Masterarbeit, 2009
82 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
II. Die urbanen Ausschreitungen in Paris und Krawalle in Berlin
III. Definitionen und Konzepte der Jugendgewalt
IV. Nationales Selbstverständnis und Einwanderungspolitik in Frankreich und Deutschland
V. Die Konstruktion der Selbst- und Kollektividentität im Zusammenhang mit der Fremdheit, dem städtischen Raum und der Staatsangehörigkeit
V.1. Zwischen Identität und Alterität – Exklusion und Inklusion
V.2. Die Medien und Stigmatisierung
V.3. Die kollektive Wahrnehmung der Andersartigkeit
V.4. Identitätsspannungen zwischen der Einheimischen- und Herkunftskultur im städtischen Raum
V.5. Die Rolle der Staatsangehörigkeit bei der Identitätskonstruktion
VI. Die Sozialisierung der jugendlichen Migranten in der Schule
VI.1. Der schulische Raum in der Sozialisierung, Identifizierung und Diskriminierung von Jugendlichen
VI.2. Das Nationalbild in Struktur und Mission der Schule
VI.3. Die institutionelle Diskriminierung in der Schule
VI.4. Vermittlung der Nationalbilder in den Schulen
VI.5. Der schulische Misserfolg in der Vermittlung von Perspektivlosigkeit und Frustration
VII. Der Zusammenhang zwischen der Schule, dem Nationalbild und der Identitätskonstruktion
VIII. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die unterschiedliche Mobilisierungsdynamik jugendlicher Migranten bei gewalttätigen Ausschreitungen in Paris und Berlin. Dabei wird analysiert, wie nationale Integrationsmodelle und schulische Sozialisierungsprozesse die Identitätskonstruktion junger Menschen mit Migrationshintergrund prägen und warum das Potenzial für großflächige Unruhen in den beiden Städten unterschiedlich bewertet wird.
V.2. Die Medien und Stigmatisierung
Die Medien spielen eine leitende Rolle für die negative gesellschaftliche Wahrnehmung der Minderheit. Laut Butterwegge (2007):
Massenmedien filtern für die Meinungsbildung wichtige Information und beeinflussen auf diese Weise das Bewusstsein der Menschen, für die sich die gesellschaftliche Realität zunehmend über die Rezeption von Medien erschließt. (…) Wenn ethnische Differenzierung als Vorraussetzung der Diskriminierung und Mechanismus einer sozialen Schließung gegenüber Migrant(inn)en charakterisiert wird, treiben die Medien den Ausgrenzungsprozess voran, indem sie als Motoren und Multiplikatoren der Ethnisierung wirken (S.72).
Da politische und institutionelle Akteure Teil der Gesellschaft sind, können sich solche Stigmatisierungen auch auf ihre Arbeit übertragen. Die Klage der Jugendlichen bei den Pariser Ausschreitungen und den Wrangelkiez-Krawallen gegenüber der Polizei, dass sie sie diskriminiere und ständige Ausweiskontrollen vor allem bei ihnen durchführe, mag insofern der Realität entsprechen. Es ist allerdings immer schwer, diese Diskriminierung zu messen, weil man sie schlecht direkt belegen kann.
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der Pariser Unruhen von 2005 im Vergleich zur relativen Ruhe in Berlin, unter Darstellung der zentralen Forschungsfrage und Motivation.
II. Die urbanen Ausschreitungen in Paris und Krawalle in Berlin: Überblick über den Ablauf und die Hintergründe der Unruhen in den Pariser Vororten sowie der Krawalle im Berliner Kreuzberger Wrangelkiez.
III. Definitionen und Konzepte der Jugendgewalt: Theoretische Herleitung des Gewaltbegriffs sowie Darstellung von Entstehungsprozessen bei jugendlicher kollektiver Gewalt.
IV. Nationales Selbstverständnis und Einwanderungspolitik in Frankreich und Deutschland: Analyse der historisch gewachsenen Unterschiede in den Integrationsmodellen von Frankreich und Deutschland.
V. Die Konstruktion der Selbst- und Kollektividentität im Zusammenhang mit der Fremdheit, dem städtischen Raum und der Staatsangehörigkeit: Untersuchung, wie gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Identitätsentwürfe die Selbstwahrnehmung von Migranten beeinflussen.
VI. Die Sozialisierung der jugendlichen Migranten in der Schule: Detaillierte Analyse der schulischen Rolle bei der Vermittlung nationaler Ideale und der institutionellen Diskriminierung.
VII. Der Zusammenhang zwischen der Schule, dem Nationalbild und der Identitätskonstruktion: Zusammenführung der Ergebnisse zur schulischen Prägung der Identitätsfindung und den daraus resultierenden Auswirkungen auf das Gewaltpotenzial.
VIII. Zusammenfassung: Synthese der Kernergebnisse bezüglich der unterschiedlichen Identitätsprozesse und deren Bedeutung für das Risiko kollektiver Gewalt.
Jugendgewalt, Identitätskonstruktion, Migration, Integration, Paris, Berlin, Schulsocialisierung, institutionelle Diskriminierung, Banlieues, Nationalbild, Laizismus, Staatsangehörigkeit, Frustration, kollektive Gewalt, Hybrididentität
Die Arbeit vergleicht die Hintergründe und Ursachen von gewalttätigen Ausschreitungen in Paris mit der Situation in Berlin, um zu verstehen, warum jugendliche Migranten in den beiden Städten unterschiedlich auf ihre soziale Lage reagieren.
Die Schwerpunkte liegen auf Integrationsmodellen, Identitätskonstruktion, schulischer Sozialisierung und den Auswirkungen sozioökonomischer Benachteiligung sowie Medienberichterstattung.
Ziel ist es zu erklären, warum es in Paris zu massiven Ausschreitungen kam, während es in Berlin vergleichsweise ruhig blieb, obwohl die sozioökonomische Lebenssituation der Jugendlichen in beiden Städten ähnlich prekär ist.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die auf soziologischen Theorien (wie Inklusion/Exklusion nach Luhmann, Integrationsmodelle) sowie einer Auswertung bestehender Studien und Berichterstattungen basiert.
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen nationalen Selbstbilder von Frankreich und Deutschland, deren Vermittlung durch das Bildungssystem sowie die Auswirkungen dieser Modelle auf die Identitätsbildung und das Mobilisierungspotenzial für Gewalt.
Die wichtigsten Begriffe sind Jugendgewalt, Identitätskonstruktion, Migration, Integration, Laizismus, institutionelle Diskriminierung und Hybrididentität.
In Paris fungiert die Schule als Bastion der republikanischen Werte, die durch den Laizismus geprägt ist und keinen Raum für kulturelle oder religiöse Besonderheiten lässt, was bei Migranten oft zu Spannungen zwischen privater Identität und öffentlicher Anpassung führt.
Berlin bietet aufgrund des Fehlens einer homogenen Leitkultur und durch eine multikulturell geprägte Stadtidentität mehr Raum für die Ausbildung von Hybrididentitäten, was den Druck zur Assimilation mildert und die Mobilisierung für großflächige Gewalt erschwert.
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