Magisterarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Historische Einführung
2.2 Diagnostik und klinische Erscheinungsformen der Anorexia nervosa
2.3 Epidemiologie von Anorexia nervosa
2.4 Verlauf der Anorexia nervosa und einige Therapieansätze
2.5 Katamnese- und Verlaufsstudien
3. Essstörungen bei Männern
3.1 Allgemeine Überlegungen
3.1.1 Spezifische Symptomatik
3.1.2 Komorbidität
3.1.3 Mortalität
3.2 Sozialisation und männliche Sozialisationskonzepte
3.2.1 Theorie der Sozialisation – Konzepte zur Männlichkeit nach Connell und Meuser
3.2.2 Männliche Sozialisation – Frühkindliche und familiäre Betrachtungsweisen nach Böhnisch und Winter
3.2.3 Sozialisatorische Einflüsse durch Institutionen
3.2.4 Sozialisation des erwachsenen Mannes
3.3 Die Ätiologie gestörten Essverhaltens beim männlichen Geschlecht
3.3.1 Biologische Faktoren
3.3.2 Soziokulturelle Aspekte der Essstörung
3.3.3 Psychologische Faktoren der Essstörungen
3.4 Das Erscheinungsbild von Essstörungen bei Männern
3.4.1 Das Alter bei Beginn der Anorexia nervosa
3.4.2 Sexuelle Orientierung essgestörter Männer
3.4.3 Gewicht, Körperschema und Diäten
3.4.4 Berufliche Tätigkeiten und sportliche Betätigung als Risikofaktor für Essstörungen
3.5 Kulturtheorie und Adonis-Komplex
3.5.1 Kulturtheoretischer Einblick
3.5.2 Neuer Mann – neuer Körper
3.5.3 Die wachsende Unzufriedenheit der Männer mit ihrem Äußeren
3.5.4 Der Adonis-Komplex
3.5.4.1 Beispielerkrankung für den Adonis-Komplex – Muskeldysmorphie
3.5.4.2 Männer mit Adonis-Komplex und Essstörungen
4. Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Essstörungen beim männlichen Geschlecht, insbesondere die Anorexia nervosa, um ein besseres Verständnis für betroffene Männer in der heutigen westlichen Überflussgesellschaft zu entwickeln und die Rolle von Sozialisation, Medien und Rollenbildern bei der Entstehung dieser Krankheiten kritisch zu beleuchten.
3.1.1 Spezifische Symptomatik
Wichtig für die Untersuchungen und Forschungen hinsichtlich der Essstörungen von Männern ist es, essstörungsspezifische Symptomatik bei Betroffenen zu finden, welche eine Abgrenzung zu der Symptomatik bei betroffenen Frauen verdeutlichen kann. Da die Krankheitsbilder der unterschiedlichen Essstörungen, wie in den vergangenen Abschnitten schon oft erwähnt, sehr selten bei Männern auftreten, ist die Forschungslage hinsichtlich der Symptomatik und des Verlaufs nicht sehr ergiebig.
Autoren und Forscher, welche sich mit dieser Thematik beschäftigen, stimmen weitestgehend darin überein, dass die Symptomatik der Anorexia nervosa für Männer und Frauen sehr ähnlich ist (Beumont, Beardwood, Russel; 1972 / Burns, Crisp; 1985 / Crisp, Burns, Bhat, 1986 / Robinson, Holden; 1986 / Margo; 1987 / Sharp, Clark, Dunan, Blackwood, Sjapiro; 1994 / Olivardia, Pope, Mangweth und Hudson; 1995 / Carlat et al.; 1997 / Braun et al.; 1999 / Woodside et al.; 2001); (vgl. Krenn; 2003; S. 25). Ferner wurde in vereinzelten Studien festgestellt, dass die Hyperaktivität, welche für das Krankheitsbild der Anorexia nervosa charakteristisch ist, bei Männern häufiger auftritt, als bei betroffenen Frauen (Burns, Crisp; 1985 / Sterling, Segal; 1985 / Fichter et al.; 1985); (vgl. Krenn; 2003; S. 25). Dagegen konnten Fichter und Daser (1987), Sharp et al. (1994) und Braun et al. (1999) feststellen, dass der Substanzmissbrauch von unterschiedlichen Appetitzüglern und Laxantien bei Männern in geringerer Anzahl auftritt. Bei anderen Essstörungen, wie zum Beispiel Bulimia nervosa, konnten ähnliche und weitere Unterschiede zwischen den betroffenen Geschlechtern beobachtet werden. Trotz starken Gewichtsschwankungen (Mitchell, Goff, 1985; Schneider, Agras, 1987) sind selbstinduziertes Erbrechen, Diätverhalten, Missbrauch von Laxantien, Appetitzüglern oder Einläufen für an Bulimia nervosa erkrankte Männer eine seltenere Methode im Vergleich zu Frauen (Schneider, Agras, (1987); Garfinkel et al., (1995)). Allgemein macht es in den unterschiedlichen Forschungen den Anschein, als ob für anorektische, aber auch für bulimische Männer eine so strenge Gewichtskontrolle und auch ein strenges Diätverhalten nicht so wichtig erscheinen. (vgl. Krenn; 2003; S. 25)
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert Essstörungen als zunehmendes gesellschaftliches Problem und begründet den Fokus der Arbeit auf männliche Betroffene, da diese in der wissenschaftlichen Literatur bisher unterrepräsentiert sind.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Anorexia nervosa und erläutert medizinische Diagnostikkriterien, epidemiologische Verteilungen sowie allgemeine Therapieansätze.
3. Essstörungen bei Männern: Der Hauptteil analysiert die spezifischen Herausforderungen und Faktoren für Männer, von Sozialisationskonzepten und biologischen Aspekten bis hin zum soziokulturellen Druck durch Medien und den Adonis-Komplex.
4. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, betont die Notwendigkeit, das Bewusstsein für männliche Essstörungen zu schärfen, und kritisiert die Rolle der Medien bei der Vermittlung problematischer Körperideale.
Anorexia nervosa, Essstörungen bei Männern, Männliche Sozialisation, Adonis-Komplex, Körperwahrnehmung, Muskeldysmorphie, Schlankheitsideal, Geschlechterrollen, Bulimia nervosa, Diagnostik, Therapieansätze, Medien, Körperkult, psychische Gesundheit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Essstörungen bei Männern, speziell mit der Anorexia nervosa, und untersucht, warum Männer von diesen vermeintlichen „Frauenkrankheiten“ ebenfalls betroffen sind.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung, die spezifische männliche Sozialisation, der soziokulturelle Druck durch Medien und das Idealbild des „starken Geschlechts“ sowie der sogenannte Adonis-Komplex.
Das Ziel ist es, das gesellschaftliche Bewusstsein für das Problem männlicher Essstörungen zu erhöhen und zu ergründen, welche Rolle die Sozialisation und moderne Medien bei der Herausbildung dieser Krankheiten spielen.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien und Expertenmeinungen zu Essstörungen bei Männern zusammengetragen, verglichen und kritisch hinterfragt werden.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Ätiologie gestörten Essverhaltens bei Männern, untersucht Sozialisationskonzepte von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter und beleuchtet den Einfluss von Medien und Körperidealen.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Anorexia nervosa, männliche Sozialisation, Körperbildstörung, Muskeldysmorphie, Adonis-Komplex und soziokulturelle Einflüsse definiert.
Medien vermitteln zunehmend ein Idealbild, das einen durchtrainierten und muskulösen Körper voraussetzt. Dies kann bei Männern zu Unzufriedenheit führen und sie unter Druck setzen, ihr Gewicht oder ihre Muskelmasse zwanghaft zu verändern.
Während bei der Anorexia nervosa eine extreme Gewichtsreduktion im Vordergrund steht, streben von Muskeldysmorphie betroffene Männer einen exzessiven Muskelaufbau an, wobei beide Formen jedoch oft als Zwangsneurose mit einer Fixierung auf den Körper betrachtet werden.
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