Sammelband, 2010
77 Seiten
Vorwort
Schule und Recht
1. Sonntagsruhe und Kleiderordnung
2. Die Schule als Rechtsraum
3. Recht und Rechtskunde als Unterrichtsfach und AG
4. Zur Affinität von Philologie und Jurisprudenz
5. Rechtsfragen im Literaturunterricht
6. Rechtsfragen im Geschichtsunterricht
7. Ausblick
Facharbeiten in der gymnasialen Oberstufe – Ein Erfahrungsbericht
1. Grundsätzliches
2. Facharbeiten: Rechtlicher Rahmen und pädagogische Freiheit
3. Facharbeiten aus der Sicht des Schülers
4. Erfahrungen und Perspektiven
Der Heerdter Hof unter’m Hammer – Von der fremdsprachlichen Quelle zur lokalgeschichtlichen Facharbeit
Beratung in der differenzierten Oberstufe – Bilanz und Perspektiven
Aspekte des Fremdsprachenunterrichts am Beispiel des Französischen
Französischunterricht in der katholischen Schule unter besonderer Berücksichtigung literarischer Texte in der Oberstufe
1. Prolegomena zum Selbstverständnis der katholischen Schule
Die Fragestellung
Zur Legitimation der katholischen Schule
Die Rolle der Unterrichtsinhalte
Die Mittlerfunktion des Lehrers
Zu den Kriterien für die Auswahl literarischer Texte
Exkurs: Das Bedürfnis nach religiöser Fragestellung
2. Die Frage nach dem „Christlichen“ in der französischen Literatur und im Oberstufenunterricht
Was ist „christliche“ Literatur?
„Christliche“ Autoren aus Frankreich
Das „christliche“ Jahrhundert
„Christliche“ Literaturgattungen
„Christliche“ Themen, Stoffe, Motive und Symbole
„Christliche“ Strömungen in der Literatur
Ideengeschichte und Christentum
Zur Frage nach der „Christlichkeit“ literarischer Texte
3. Eine literarische Reihe zum Motiv der Heimkehr des verlorenen Sohnes
Maupassant, Mon oncle Jules
Prévert, Le retour au pays
Gide, Le retour de l’enfant prodigue
Cesbron, L’enfant prodigue revient toujours trop tôt
Camus, Le Malentendu
Albert Camus’ Vortrag La Crise de l’homme in seiner Zeit
„Jetzt sind wir auch verfassungsmäßig die Herren des Reiches.“ Verfassungsrechtliche und verfahrenstechnische Aspekte der Einbringung und Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes
Zur Interpretation von Ambivalenzen - Zwei Texte und ihre Affinitäten
Die Arbeit analysiert die Verflechtung von schulischem Alltag, Recht und fachdidaktischen Anforderungen im Kontext der gymnasialen Oberstufe. Dabei wird untersucht, wie Lehrkräfte juristische und existenzielle Fragestellungen in den Unterricht integrieren und welche Rolle diese bei der Wertevermittlung und Persönlichkeitsbildung spielen.
3. Facharbeiten aus der Sicht des Schülers
Nun konnte die eigentliche Arbeit beginnen, nämlich die allgemeine Vorbereitung der Schüler der 11. JgSt auf die Facharbeit durch die Deutschlehrer und die schriftliche und mündliche Information durch die Schulleitung im Rahmen der regelmäßigen Informationsveranstaltungen am Ende der 11. und zu Beginn der 12. Jahrgangsstufe. Da wir beschlossen hatten, dass für alle Schüler die erste Klausur in 12.2 (in einem Fach) durch die Facharbeit ersetzt wird, dass die Bearbeitungszeit der FA sechs Wochen beträgt und der Abgabetermin unmittelbar vor den Studienfahrten (die in der letzten Woche vor den Osterferien stattfinden) liegt, musste man die Schüler fachspezifisch (kursintern) während des 1. Halbjahres der 12. JgSt vorbereiten. Themenfindung und Themenwahl waren unmittelbar vor bzw. nach den Weihnachtsferien, spätestens aber Ende Januar abgeschlossen.
Da niemals ein ganzer Kurs sich in dem entsprechenden Fach für eine FA entscheidet, müssen die Fachlehrer in der Planungs- und Durchführungsphase mit den einzelnen Schülern Sondertermine vereinbaren, um die FA angemessen betreuen zu können. Dies und weitere Formalia (besonders die Termine der Themenvergabe, der Arbeitsabgabe usw.) wurden in einem vom Schüler jeweils zu unterschreibenden Protokollbogen festgehalten. Die Frage des Schülers, in welchem Fach er seine Facharbeit schreiben soll, kann hier nicht differenziert beantwortet werden. Neben taktischen Gesichtspunkten (Erwartung einer „guten“ Note in einem Fach, in dem man gerade mit Klausuren seine liebe Not hat) hat das Interesse am Fach bzw. an einer bestimmten Thematik (bzw. Problemstellung) – oft aus dem Unterricht erwachsen – sicherlich Vorrang. Die erste JgSt 12, die an unserer Schule Facharbeiten geschrieben hat, hat dies überwiegend in den Gesellschaftswissenschaften getan (53% der Schüler dieser Stufe); 22% haben sich für das sprachlich-literarisch-künstlerische und 25% für das mathematisch-naturwissenschaftliche Aufgabenfeld entschieden. Wenn man noch die Frage stellt, ob sich die Schüler eher für einen ihrer beiden Leistungskurse (LK) oder für einen Grundkurs (GK) entschieden, so gab dieses sicherlich höchst untypische Einzelergebnis insofern keinen Aufschluss, als in dieser JgSt 51% der Schüler für einen LK und 49% von ihnen für einen GK votierten.
Schule und Recht: Dieses Kapitel erörtert das Verhältnis von Schule und Rechtsordnung, wobei insbesondere die Rolle von Rechtstexten im Alltag von Lehrkräften und die Problematik von Gesetzen in fiktionalen sowie realen Schulräumen beleuchtet wird.
Facharbeiten in der gymnasialen Oberstufe – Ein Erfahrungsbericht: Der Autor schildert die praktische Einführung der Facharbeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Herausforderungen für Lehrer und Schüler bei der Themenwahl und Betreuung.
Der Heerdter Hof unter’m Hammer – Von der fremdsprachlichen Quelle zur lokalgeschichtlichen Facharbeit: Hier wird der Verkauf eines historischen Guts im 19. Jahrhundert anhand einer französischen Urkunde analysiert, um eine Verbindung zwischen Lokalgeschichte und größeren historischen Umwälzungen herzustellen.
Beratung in der differenzierten Oberstufe – Bilanz und Perspektiven: Das Kapitel reflektiert die Entwicklung der schulischen Beratung seit den 70er Jahren und betont deren Notwendigkeit als Prinzip einer humanen Schule.
Aspekte des Fremdsprachenunterrichts am Beispiel des Französischen: Es wird die Frage nach der Identität und dem pädagogischen Freiraum einer katholischen Privatschule im Vergleich zu öffentlichen Einrichtungen untersucht.
Französischunterricht in der katholischen Schule unter besonderer Berücksichtigung literarischer Texte in der Oberstufe: Ein detaillierter Leitfaden zur Auswahl literarischer Texte unter Berücksichtigung christlicher Anthropologie und existenzieller Fragen.
Albert Camus’ Vortrag La Crise de l’homme in seiner Zeit: Eine kritische Auseinandersetzung mit Camus' Analyse der menschlichen Krise nach dem Zweiten Weltkrieg und deren Bedeutung für das moderne Geschichtsbewusstsein.
„Jetzt sind wir auch verfassungsmäßig die Herren des Reiches.“ Verfassungsrechtliche und verfahrenstechnische Aspekte der Einbringung und Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes: Eine wissenschaftshistorische Untersuchung der rechtlichen und politischen Umstände des Ermächtigungsgesetzes von 1933.
Zur Interpretation von Ambivalenzen - Zwei Texte und ihre Affinitäten: Der abschließende Beitrag analysiert die Möglichkeiten der Textinterpretation im Zentralabitur und die Herausforderungen bei der Vermittlung komplexer historischer Quellen.
Schule und Recht, Facharbeit, gymnasiale Oberstufe, Französischunterricht, Literaturdidaktik, Säkularisation, Christliche Literatur, Albert Camus, Existentialismus, Ermächtigungsgesetz, Nationalsozialismus, Geschichtsunterricht, Beratung, Schullaufbahnberatung, Wertevermittlung
Das Buch versammelt Aufsätze, die sich mit der Rolle der Schule in einer sich wandelnden Gesellschaft, der Bedeutung von Recht im Schulleben und der didaktischen Verantwortung von Lehrkräften befassen.
Die Schwerpunkte liegen auf schulischem Rechtsverständnis, der Einführung der Facharbeit, dem Fremdsprachenunterricht in katholischen Schulen sowie historischen Analysen zum Nationalsozialismus und zur französischen Literatur.
Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Freiheit aufzuzeigen und Lehrer dazu zu ermutigen, sich mit anspruchsvollen, auch fachübergreifenden Themen in ihrem Unterricht auseinanderzusetzen.
Der Autor nutzt einen phänomenologisch-interpretativen Ansatz, der historische Quellenanalysen mit literaturwissenschaftlichen Reflexionen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in konkrete Fallbeispiele, von der Analyse historischer Verkaufsurkunden über die didaktische Aufbereitung französischer Literatur bis hin zur verfassungsrechtlichen Untersuchung des Ermächtigungsgesetzes.
Schlüsselwörter sind unter anderem Facharbeit, Rechtsverständnis, Französischunterricht, Wertevermittlung, Geschichte, Nationalsozialismus und pädagogische Verantwortung.
Er muss sich durch eine bewusste Auseinandersetzung mit christlichen Werten und einem humanistischen Menschenbild auszeichnen, anstatt eine neutrale Kopie des öffentlichen Systems zu sein.
Es dient als verbindendes Motiv für literarische Analysen, die existenzielle Fragen nach Schuld, Sühne und menschlicher Identität aufwerfen.
Sie dienen als subjektive Zeugnisse, die das ambivalente Verhalten von Zeitgenossen im Kontext der Machtübernahme der Nationalsozialisten verdeutlichen.
Er betrachtet sie zwiespältig: Einerseits bringt sie Entlastung durch Normierung, andererseits beklagt er den Verlust der individuellen pädagogischen Spielräume und der besonderen Akzentsetzung durch die Fachlehrer.
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