Diplomarbeit, 2002
74 Seiten, Note: 1.7
1 EINLEITUNG
2 DIE ROLLE DES VATERS IN DER SOZIALISATION DES SOHNES
2.1 GEMEINSAME ROLLEN BEIDER ELTERNTEILE
2.2 DIE ROLLE DES VATERS
2.2.1 Theorien zur Rolle des Vaters in der geschlechtsspezifischen Sozialisation ihrer Söhne
2.2.1.1 Die klassische Psychoanalyse
2.2.1.2 Modelle der Lerntheorie
2.2.1.3 Kognitive Entwicklungstheorie
2.2.1.4 Rollentheorie
2.2.1.5 Theorieübergreifender Ansatz zur geschlechtsspezifischen Sozialisation von Nancy Chodorow
2.2.2 Die ‘Neuen Väter’
3 AUSWIRKUNGEN DES VATERVERLUSTES UND DES AUFWACHSENS OHNE VATER AUF DEN SOHN
3.1 FORSCHUNGSGESCHICHTE
3.2 AUSWIRKUNGEN DER VATERABWESENHEIT AUF DIE KOGNITIVE ENTWICKLUNG DES KINDES
3.2.1 Geschlechtsrollenidentifikation
3.2.2 Angstinterferenz
3.2.3 Konfluenz-Modell
3.2.4 Intelligenzdefizithypothese
3.3 AUSWIRKUNG DER VATERABWESENHEIT AUF DIE MORALISCHE ENTWICKLUNG DES SOHNES
3.3.1 Identifikation und Geschlechtsrollenübernahme
3.3.2 Lernen am Modell
3.3.3 veränderte Mutter-Kind-Interaktion
3.4 VATERABWESENHEIT UND DIE GESCHLECHTSROLLENENTWICKLUNG DES SOHNES
3.5 VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN BEI KINDERN DIE OHNE VATER AUFWACHSEN
4 MÖGLICHKEITEN DER KOMPENSATION DER NEGATIVEN AUSWIRKUNGEN DER VATERABWESENHEIT
4.1 INTRAFAMILIÄRE KOMPENSATIONSMÖGLICHKEITEN AM BEISPIEL DER MUTTER
4.2 AUßERFAMILIÄRE KOMPENSATIONSMÖGLICHKEITEN AM BEISPIEL DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN JUNGENARBEIT
4.2.1 Inhalte und Ziele der Jungenarbeit
4.2.2 Väterlichkeit in der Arbeit mit Jungen
5 ERGEBNISSE
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Vaters für die männliche Sozialisation sowie die Auswirkungen von Vaterabwesenheit auf die Entwicklung von Jungen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit das Fehlen einer männlichen Bezugsperson die Herausbildung einer positiven Geschlechtsidentität erschwert und welche Möglichkeiten der Kompensation – insbesondere durch sozialpädagogische Jungenarbeit – bestehen.
2.2.1.1 Die klassische Psychoanalyse
Sigmund Freuds Modell über die Geschlechtsunterschiede und deren Entstehung ist historisch gesehen der erste methodische Ansatz und bis heute Ausgangspunkt verschiedener anderer Theorien zur geschlechtsspezifischen Sozialisation.
Als Grundlage und Antrieb für die menschliche Entwicklung nennt Freud den Sexualtrieb mit der ihm innewohnenden Energie, der Libido. Um die in ihm vorhandenen Triebe befriedigen zu können, passt der Mensch sein Verhalten den normativen Bedingungen seiner Umgebung und der Gesellschaft an. Dem liegt das Modell von ES, ICH und ÜBER-ICH zugrunde.
Auch der Erwerb der Geschlechtsidentität und -rolle ist von der Energie des Triebes beeinflusst und Teil der psychosexuellen Entwicklung des Kindes, die Freud in fünf Phasen einteilt. Dieser Prozess beginnt mit der oralen Phase im 1. und 2. Lebensjahr des Kindes. Darauf folgen die anale (2.-4. Lebensjahr), phallische (4.-6. Lj.), Latenz-(6.-10. Lj.) und genitale Phase (Pubertät). Namengebend für die einzelnen Abschnitte ist das Körperorgan, das in dem Zeitraum Quelle der Lustempfindungen und erotischen Befriedigungen ist.
1 EINLEITUNG: Das Kapitel erläutert das Thema der Jungensozialisation ohne Vater und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel, geschlechtsspezifische Entwicklungsprozesse zu beleuchten.
2 DIE ROLLE DES VATERS IN DER SOZIALISATION DES SOHNES: Hier werden theoretische Modelle zur Vaterrolle und geschlechtsspezifischen Sozialisation dargestellt, von der Psychoanalyse bis hin zum Konzept der „Neuen Väter“.
3 AUSWIRKUNGEN DES VATERVERLUSTES UND DES AUFWACHSENS OHNE VATER AUF DEN SOHN: Dieses Kapitel analysiert die Forschungsgeschichte sowie die Auswirkungen von Vaterabwesenheit auf die kognitive und moralische Entwicklung, Geschlechtsrollenbildung und das Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten.
4 MÖGLICHKEITEN DER KOMPENSATION DER NEGATIVEN AUSWIRKUNGEN DER VATERABWESENHEIT: Es werden Strategien zur Kompensation durch die Mutter sowie durch außerfamiliäre Ansätze, insbesondere die sozialpädagogische Jungenarbeit, untersucht.
5 ERGEBNISSE: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, betont den Bedarf an männlichen Vorbildern und plädiert für eine stärkere Integration männerspezifischer Themen in die Ausbildung.
Männliche Sozialisation, Vaterabwesenheit, Geschlechtsidentität, Vaterrolle, Jungenarbeit, Geschlechtsrollenentwicklung, Kognitive Entwicklung, Moralische Entwicklung, Väterlichkeit, Sozialisation, Psychosexuelle Entwicklung, Identitätsbildung, Verhaltensauffälligkeiten, Kompensation, Erziehung.
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung des Vaters für die Sozialisation von Jungen und die spezifischen Herausforderungen, die entstehen, wenn Väter in der Familie fehlen.
Die Arbeit behandelt die Theorie der Vaterrolle, die Folgen der Vaterabwesenheit für die kognitive und moralische Entwicklung sowie pädagogische Ansätze zur Kompensation dieses Mangels.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Vaterlosigkeit und der Schwierigkeit bei der Herausbildung einer positiven männlichen Geschlechtsidentität aufzuzeigen und Lösungswege in der Jungenarbeit aufzuzeigen.
Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung durch, die psychologische, soziologische und theorieübergreifende Modelle der geschlechtsspezifischen Sozialisation analysiert.
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Rollenbilder des Vaters, die Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf Jungen sowie Möglichkeiten der praktischen Jungenarbeit.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe männliche Sozialisation, Vaterrolle, Jungenarbeit und Geschlechtsidentität beschreiben.
Nach Freud erfolgt in der phallischen Phase eine Identifikation mit dem mächtigen Vater, die zur Überwindung der ödipalen Situation und zur Bildung des Über-Ichs sowie zur Aneignung männlicher Verhaltensweisen führt.
Der Jungenarbeiter fungiert als professionelles männliches Gegenüber und Vorbild, das durch eine reflektierte Haltung Jungen hilft, Distanz zu einschränkenden Rollenklischees aufzubauen.
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