Bachelorarbeit, 2025
37 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Das Trinkgeld in der Schweiz zwischen 1950 und 1970 aus sozialhistorischer Sicht
1.1 Die Modernisierung der Schweiz
1.1.1 Neues Trinkgeld durch Mobilität
1.1.2 Mehr Trinkgeld in der Schweizer Konsumgesellschaft
1.1.3 Die Lohnverhältnisse im unteren Gesellschaftssegment der Schweiz: Lohnsteigerung im Wirtschaftsboom versus Notwendigkeit des Trinkgeldes
1.2 Das Trinkgeld im Wertewandel der Jahre zwischen 1950 und 1970
1.2.1 Das Trinkgeld der ungelernten aufstiegsunwilligen weiblichen Servicekraft
1.2.2 Trinkgeldabhängigkeit trotz Wertewandel in den 50er- und 60-er-Jahren
2. Trinkgeld in der von 1950 bis 1970 im deutschsprachigen und Schweizer Sprachraum rezipierten normativen Literatur (Ratgeber und Benimmbücher) mit besonderer Berücksichtigung der Serviertochter (Kellnerin)
2.1 Die Abwesenheit der Schweizer Serviertochter als politisch mündiges Individuum
2.2 Trinkgeld gegen harte Arbeit und Leistung
2.3 Das anständige Trinkgeld
2.4 Trinkgeld fürs gute Ansehen
2.5 Der weibliche Trinkgeldnehmer und die Anti-Helden von Sitte und gutem Ansehen
1. Gültige Regulierungsbemühungen zugunsten von Trinkgeldgebern und -nehmern in der Schweiz zwischen 1950 und 1970
4. Die drei dominanten Theorien zum Trinkgeld in den rezipierbaren Benimmbüchern und Ratgebern der Schweiz von 1950 bis 1970
4.1 Das Trinkgeld des «homo oeconomicus»
4.2 Trinkgeld als soziale Norm
4.3 Trinkgeld für das gute Ansehen des männlichen Repräsentanten der bürgerlichen Gesellschaftsschicht
SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wertewandel in der Schweiz zwischen 1950 und 1970 anhand der Praxis des Trinkgeldgebens und -nehmens. Zentral ist dabei die wissenschaftliche Analyse historischer Quellen, um zu klären, warum Trinkgeld trotz fehlender rechtlicher Verpflichtung als soziale Norm fortbesteht und welche Rolle dabei die Selbstdarstellung des Trinkgeldgebers spielt.
2.3 Das anständige Trinkgeld
Sigg betrachtet das Trinkgeld als Sitte, der sich das freie Individuum unterzuordnen hat, um an Anständigkeit nichts zu wünschen übrigzulassen:
Wenn wir ‹freiwilliges› Trinkgeld sagen, so müssen wir ausdrücklich darauf hinweisen, daß eben auch die Sitte eine feste Größe darstellt, die kein anständiger Mensch umgeht, und daß – wo althergebrachte Tradition ein Trinkgeld vorschreibt – dasselbe nicht umgangen werden darf. Es gibt überall – nach Ort und Land verschieden – ungeschriebene Gesetze über das Wo, Wann und Wie des Trinkgeldes.51
Demnach gibt es keine Grenze nach oben, jedoch eine nach unten. Die, so kann der Leser schlussfolgern, im Nichtgeben besteht. Das wäre ein Sittenverstoss, und zwar immer dort, wo der Trinkgeldgeber aus Sicht des Kellners sowie dessen Arbeitgeber dafür zuständig ist, für das Trinkgeld als Teil des Lohnes aufzukommen. Die Sitte des Trinkgeldes nimmt ihn in die Pflicht, im Sinne eines sozialwirtschaftlichen Individualfaktors:
«Deutlich gesagt sei auf alle Fälle, daß überall da, wo das Trinkgeld nicht ‹inbegriffen› ist, sowohl der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer mit dem Trinkgeld als festen Bestandteil des Lohnes rechnen.»52
Somit kommt es für Sigg auf das soziale, regionale Gesamtgefüge an, wie sich der Gast gegenüber dem Kellner im Falle des Trinkgeldes zu verhalten hat.
1. Das Trinkgeld in der Schweiz zwischen 1950 und 1970 aus sozialhistorischer Sicht: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss des Wirtschaftsbooms auf die Schweizer Gastronomie und analysiert die Lohnstruktur sowie die Position ungelernter weiblicher Servicekräfte.
2. Trinkgeld in der von 1950 bis 1970 im deutschsprachigen und Schweizer Sprachraum rezipierten normativen Literatur (Ratgeber und Benimmbücher) mit besonderer Berücksichtigung der Serviertochter (Kellnerin): Hier wird untersucht, wie normative Quellen das Trinkgeld thematisieren und welche Rolle – bzw. Unsichtbarkeit – der Serviertochter dabei zugeschrieben wird.
1. Gültige Regulierungsbemühungen zugunsten von Trinkgeldgebern und -nehmern in der Schweiz zwischen 1950 und 1970: Das Kapitel analysiert gewerkschaftliche Bemühungen und den Einfluss des Gesamtarbeitsvertrags auf die Trinkgeldpraxis.
4. Die drei dominanten Theorien zum Trinkgeld in den rezipierbaren Benimmbüchern und Ratgebern der Schweiz von 1950 bis 1970: Es werden die ökonomische Theorie, die soziale Norm sowie das Trinkgeld zur Selbstdarstellung als theoretisches Gerüst für die Trinkgeldpraxis herausgearbeitet.
SCHLUSS: Diese Sektion fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und reflektiert die zukünftige Bedeutung der Forschung zu den bisher historisch vernachlässigten Berufsgruppen im Service.
Trinkgeld, Schweiz, Wirtschaftsboom, Sozialgeschichte, Serviertochter, Wertewandel, Benimmbücher, Soziale Norm, Trinkgeldgeber, Trinkgeldnehmer, Lohnstruktur, Gastgewerbe, Selbstdarstellung, Gesamtarbeitsvertrag, Geschichte.
Die Bachelorarbeit untersucht die historische Entwicklung und soziologische Bedeutung des Trinkgeldes in der Schweiz zwischen 1950 und 1970.
Die Arbeit fokussiert auf den Einfluss des Wirtschaftsbooms, die Lohnverhältnisse im Gastgewerbe, die Bedeutung von Benimmregeln sowie den Status von Servicemitarbeiterinnen.
Das Ziel ist es, den Wertewandel in der Schweiz aufzuzeigen und zu erklären, warum Trinkgeld trotz fehlender rechtlicher Notwendigkeit als soziale Norm weitergeführt wurde.
Die Verfasserin nutzt primär die Methode der historischen Textanalyse von normativen Quellen, wie Benimmbüchern und Ratgebern, ergänzt durch sozialhistorische Daten.
Der Hauptteil analysiert die Modernisierung der Schweiz, die Lohnstrukturen im Gastgewerbe, die Darstellung des Servicepersonals in der Literatur und die drei zentralen Trinkgeld-Theorien.
Kernbegriffe sind Trinkgeld, Sozialgeschichte, Schweiz, Wirtschaftsboom, Serviertochter, Soziale Norm und gesellschaftliche Selbstdarstellung.
Im Gegensatz zur sozialen Norm oder dem Streben nach Ansehen basiert das Handeln des «homo oeconomicus» auf einem rationalen Austausch von Trinkgeld gegen eine spezifische, gute Serviceleistung.
Sie stellt den dominanten Trinkgeldempfänger in einfachen Gasthäusern dar, kämpfte jedoch mit geringem Sozialprestige und wurde in der Literatur oft in einer prekären, teils instrumentalisierten Rolle beschrieben.
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