Diplomarbeit, 2010
122 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
Einleitung
Aufbau und Vorgehensweise
1 Biologischer Teil: Wie kommt es zur Händigkeit?
1.1 Definition der Händigkeit
1.2 Ursachen für Einhändigkeit
1.2.1 Laterale Dominanz der Großhirnhälften
1.2.2 Vererbung der Händigkeit
1.2.3 Weitere mögliche Ursachen
1.3 Häufigkeit/ Verteilung
Zwischenfazit zum biologischen Teil
2 Soziologischer Teil: Die rechtsorientierte Gesellschaft
2.1 Die Aufwertung der rechten Hand
2.1.1 Sprachliche Herkunft – die Rolle des Aberglaubens
2.1.2 Religiöse Herkunft
2.1.3 Politische Herkunft
2.1.4 Weitere Ursachen
2.2 Legenden und Mythen zur Linkshändigkeit
2.3 Alltagsprobleme
2.4 Lösung aller Probleme durch Ambidextrie?
2.5 Wie erkennt man einen Linkshänder?
2.5.1 Schnelltests
2.5.2 Präferenz- und Leistungsdominanz
2.5.3 Fragebögen zur Erfassung der Händigkeit
2.5.4 Zwischenfazit zu den Testverfahren
2.6 Umschulung und deren Folgen
2.7 Rückschulung – sinnvoll oder kontraproduktiv?
Zwischenfazit zum soziologischen Teil
3 Gesellschaftlicher Umgang mit abweichendem Verhalten
4 Empirische Untersuchung
4.1 Auswahl der Untersuchungsgruppen
4.2 Vorgehensweise
4.2.1 Untersuchungsgruppe 1: SchauspielerInnen
4.2.2 Untersuchungsgruppe 2: ProfitennisspielerInnen
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Untersuchungsgruppe 1: SchauspielerInnen
4.3.2 Untersuchungsgruppe 2: ProfitennisspielerInnen
4.4 Zusammenfassung
4.4.1 Untersuchungsgruppe 1: SchauspielerInnen
4.4.2 Untersuchungsgruppe 2: ProfitennisspielerInnen
5 Diskussion
6 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Ursachen und gesellschaftliche Wahrnehmung von Linkshändigkeit. Zentral ist die Frage, wie ein linkshändiger Mensch in einer rechtsorientierten Gesellschaft zurechtkommt und ob diese Abweichung von der Norm zwingend eine Benachteiligung darstellt oder durch Anpassungsfähigkeit kompensiert werden kann.
2.5.1 Schnelltests
Viele der professionellen Testmethoden zur Feststellung der Händigkeit sind entweder kostspielig oder dauern mehrere Stunden. Wer sich seiner Händigkeit nicht sicher ist, kann deshalb einige Schnelltests durchführen. Diese sind zwar nicht hundertprozentig aussagekräftig, können aber Tendenzen sichtbar machen (vgl. Zoche 2002: 60).
Es gibt diverse, sehr einfache und deshalb auch häufig unzuverlässige Methoden, wie man die Händigkeit eines Menschen erkennt: Dazu gehört die Beobachtung, mit welcher Hand die Person manuelle Tätigkeiten durchführt. Allerdings wird dabei häufig konditioniertes Verhalten mit der ‚falschen‘ (umgeschulten) Hand nicht erkannt. SATTLER empfiehlt, dass „besondere Aufmerksamkeit auf spontane, ungeübte Handlungsabläufe gerichtet werden“ sollte, „die noch nicht in eingeübten Automismen verankert sind“ (ebd. 1996a: 269). Würde man beispielsweise einer Person einen Gegenstand zuwerfen, so wird er oder sie automatisch mit der ‚richtigen‘ Hand gefangen, weil es sich dabei um einen Reflex handelt
„Reflexe sind nicht vom Verstand oder vom Erlernten beeinflusst, deshalb fangen selbst umgelernte Linkshänder mit ihrer linken Hand“ (Wikimedia 2009b: 3).
Dieser Test ist allerdings wissenschaftlich nicht anerkannt.
Wenn man beispielsweise mit beiden Händen klatscht, dann klatscht die stärkere Hand in die schwächere. Bei LinkshänderInnen heißt das, sie klatschen mit der linken Hand in die rechte, die dabei eher steif bleibt. Eine andere Möglichkeit wäre, die Hände wie zum Beten ineinander zu legen. Der oben liegende Daumen gehört zur stärkeren Hand.
1 Biologischer Teil: Wie kommt es zur Händigkeit?: Untersucht anatomische und genetische Erklärungsansätze für Links- und Rechtshändigkeit sowie deren statistische Verteilung.
2 Soziologischer Teil: Die rechtsorientierte Gesellschaft: Analysiert die historische, religiöse und politische Aufwertung der rechten Hand und die daraus resultierende Stigmatisierung der Linkshändigkeit.
3 Gesellschaftlicher Umgang mit abweichendem Verhalten: Erläutert mithilfe der 'Chicago School of Sociology' die Mechanismen, wie Gesellschaften mit Abweichungen von Normen umgehen.
4 Empirische Untersuchung: Präsentiert eine eigene Studie zum Anteil von LinkshänderInnen in den Berufsgruppen Schauspiel und Profitennis.
5 Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse der empirischen Studie und setzt sie in den Kontext der theoretischen Hypothesen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine stärkere Akzeptanz der Händigkeit als natürliche Variation.
Linkshändigkeit, Rechtshändigkeit, Lateralität, Einhändigkeit, Umschulung, Händigkeitstest, Großhirnhälften, Soziologie, Stigmatisierung, SchauspielerInnen, ProfitennisspielerInnen, Ambidextrie, Normalverteilung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Phänomen der Linkshändigkeit, ihren biologischen Ursachen und ihrer gesellschaftlichen Einordnung in einer primär rechtshändig orientierten Welt.
Die Arbeit beleuchtet biologische Faktoren, historische und kulturelle Hintergründe der Rechtspräferenz sowie die Auswirkungen der Umschulung und die daraus resultierenden Alltagsprobleme für Linkshänder.
Das Ziel ist es, Linkshändigkeit als natürliche Variation darzustellen und zu belegen, dass Linkshänder im Vergleich zu Rechtshändern nicht zwangsläufig benachteiligt sind.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung von Literatur aus Hirnforschung und Soziologie mit einer eigenen empirischen Untersuchung von SchauspielerInnen und ProfitennisspielerInnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biologische Analyse der Händigkeit und eine soziologische Betrachtung des gesellschaftlichen Umgangs mit Abweichungen sowie einer empirischen Datenanalyse.
Wichtige Begriffe sind Lateralität, Umschulung, Rechtsorientierung der Gesellschaft, Ambidextrie und die Theorie abweichenden Verhaltens.
Diese Gruppen wurden gewählt, da bei SchauspielerInnen eine hohe kreative Hemisphären-Nutzung vermutet wird und im Tennissport spezifische strategische Vorteile für Linkshänder diskutiert werden.
Die Umschulung wird von den meisten zitierten Autoren als massiver Eingriff abgelehnt, da sie keine tatsächliche funktionale Veränderung bewirkt, aber schwere sekundäre psychische Folgen haben kann.
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