Bachelorarbeit, 2010
85 Seiten, Note: 1,0
1 Gesundheit als Privileg oder als zu schützendes Gut?
2 Charakteristik des US-Gesundheitswesens
2.1 Möglichkeiten der Krankenversicherung
2.1.1 Staatliche Krankenversicherungsprogramme
2.1.1.1 Medicare
2.1.1.2 Medicaid und S-CHIP
2.1.1.3 EMTALA Notfallversorgung
2.1.2 Private Krankenversicherungsprogramme
2.1.2.1 Versicherung über den Arbeitgeber
2.1.2.2 Individualversicherung (Indemnity insurance)
2.1.2.3 Managed Care Organizations (MCO)
3 Strukturprobleme im US-Gesundheitswesen
3.1 Keine Versicherungspflicht - hohe Anzahl Nicht-und Unterversicherter
3.1.1 Risikoselektion und „Cherry Picking“ – zur Problematik der Vorerkrankungen (pre-existing-conditions)
3.2 Ausgabenexpansion - teuerstes Gesundheitswesen der Welt
3.2.1 Kostentreibende Faktoren
3.3 Qualitätsdefizite des US-Gesundheitswesen
3.3.1 Ineffizienz mangels koordinierter Versorgung
3.4 Stärken des amerikanischen Gesundheitssystems
3.5 Zwischenfazit
4 Die Gesundheitsreform unter Präsident Obama
4.1 Das Reformkonzept von Obama
4.2 Die Gesundheitsreform in der Öffentlichkeit
4.3 Der Reformprozess im Kongress
4.4 Wichtige beschlossene Änderungen
4.4.1 Änderungen, die ab 2010 greifen
4.4.2 Änderungen, die ab 2011–2014 greifen
4.4.3 Änderungen, die ab 2014 gelten
4.4.4 Änderungen, die ab 2018 gelten
4.5 Wichtige nicht beschlossene Änderungen
4.6 Finanzierung der Reform
5 Auswirkungen der Gesundheitsreform
5.1 Verringerung der Nichtversicherten
5.2 Auswirkungen auf die Krankenversorgung
5.2.1 Finanzielle Entlastung der Geringverdiener und „working poor“
5.2.2 Stärkung der Rechte chronisch Kranker und Personen mit pre-existing-conditions
5.2.3 Deckelung der Eigenbeteiligung - Auswirkungen der Gesundheitsreform auf die Unterversicherten
5.2.4 Günstigere Versicherungsbeiträge und Stärkung der Patientenrechte - Auswirkungen der Gesundheitsreform auf Kinder, junge Erwachsene und Familien
5.2.5 Schließung von Versorgungslücken und Regulierung der Versicherungsbeiträge - Auswirkungen der Gesundheitsreform auf ältere Versicherte und Rentner
5.3 Unzureichende Maßnahmen zur Reduktion der Gesundheitsausgaben - Auswirkung der Gesundheitsreform auf die Kostenentwicklung
5.4 Gute Ansätze zur Qualitätsverbesserung - Auswirkungen der Gesundheitsreform auf die Qualität
5.5 Gewinner und Verlierer der Gesundheitsreform
5.5.1 „Gewinner“ der Gesundheitsreform
5.5.2 „Verlierer“ der Gesundheitsreform
5.5.3 Gewinner oder Verlierer? Der amerikanische Staat.
5.6 Zusammenfassende Beurteilung der Auswirkungen auf die Krankenversorgung
6 Historische Gesundheitsreform, die nicht alle Probleme des US-Gesundheitswesens löst – mehr staatliche Regulierungen sind unabdingbar
Die Bachelorarbeit analysiert die Gesundheitsreform in den USA unter Präsident Barack Obama und deren Auswirkungen auf das Krankenversorgungssystem. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die gesetzlichen Bestimmungen geeignet sind, die zentralen Strukturprobleme des amerikanischen Gesundheitssystems – insbesondere die hohe Anzahl an Nicht- und Unterversicherten sowie die explodierenden Gesundheitskosten – nachhaltig zu lösen.
3.1.1 Risikoselektion und „Cherry Picking“ – zur Problematik der Vorerkrankungen (pre-existing-conditions)
Die hohe Anzahl Nichtversicherter ist auch der Tatsache geschuldet, dass Bürgern der Zutritt zu einer privaten Versicherung verwehrt bleibt. Private Versicherungen sind vorwiegend daran interessiert, junge und gesunde Menschen zu versichern (gute Risiken) und dagegen Alte und Kranke (schlechte Risiken) zu meiden. Hintergrund ist, dass i.d.R. schlechte Risiken in besonders hohem Maße Kosten verursachen, was wiederum zu Verlusten bei den privaten Versicherungen führen kann. Aus diesem Grund findet bei Antragstellung eine Risikoselektion in Form einer Gesundheitsprüfung statt.
Wenn Bürger eine private Krankenversicherung abschließen wollen, müssen sie sich dieser Gesundheitsprüfung unterziehen. Hierbei muss der Antragsteller über den aktuellen Gesundheitszustand sowie über relevante Vorerkrankungen (pre-existing-conditions) der letzten Jahre Auskunft geben. Auf Grundlage dieser Informationen hat die Versicherung dann folgende Wahlmöglichkeiten:
• Ablehnung des Antrages auf Grund der Vorerkrankung sowie des schlechten Gesundheitszustandes,
• Ausschluss bestimmter Leistungen und Medikamente, die im Zusammenhang mit den Vorerkrankungen stehen,
• Erhebung eines Prämienzuschlags auf Grund der Vorerkrankung oder des schlechten Gesundheitszustandes.
Viele Bürger, die gewillt und finanziell in der Lage sind, die hohen Versicherungsprämien zu zahlen, werden von einer privaten Versicherung abgelehnt. Diese Regelung betrifft besonders Kranke, die nicht unter Medicare oder Medicaid fallen. Dieser Personengruppe kann aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes eine Krankenversicherung und somit der Zutritt zum Krankenversicherungssystem versagt bleiben.
1 Gesundheit als Privileg oder als zu schützendes Gut?: Dieses Kapitel führt in die historische Debatte über das US-Gesundheitssystem ein und kontrastiert die libertäre US-Position mit egalitären Systemansätzen.
2 Charakteristik des US-Gesundheitswesens: Hier wird der Status quo des Versicherungssystems erläutert, wobei zwischen staatlichen Programmen wie Medicare/Medicaid und privatwirtschaftlichen Lösungen unterschieden wird.
3 Strukturprobleme im US-Gesundheitswesen: Das Kapitel beleuchtet die Kernprobleme wie die hohe Anzahl Unversicherter, Kostenexplosion und Qualitätsdefizite sowie die problematische Risikoselektion durch private Anbieter.
4 Die Gesundheitsreform unter Präsident Obama: Es wird der politische Werdegang des "Patient Protection and Affordable Care Act" dargestellt, inklusive der zentralen Reforminhalte und der Schwierigkeiten im Gesetzgebungsprozess.
5 Auswirkungen der Gesundheitsreform: Eine detaillierte Analyse, wie die Reform verschiedene Bevölkerungsgruppen beeinflusst und welche Auswirkungen auf Kosten, Qualität und den Versicherungsstatus zu erwarten sind.
6 Historische Gesundheitsreform, die nicht alle Probleme des US-Gesundheitswesens löst – mehr staatliche Regulierungen sind unabdingbar: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reform zwar ein wichtiger Fortschritt ist, jedoch grundlegende Probleme fortbestehen und weitere staatliche Eingriffe notwendig bleiben.
Gesundheitsreform, USA, Krankenversicherung, Obama, Medicare, Medicaid, Risikoselektion, Gesundheitskosten, PPACA, Versicherungspflicht, Patientenrechte, Managed Care, Kostenexplosion, Public Health, Reformprozess
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Gesundheitsreform unter US-Präsident Barack Obama und untersucht, inwieweit diese Maßnahmen die strukturellen Defizite des amerikanischen Krankenversorgungssystems adressieren.
Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Kostenexplosion im US-Gesundheitswesen, der hohen Anzahl nicht versicherter Bürger, der Rolle privater Versicherer und der Auswirkungen der neuen Gesetzgebung auf spezifische Bevölkerungsgruppen.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Reformbestimmungen (PPACA) geeignet sind, die Kernprobleme wie Ineffizienz, soziale Ungerechtigkeit und hohe Kosten nachhaltig zu lösen.
Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die auf einer fundierten Literatur- und Datenanalyse basiert, wobei aktuelle politische Dokumente, Internetquellen und Fachstudien herangezogen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des bestehenden Systems, eine Identifikation der Strukturprobleme sowie eine detaillierte Untersuchung der Reformschritte und deren Auswirkungen auf Gewinner und Verlierer.
Neben Begriffen wie Gesundheitsreform, USA und Krankenversicherung stehen Schlagworte wie Risikoselektion, Versicherungspflicht und Kostenexplosion im Zentrum der Analyse.
Im Gegensatz zur gescheiterten Clinton-Reform bezog Obama von Beginn an Interessenverbände wie Versicherer und Pharmakonzerne ein und baute auf bestehenden Strukturen auf, statt einen kompletten Systemumbruch zu erzwingen.
Die "public option" war ein ursprüngliches Kernstück des Reformvorschlags zur Schaffung einer staatlichen Versicherungskonkurrenz, wurde jedoch aus dem finalen Gesetzespaket gestrichen.
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