Forschungsarbeit, 2010
93 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
Zensurmaßnahmen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)
Zensur in der Ära von Walter Ulbricht
Honeckers staatliches Medienkontrollsystem
Die Öffnung nach Westen
Experteninterviews
Alfred Eichhorn, Chefredakteur, Radio DDR
Harald Selke, Moderator, Stimme der DDR
Bert Lehwald, Nachrichtensprecher, DT64
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zensursystem der DDR im Bereich von Presse und Rundfunk. Ziel ist es, die ideologischen Hintergründe, die organisatorischen Strukturen des Zensurapparates sowie die praktischen Auswirkungen auf die journalistische Arbeit zu analysieren, ergänzt durch Zeitzeugenberichte aus der Praxis.
Zensur in der Ära von Walter Ulbricht
In der Gründungsverfassung der DDR heißt es im Artikel 9, Absatz 2: „Eine Pressezensur findet nicht statt“. Dass dieser Satz mit der Wirklichkeit nicht viel gemein hatte, schien auch die DDR-Führung schnell zu merken. Es wurde sehr wohl zensiert - und das betraf nicht nur die Presse, sondern auch literarische Werke und den gesamten Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen). Um diesen Gesetzeskonflikt künftig zu umgehen, wurde der entscheidende Satz kurzerhand aus der Verfassung gestrichen. In der zweiten Neuauflage der DDR-Verfassung vom 6. April 1968 taucht diese Passage nicht mehr auf.
Nun war auch juristisch der Weg frei, ein allumfassendes System der Zensur im Lande zu installieren. Den Grundstein dafür hat mit Sicherheit das erste Staatsoberhaupt der DDR, Wilhelm Pieck, gelegt, obwohl über Zensur in seiner Amtszeit nur äußerst wenig überliefert ist. Es waren die Jahre des Aufbruchs.
Vorwort: Einleitende Betrachtung über die Rolle der Zensur im DDR-Alltag und die wissenschaftliche Relevanz des Themas.
Zensurmaßnahmen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ): Analyse der frühen Zensurpraktiken nach 1945 unter der SMAD und der Etablierung erster Verbotslisten.
Zensur in der Ära von Walter Ulbricht: Untersuchung des Aufbaus eines totalen Medienkontrollsystems und der zunehmenden ideologischen Gleichschaltung von Presse und Rundfunk.
Honeckers staatliches Medienkontrollsystem: Darstellung der Verfeinerung und Optimierung der Zensurtechniken unter Erich Honecker, inklusive der Rolle der Betriebspresse.
Die Öffnung nach Westen: Beschreibung des gesellschaftlichen Wandels und der zunehmenden Schwierigkeiten der Zensurbehörden gegenüber westlichen Einflüssen bis 1989.
Experteninterviews: Detaillierte Berichte ehemaliger Akteure aus dem Radio- und Nachrichtenbereich über ihren Berufsalltag unter staatlicher Aufsicht.
Zusammenfassung: Fazit über die Mechanismen der Zensur und die Wirkung auf die betroffenen Kulturschaffenden und Journalisten.
DDR, Zensur, Presse, Rundfunk, SED, Medienkontrolle, SBZ, Walter Ulbricht, Erich Honecker, Schere im Kopf, Journalismus, Propaganda, Agitation, Medienzensur, Zeitzeugenberichte.
Das Buch analysiert das System der Pressezensur in der ehemaligen DDR, von den Anfängen in der Sowjetischen Besatzungszone bis zur Wendezeit.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der staatlichen Medienkontrolle, der Arbeitsweise von Zensurbehörden und dem Alltag der Journalisten unter der SED-Führung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das DDR-Regime Presse und Rundfunk ideologisch steuerte und wie die journalistische Praxis dadurch beeinflusst wurde.
Die Untersuchung kombiniert historische Analyse mit der Auswertung von Primärquellen und zeitgenössischen Experteninterviews mit ehemaligen Rundfunkmitarbeitern.
Im Hauptteil werden die verschiedenen Phasen der Zensur unter Ulbricht und Honecker sowie spezifische Mechanismen wie die "Schere im Kopf" und die "Argumentations-Sitzungen" detailliert erläutert.
Staatliche Lenkung, Zensurapparat, Medienkontrolle, SED-Propaganda, Journalistenalltag und die Aufarbeitung der DDR-Mediengeschichte.
Sie beschreibt eine Form der Selbstzensur, bei der Journalisten aus Angst vor beruflichen oder persönlichen Konsequenzen systemkritische Themen von vornherein vermieden.
Diese täglichen Sitzungen dienten der gezielten Weitergabe aktueller politischer Vorgaben und Linien durch die Parteiführung an die Redaktionsleiter.
Die DDR-Führung fürchtete den Einfluss alternativer, nicht-sozialistischer Informationen und wollte die Deutungshoheit über die politische Realität behalten.
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