Examensarbeit, 2009
105 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Auswahl der untersuchten Städte
3. Beschreibung historischer Hintergründe der Untersuchungsstädte
3.1 Beschreibung der Stadt Münster
3.2 Beschreibung der Stadt Kiel
3.3 Beschreibung der Stadt Chemnitz
3.4 Beschreibung der Stadt Augsburg
4. Auswahl und Beschreibung der Hilfsmittel für eine Untersuchung der Apothekennamen
4.1 Kategorisierung der Apothekennamen nach Hellfritzsch
4.2 Modifizierte Kategorisierung
5. Benennungsmotive
5.1 Geographische Namen
5.2 Namen aus der Natur
5.3 Personennamen
5.4 Namen aus Mythologie und Religion sowie Fabelwesen
5.5 Namen, die aus anderen Sprachen entlehnt sind sowie Wortneuschöpfungen
5.6 Objektnamen und Himmelskörper
5.7 Sonstige Namen
6. Auswertung der Statistischen Daten
6.1 Auswertung nach der Reihenfolge der Gesamtplatzierung
6.2 Auswertung nach einzelnen Gruppen
6.3 Auswertung nach einzelnen Städten
6.3.1 Münster
6.3.2 Kiel
6.3.3 Chemnitz
6.3.4 Augsburg
7. Zusammenfassung der Ergebnisse
8. Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Benennungsmotive von Apotheken in einem regionalen Vergleich zwischen vier ausgewählten deutschen Städten zu analysieren und sprachwissenschaftliche Erkenntnisse über die Namenswahl zu gewinnen.
5.2 Namen aus der Natur
Apotheken trugen zu Entstehungsbeginn keine Namen. Dies schien bei der geringen Anzahl von Einrichtungen auch nicht notwendig zu sein. Als immer mehr Apotheken errichtet wurden, entschloss man sich, die Einrichtungen neben einer Bezeichnung nach Lageangaben auch nach den Häusernamen zu benennen (vgl. Korak 2008). Früher wurden Einkerbungen genutzt, um Vieh, Holz, Bäume und Häuser als Eigentum zu markieren (vgl. Kunze 2004:105). An Stelle dieser Hausmarkierungen traten ab dem 13. Jh. Darstellungen von Pflanzen, Tieren und Gegenständen, die sogenannten Hauszeichen (vgl. ebd.). Nach diesen Zeichen wurden Häuser benannt wie z.B. „Haus zur Rose“ oder „Haus zum Bären“ (vgl. ebd.). Seit dem 17. Jh. wurden die Hauszeichen von den Hausnummern verdrängt (vgl. ebd.). In den alten Apothekennamen konnten sie jedoch überleben. Insbesondere Tier- und Pflanzennamen wie beispielsweise „Löwen Apotheke“ oder „Rosen Apotheke“ wurden typische Namen für Apotheken und sind heute aus den Listen der Apothekennamen nicht mehr wegzudenken. Äußerlich schmückten die Apotheker ihre Läden mit Wahrzeichen (vgl. Gaude 1979:81). Sie waren die erste Form der Kundenwerbung, aus denen auch ein Analphabet erkennen konnte, welches Handwerk der Besitzer ausübte (vgl. ebd.). Aus den allgemeinverständlichen Darstellungen griff man bekannte Symbole des täglichen Lebens heraus, wie beispielsweise einen Mörser mit Stößel. Aber auch aus der Umwelt wurden Sinnbilder ausgewählt (vgl. ebd.). Tiersymbole werden häufig auch von Gleichnissen aus der Bibel oder aus Wundersagen abgeleitet (vgl. Gaude 1979:82).
Die Tiere und Pflanzen, die in diesen Zusammenhängen vorkommen, werden im Mittelalter häufig auch zur Herstellung von Arzneimittel verwendet (vgl. ebd.). Die Eigenschaften der Tiere sollten so auf den Menschen übergehen. Zu den häufigsten Tieren, die für die Arzneimittelherstellung verwendet wurden, gehörten Löwe, Adler, Hirsch, Bär, Steinbock, Elefant, Schwan, Storch, Strauß und Schlange (vgl. ebd.). Tiere, die in der Arzneimittelherstellung von Bedeutung waren, konnten auch zu Namengebern für Apotheken werden. Ebenso konnten regionale Bezüge ausschlaggebend gewesen sein, um ein Tier im Apothekennamen zu verewigen. Löwen- und Adler- Apotheken findet man oft in Gebieten, in denen Löwe und Adler als Wappentier vorherrschten.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entstehung des Apothekenbegriffs und des Arzneiwesens sowie die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die die Apothekenbenennung beeinflussten.
2. Auswahl der untersuchten Städte: Hier wird die Auswahl von Münster, Kiel, Chemnitz und Augsburg als Vergleichsstädte begründet, wobei Einwohnerzahl und geographische Lage als primäre Selektionskriterien dienen.
3. Beschreibung historischer Hintergründe der Untersuchungsstädte: Das Kapitel bietet einen Überblick über die historische Entwicklung und regionale Besonderheiten der vier untersuchten Städte Münster, Kiel, Chemnitz und Augsburg.
4. Auswahl und Beschreibung der Hilfsmittel für eine Untersuchung der Apothekennamen: Dieses Kapitel erläutert die Methodik der Datenerhebung über die Internetseite „www.aponet.de“ sowie die Kategorisierung der Namen basierend auf Hellfritzsch.
5. Benennungsmotive: Hier werden die verschiedenen Kategorien der Apothekenbenennung, wie geographische Namen, Naturnamen, Personennamen und religiöse Motive, im Detail analysiert.
6. Auswertung der Statistischen Daten: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten in Diagrammen aufbereitet und sowohl städteübergreifend als auch stadtspezifisch analysiert.
7. Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen und hebt die Bedeutung geographischer Benennungsmotive hervor.
8. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Grenzen der Untersuchung und formuliert weiterführende Fragestellungen für künftige sprachwissenschaftliche Arbeiten.
Apothekennamen, Namenkunde, Regionalvergleich, Benennungsmotive, Hellfritzsch, Sprachwissenschaft, Namenforschung, Münster, Kiel, Chemnitz, Augsburg, Onymik, Arzneimittelwesen, Stadtgeschichte, Symbolik
Die Arbeit untersucht die Benennungsmotive von Apotheken in Deutschland anhand eines Vergleichs von vier ausgewählten Städten, um sprachwissenschaftliche Strukturen bei der Namenswahl aufzudecken.
Zentrale Themen sind die historische Genese von Apothekennamen, deren Kategorisierung nach wissenschaftlichen Kriterien und die statistische Auswertung ihrer regionalen Verteilung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie regionale Einflüsse sowie historische und kulturelle Hintergründe die Namensgebung von Apotheken beeinflussen.
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen statistischen Auswertung von Apothekennamen, die mittels einer Online-Datenbank erhoben und anhand einer modifizierten Kategorisierung nach Volkmar Hellfritzsch klassifiziert wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Beschreibung der Untersuchungsstädte, der Begründung der Kategorisierung sowie der umfangreichen Auswertung der Benennungsmotive (z.B. Geographie, Natur, Personen).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Apothekennamen, Namenkunde, Regionalvergleich, Namenforschung und Onymik charakterisieren.
Der Vergleich ermöglicht es, regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen, wie etwa die Häufigkeit von religiös motivierten Namen in katholisch geprägten Gebieten im Vergleich zu anderen Regionen.
Die Auswahl erfolgte primär anhand der Einwohnerzahlen, um eine vergleichbare Größenordnung zu Münster zu erreichen, sowie unter Berücksichtigung der geographischen Abdeckung von Himmelsrichtungen in Deutschland.
Apothekenketten wie „Doc Morris“ wurden ausgeschlossen, da ihre Namen nicht auf regionalen oder historischen Entwicklungsprozessen basieren, sondern wirtschaftswissenschaftlich motiviert sind, was das sprachwissenschaftliche Ziel der Untersuchung verfälschen würde.
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