Dieses Kapitel beschreibt das demografische Profil der chinesischen Internetnutzer, die primär jung, gebildet und in städtischen Regionen ansässig sind.
3. Die Internetzensur in China: Dieser Hauptteil analysiert die politische Strategie, die technischen Methoden der Filterung sowie die Beteiligung von in- und ausländischen Unternehmen am Zensurapparat.
4. Die chinesische Eigenperspektive: Kapitel 4 untersucht anhand von empirischen Daten und Interviews, wie die chinesische Bevölkerung die Zensur persönlich erlebt und bewertet.
5. Schlussfolgerung: Die Arbeit endet mit einem Fazit, das die Ineffektivität kurzfristiger, von außen aufoktroyierter Lösungen betont und stattdessen auf eine langsame Entwicklung der gesellschaftlichen Wahrnehmung hinweist.
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Die Arbeit analysiert das System der Internetzensur in China und beleuchtet dabei sowohl die technischen und politischen Rahmenbedingungen als auch die Sichtweise der chinesischen Internetnutzer.
Die zentralen Themen sind die staatliche Zensurpolitik, die Mitwirkung von Unternehmen, die technischen Aspekte der Überwachung sowie die gesellschaftliche Haltung zur Internetkontrolle.
Das Ziel ist es, ein realistisches und neutrales Bild der Internetzensur in China zu zeichnen, fernab von einseitigen Darstellungen, und zu ergründen, wie Chinesen diese Regulierung selbst wahrnehmen.
Der Autor greift auf eine Analyse politischer Maßnahmen, technischer Berichte, Statistiken und qualitative Befragungen bzw. Interviews zurück, um das Thema zu erschließen.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Zensurtheorie, detaillierte Zensurmethoden (wie ISP-Blockaden oder Keyword-Filter) und die Darstellung der spezifischen Rolle von Unternehmen wie Google, Microsoft und Yahoo.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Internetzensur, China, Überwachung, politische Kontrolle, Selbstzensur und digitale Infrastruktur definiert.
Die Arbeit zeigt auf, dass diese Unternehmen vor dem Dilemma stehen, einerseits lokale Gesetze einzuhalten, um den Marktzutritt zu sichern, und andererseits ihre eigene Firmenphilosophie zu wahren.
Die Arbeit legt dar, dass die Regierung durch das Schaffen eines Überwachungsdrucks darauf abzielt, dass Nutzer aus Angst vor Konsequenzen ihre Inhalte selbst regulieren und so politisch sensible Themen von vornherein meiden.
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