Bachelorarbeit, 2021
47 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Zur Geschichte der deutschen Stadien
2.1 Berliner Olympiastadion
2.2 Münchner Olympiastadion
2.3 Allianz-Arena München
3. Olympiastadion Peking
4. Camp Nou Stadion Barcelona
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirkung von Stadien, speziell von Fußballstadien, aus einer kunsthistorischen Perspektive. Ziel ist es, die Entwicklung vom Universal-Stadion hin zum modernen, spezialisierten Fußballstadion unter Berücksichtigung historischer, sozialer und architektonischer Einflüsse anhand ausgewählter Fallbeispiele aufzuzeigen.
2.1 Berliner Olympiastadion
Die Olympischen Sommerspiele 1916 waren im Jahre 1912 nach Berlin vergeben worden. Nach Plänen des Architekten Otto March wurde im Inneren der 1909 entstandenen Pferderennbahn Grunewald das Deutsche Stadion errichtet und im Jahre 1913 durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Aufgrund des Ersten Weltkrieges fanden diese Spiele nicht statt. Da Deutschland zunächst von den Olympischen Spielen (1920 und 1924) ausgeschlossen worden war, wurden 1931 die XI. Olympischen Sommerspiele 1936 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) nach Deutschland vergeben. Ursprünglich sollte das bestehende Deutsche Stadion in Berlin ausgebaut werden. Die Planungen wurden an Werner March (Sohn von Otto March) vergeben.
Das großflächige Erdstadion sollte nach seinen Plänen tiefer abgesenkt, das Schwimmbecken verlegt und diverse weitere architektonische Maßnahmen umgesetzt werden. Über die Entscheidung, die Olympischen Sommerspiele in Berlin beziehungsweise die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen durchzuführen, waren die Nationalsozialisten nach der Machtergreifung 1933 nicht glücklich, ebenso das Ausland. Dem NS-Regime war die Idee eines völkerverständigen Sportfestes eigentlich zuwider und das Ausland war über Diskriminierung- und Verfolgungsaktionen von Juden und Andersdenkenden empört. Bald erkannten die neuen Machthaber die propagandistischen Möglichkeiten, die mit einem solchen sportlichen Großereignis zu verknüpfen waren. Die Leistungsfähigkeit der Deutschen, ihr Organisationstalent und ihr wirtschaftliches Potential konnten in Verbindung mit diesen Spielen der gesamten Welt vor Augen geführt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung legt das Erkenntnisinteresse an der Bedeutung und Wirkung von Stadien dar und erläutert die Methodik, Entwicklungsschritte von der Antike bis zum modernen Fußballstadion zu analysieren.
2. Zur Geschichte der deutschen Stadien: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung deutscher Sportbauten von den frühen Erdstadien bis zur Entstehung monumentaler Stadionarchitekturen und der kritischen Auseinandersetzung mit diesen nach.
2.1 Berliner Olympiastadion: Es wird die Entstehungsgeschichte des Berliner Stadions beleuchtet, insbesondere die bauliche Transformation unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie für die Olympischen Spiele 1936.
2.2 Münchner Olympiastadion: Die Planung und Bauweise für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München werden analysiert, wobei der Fokus auf dem innovativen Zeltdachkonzept und der Idee einer „Olympischen Landschaft“ liegt.
2.3 Allianz-Arena München: Dieses Kapitel behandelt den Bau der Allianz-Arena als moderne, zweckoptimierte Fußballarena und geht auf die architektonische Besonderheit der ETFE-Fassadenkonstruktion ein.
3. Olympiastadion Peking: Die Gestaltung und mathematische Komplexität des „Vogelnestes“ in Peking werden als Ausdruck logistischer und technischer Meisterschaft im Stadionbau beschrieben.
4. Camp Nou Stadion Barcelona: Es wird die Bedeutung des Camp Nou als identitätsstiftendes Symbol des FC Barcelona und als historisch gewachsenes, städtisches Großstadion betrachtet.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über die Rolle des Stadions als präzise Wiedergabe gesellschaftlicher Verhältnisse, technischer Weiterentwicklung und inszenierter Erlebniswelt.
Stadionarchitektur, Fußballstadion, Olympiastadion, Stadiongeschichte, Deutschland, Peking, Barcelona, Sportbauten, Monumentalarchitektur, Zeltdach, ETFE-Membran, Gesellschaft, Erlebnisraum, Stadionbau, Sportstätte.
Die Arbeit bietet eine kunsthistorische Betrachtung der Architektur von Fußballstadien und untersucht deren Bedeutung und Wirkung im historischen sowie sozialen Kontext.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung von Sportbauten, der architektonischen Gestaltung, der Rolle von Stadien als gesellschaftliches Spiegelbild und deren Funktion als inszenierte Erlebnisräume.
Das Ziel ist es, Entwicklungsschritte vom Universal-Stadion zum reinen Fußballstadion aufzuzeigen und dabei Zusammenhänge zwischen Kunst, Kultur, Sport und Architektur herauszuarbeiten.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig eine Literaturrecherche, um interdisziplinäre Zusammenhänge bei ausgewählten Stadionbeispielen zu analysieren und zu beschreiben.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Geschichte deutscher Stadien sowie in konkrete Fallstudien zu bedeutenden Stadien wie dem Olympiastadion Berlin, dem Münchner Olympiastadion, der Allianz-Arena, dem Olympiastadion Peking und dem Camp Nou in Barcelona.
Wesentliche Begriffe sind Stadionarchitektur, Fußballstadion, Olympiastadion, Stadiongeschichte und der soziokulturelle Einfluss moderner Stadionbauten.
Die Arbeit beleuchtet die Geschichte des Berliner Olympiastadions, um aufzuzeigen, wie Architektur unter dem Nationalsozialismus ideologisch genutzt wurde, um Machtansprüche und Propaganda zu demonstrieren.
Das Pekinger Olympiastadion zeichnet sich durch seine komplexe Stahlfachwerk-Konstruktion aus, deren mathematisch berechnete Geometrie ein logistisches und architektonisches Novum darstellt.
Die Allianz-Arena wird als Beispiel für ein modernes, privat finanziertes Fußballstadion angeführt, das durch seine leichte Membranfassade und die optimierte Ausrichtung auf das Fußballevent eine neue Ära der Stadionnutzung repräsentiert.
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