Diplomarbeit, 1994
136 Seiten, Note: 1,3
0. Einleitung
0.1. Inhaltsverzeichnis
0.2. Einführung
1. Gemeindeprobleme im biblischen Kontext
1.1. Einsetzung von Helfern für Mose (2.Mose 18,13-27)
1.1.1. Problemerkenntnis
1.1.2. Zielfindung
1.1.3. Aktionsplanung und Ausführung
1.1.4. Anregungen für die gemeindliche Gruppenarbeit
1.2. Die Wahl der Sieben Armenpfleger (Apg. 6,1-8)
1.2.1. Konflikt und Ursache
1.2.2. Der Lösungsprozeß
1.2.3. Anregungen für die gemeindliche Gruppenarbeit
1.3. Das Apostelkonzil (Apg.15)
1.3.1. Unterschiedliches Schriftverständnis als Problem- und Konfliktursache
1.3.2. Die Vermittlerrolle der Jerusalemer Gemeinde
1.3.3. Problemlösung
1.3.4. Anregungen für die gemeindliche Gruppenarbeit
1.4. Streit um einen Mitarbeiter (Apg.15,36-41)
1.4.1. Der Konflikt
1.4.2. Trennung statt Konfliktlösung
1.4.3. Anregungen für die gemeindliche Gruppenarbeit
1.5. Mirjam gegen Mose (4.Mose 12,1-16)
1.5.1. Zweischichtige Konfliktursache
1.5.2. Konfliktlösung durch ein Gottesurteil
1.5.3. Konfliktlösung und Vergebungsbereitschaft
1.5.4. Anregungen für die gemeindliche Gruppenarbeit
1.6. Prozeß der Problemlösung bei Nehemia
1.6.1. Problemerkenntnis und Betroffenheit (Neh.1,2-4a)
1.6.2. Gebet (1,4b-11)
1.6.3. Informationssammlung (1,2-3; 2,11-15)
1.6.4. Zielsetzung (2,5.17.18)
1.6.5. Planung (2,5-8)
1.6.6. Betroffenheit wecken, Helfer gewinnen (2,17)
1.6.7. Organisation, Delegation und Motivation (3,1-37)
1.6.8. Konfliktlösung (5,1-13)
1.6.9. Anregungen für die gemeindliche Gruppenarbeit
2. Ausgewählte Methoden der Problemlösung
2.1. T. U. Schall: Konfliktursachen und Konfliktlösungen
2.1.1. Konfliktursachen
2.1.1.1. Wahrnehmungen
2.1.1.2. Überzeugungen
2.1.1.3. Werte
2.1.1.4. Emotionen
2.1.1.5. Verhaltensrepertoire
2.1.2. Der larvierte Konflikt
2.1.2.1. Wirkungslosigkeit
2.1.2.2. Manifester Konflikt
2.1.2.3. Konfliktverlagerung
2.1.3. Konfliktlösung
2.1.3.1. Drei Grundfragen
2.1.3.2. Konfliktlösungsverfahren
2.1.4. Anmerkungen zur Konfliktlösung nach T. U. Schall
2.2. Thomas Gordon: Managerkonferenz
2.2.1. Problemlösung und Bedürfnisbefriedigung
2.2.2. Der Führer als Helfer bei der Problemlösung
2.2.2.1. Gesprächstechniken
2.2.2.2. Aktives Zuhören in der Praxis
2.2.3. Der Führer als Betroffener bei der Problemlösung
2.2.4. Konfliktlösung: Die Jeder-gewinnt-Methode
2.2.5. Anmerkungen zur Problemlösung nach Th. Gordon
2.3. S. Pokras: Problemlösung und Entscheidungsfindung
2.3.1. Grundlagen
2.3.1.1. Die Methode im Überblick
2.3.1.2. Dynamik der Kommunikation
2.3.2. Schritt 1: Problemerkennung
2.3.3. Schritt 2: Problembenennung
2.3.4. Schritt 3: Analyse der Problemursache
2.3.5. Schritt 4: Lösungsalternativen
2.3.6. Schritt 5: Entscheidungsfindung
2.3.7. Schritt 6: Aktionsplanung
2.3.8. Anmerkungen zu S. Pokras
3. Grundsätze zur Problemlösung in der Gruppenarbeit mit Jugendlichen in der kirchlichen Gemeindepraxis
3.1. Arbeitsfeldbeschreibung
3.2. Grundsätze
3.2.1. Wurzelbehandlung: Der Sache auf den Grund gehen
3.2.1.1. Wahrnehmungsfehler als Störung bei der Problemdefinition
3.2.1.2. Konfliktpotential bei der Zieldefinition durch unterschiedliche Sozialisation
3.2.1.3. Konfliktpotential bei der Zieldefinition durch unterschiedliche Lebensziele
3.2.1.4. Konfliktausweitung durch Konfliktverlagerung
3.2.2. Kommunikation: Einander verstehen lernen
3.2.3. Teamarbeit: Die Vorteile der Gruppe nutzen
3.2.4. Moderation: Der Rahmen muß stimmen
3.2.4.1. Äußerlichkeiten
3.2.4.2. Der Moderator
3.2.4.3. Der Berater
3.2.5. Meditation: Nach dem Willen Gottes fragen
3.2.5.1. Evangelisation: Aufruf zum Glauben an Jesus Christus
3.2.5.2. Lehre: Verkündigung der biblischen Botschaft
3.2.5.3. Diakonie: Bedürfnisorientierte Lebenshilfe
3.2.6. Ausdauer: Nicht auf der Strecke bleiben
3.2.6.1. Immer wieder den Standort bestimmen
3.2.6.2. Gelegentlich auf das Ziel besinnen
3.2.6.3. Gute Methoden zur Gewohnheit machen
3.2.7. Transparenz: Methoden und Ziele sichtbar machen
3.2.8. Realismus: Die Grenzen akzeptieren
3.2.9. Wertschätzung: Einander achten und offen begegnen
3.2.9.1. Das Vorbild Jesu
3.2.9.2. Das segnende Gebet
3.2.9.3. Die Bitte um Entschuldigung
4. Darstellung eines Problemlösungsprozesses für die Gruppenarbeit mit Jugendlichen in der kirchlichen Gemeindepraxis
4.1. Die Voraussetzungen schaffen: Vorüberlegungen
4.1.1. Wer hat das Problem?
4.1.2. Wer bereitet die Sitzung in ihren Äußerlichkeiten vor?
4.1.3. Wer leitet und das Gespräch?
4.2. Der Sache auf den Grund gehen: Ist-Stand - Analyse
4.2.1. Biblische Besinnung
4.2.2. Brillen der Wahrnehmung
4.2.3. Definition des Ist-Standes
4.3. Das Kind beim Namen nennen:
Problemdefinition und Konfliktpotential
4.3.1. Biblische Besinnung
4.3.2. Gemeinsame Soll-Vorstellungen definieren
4.3.2.1. Formulierung: Gute Ziele sind unmißverständlich
4.3.2.2. Meßbarkeit: Wann ist das Ziel erreicht?
4.3.2.3. Prioritäten: Die Reihenfolge der Behandlung festlegen
4.3.2.4. Aktionsvorbereitung: Was ist vor dem Aktionsplan zu bedenken?
4.3.3. Unterschiedliche Soll-Vorstellungen definieren
4.3.3.1. Konfliktverlagerung erschwert die Zieldefinition
4.3.3.2. Den Konflikt zu seinen Anfängen zurückverfolgen
4.3.3.3. Den Interessenskonflikt definieren
4.4. In Gang kommen: Aktionsplan
4.4.1. Biblische Besinnung
4.4.2. Sieben Schritte zum Aktionsplan
4.4.2.1. Ursachenforschung: Welche Faktoren führten zum Problem?
4.4.2.2. Aufstellung von Lösungsalternativen
4.4.2.3. Erste Ausscheidung von Alternativen
4.4.2.4. Bewertung und Gewichtung verbleibender Alternativen
4.4.2.5. Festlegung der Problemlösungsschritte
4.4.2.6. Aufgabenverteilung und Kontrolle
4.4.2.7. Aktion und Zielrevision
4.5. Den Stier bei den Hörnern packen: Konfliktlösung
4.5.1. Biblische Besinnung
4.5.2. Verfahren zur Konfliktlösung
4.5.2.1. Die Regelung
4.5.2.2. Der Kompromiß
4.5.2.3. Den Konflikt ertragen
4.5.2.4. Rückzug
4.5.2.5. Situationsänderung
4.5.2.6. Vermittlerurteil
4.5.2.7. Zufallsurteil
4.5.2.8. Machtkampf
4.5.2.9. Trennung
4.5.2.10. Die Entscheidung über Lösungsverfahren vertagen
4.5.3. Aktionsplan
4.5.4. Vom Umgang mit Verletzungen
4.5.4.1. Versöhnung und Vergebung
4.5.4.2. Achtung der Person und Wertschätzung
4.5.5. Schlußbemerkung
4.5.5.1. Einteilung in Gesprächsgänge und Übersicht
4.5.5.2. Die Verantwortung des Moderators
4.5.5.3. Konfliktprophylaxe
5. Praxis der Problemlösung: Protokoll einer Gesprächsführung
5.1. Vorbereitungen zur Problemlösung
5.2. Technische Bemerkungen zu dem folgenden Protokoll
5.3. Der Prozeß der Problemlösung
5.3.1. Die Definition des Ist-Standes
5.3.2. Problemdefinition und Konfliktpotential
5.3.3. Aktionsplan
5.3.4. Schlußbemerkungen zum Fallbeispiel
6. Zusammenfassung und Ausblick
Anhang
1. Methodenblätter für die Problemlösung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen praxisorientierten Problemlösungsprozeß für ehrenamtliche Mitarbeiter in der kirchlichen Jugendarbeit zu entwickeln. Dabei wird erforscht, wie Managementmethoden an den kirchlichen Kontext angepasst werden können, um bei auftretenden Problemen und Konflikten ein strukturiertes Vorgehen zu ermöglichen, das sowohl sach- als auch beziehungsorientiert ist.
Die Katastrophierung
Als Katastrophierung bezeichne ich die ungerechtfertigte Betonung eines vermeintlich fehlerhaften Verhaltens oder die unangemessene Überbetonung eines tatsächlichen fehlerhaften Verhaltens. Bei ersterem werden Fehler gesehen, wo sie nicht sind, bei letzterem werden banale Fehlhandlungen zu vermeintlichen Katastrophen aufgeblasen.
Fallbeispiel: Ein unangenehmer Zeitgenosse
Eine Mitarbeiterin bat mich, mit einem Gruppenteilnehmer "ein ernstes Wörtchen zu reden", da er durch sein Verhalten ständig Unruhe in die Gruppe bringe. Und schließlich besuche er "auch noch" charismatische Veranstaltungen. Mit meiner Bemerkung: " Oh fein, dann bringt er sicherlich wertvolle Impulse für die eigene Arbeit mit" erntete ich entsetzte Blicke und einen Vortrag über die Ungeistlichkeit charismatischer Gruppen.
Die Katastrophierung wird, oft unbewußt, als Machtmittel der Manipulation im Umgang mit Menschen eingesetzt.
0. Einleitung: Beschreibt die Motivation der Arbeit aus der Sicht eines Jugendreferenten und definiert grundlegende Begriffe wie Problem und Konflikt.
1. Gemeindeprobleme im biblischen Kontext: Analysiert verschiedene biblische Erzählungen als Vorlagen für Problemlösungsprozesse in der kirchlichen Praxis.
2. Ausgewählte Methoden der Problemlösung: Stellt drei Managementansätze (Schall, Gordon, Pokras) dar, die als Basis für das eigene Modell dienen.
3. Grundsätze zur Problemlösung in der Gruppenarbeit mit Jugendlichen in der kirchlichen Gemeindepraxis: Formuliert spezifische Prinzipien, die bei der Problemlösung im kirchlichen Ehrenamt beachtet werden müssen.
4. Darstellung eines Problemlösungsprozesses für die Gruppenarbeit mit Jugendlichen in der kirchlichen Gemeindepraxis: Beschreibt detailliert den phasenweisen Ablauf eines Problemlösungsgesprächs inklusive notwendiger Vorbereitungen.
5. Praxis der Problemlösung: Protokoll einer Gesprächsführung: Dokumentiert und reflektiert die Anwendung des entwickelten Modells in einer konkreten Jugendgruppe.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Arbeit und gibt Anregungen für die weitere Praxis und die Erstellung zukünftiger Arbeitshilfen.
Problemlösung, Konfliktlösung, kirchliche Jugendarbeit, Gruppenarbeit, Ehrenamt, Managementmethoden, Biblische Fallbeispiele, Moderator, Aktionsplan, Kommunikation, Bedürfnisbefriedigung, Zielformulierung, Wahrnehmung, Konfliktverlagerung, Gemeindepraxis.
Die Arbeit entwickelt einen strukturierten Problemlösungsprozeß speziell für die kirchliche Jugendarbeit, um ehrenamtlichen Mitarbeitern Hilfestellung beim Umgang mit Problemen und Konflikten zu geben.
Neben der biblischen Fundierung werden moderne Managementmethoden auf ihre Anwendbarkeit im kirchlichen Bereich geprüft und um grundlegende Prinzipien wie Wertschätzung und Gebet ergänzt.
Der Autor möchte einen transparenten, kurzen und multiplizierbaren Problemlösungsprozeß schaffen, der ohne fremde Moderatoren selbständig in Jugendgruppen angewendet werden kann.
Es handelt sich um eine theologische und managementorientierte Analyse. Der Autor kombiniert biblische Exegese mit Organisations- und Kommunikationspsychologie.
Im Hauptteil werden konkrete Methodenblätter und ein phasenweiser Ablauf (Vorüberlegungen, Ist-Stand, Problemdefinition, Aktionsplan, Konfliktlösung) für Sitzungen dargelegt.
Wichtige Schlagworte sind neben Problemlösung und Konfliktlösung vor allem die kirchliche Jugendarbeit, ehrenamtliches Engagement und die Integration Management-spezifischer Methoden in einen geistlichen Kontext.
Der Autor arbeitet heraus, dass Probleme meist sachorientiert sind, während Konflikte eine Beziehungsebene haben und beide Aspekte in einem Lösungsgespräch berücksichtigt werden müssen.
Oftmals verbergen sich hinter Sachfragen in Jugendgruppen tieferliegende zwischenmenschliche Konflikte. Werden diese ignoriert, greifen rein sachorientierte Problemlösungsmethoden zu kurz.
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