Diplomarbeit, 2010
125 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Pemysl Otakar II. in der deutschen und tschechischen Dichtung
1.1 Poesie
1.2 Dramen
1.3 Romane
2. König Ottokars Glück und Ende von Grillparzer
2.1 Charakteristik der Entstehungszeit
2.2 Grillparzers Verhältnis zu (den) Böhmen
2.3 Mähren
2.4 Arbeit an König Ottokars Glück und Ende
2.5 Zensur – Vorzeichen der Reaktionen
2.6 Reaktion der Böhmen in Wien
2.7 Besuch in Prag
3. König Otakar /Ottokar von Uffo Horn
3.1 Charakteristik der Entstehungszeit
3.2 Uffo Horn – Abstammung und erste Einflüsse
3.3 Vorgeschichte
3.4 Horns Engagement für deutsch-tschechische Beziehungen
3.4.1 Vormärz
3.4.2 März – Mai 1848
3.4.3 Juniaufstand
3.4.4 Herbst 1848
3.4.5 Nach 1848
3.4.6 Verhältnis zu den Tschechen
4. Vergleich der Dramen
4.1 Horns König Otakar vs. Ottokar
4.1.1 Namen und Figuren
4.1.2 Szenenabfolge
4.2 Grillparzer vs. Horn
4.2.1 Formaler Aufbau
4.2.2 Handlung
4.2.2.1 Horns Vorrede und Vorspiel
4.2.2.2 Exposition
4.2.2.3 Komplikation
4.2.2.4 Peripetie
4.2.2.5 Retardation
4.2.2.6 Katastrophe
4.2.3 Dargestellte Zeit
4.2.4 Dargestellter Ort
4.2.5 Figuren
4.2.6 Figurenkonstellation
4.2.7 Charakteristiken
4.2.7.1 König Ottokar
4.2.7.2 Rudolf von Habsburg
4.2.7.3 Zawis(ch) (von Falkenstein)
4.2.7.4 Kunigunde von Massovien (Machovien)
4.2.7.5 Bruno von Olmütz vs. Andreas von Ritschan
4.2.7.6 Milota (von Dedic)
4.2.7.7 Merenberg vs. Emmerberg
4.2.7.8 Prager Bürger
4.2.8 Slawisch vs. deutsch
4.2.9 Vergleich
4.2.9.1 Ähnlichkeiten
4.2.9.2 Unterschiede
5. Reaktionen
5.1. Grillparzers Ottokar
5.2. Horns Otakar/Ottokar
Schluss
Die vorliegende Arbeit vergleicht zwei historische Dramen aus dem 19. Jahrhundert, die den böhmischen König Přemysl Otakar II. thematisieren: Franz Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ und Uffo Daniel Horns „König Otakar“. Das Ziel der Untersuchung ist es, die unterschiedlichen Bearbeitungen desselben historischen Stoffes gegenüberzustellen, die politische Einbettung der Werke zu analysieren und insbesondere die Rezeption und die kontroversen Reaktionen der tschechischen Öffentlichkeit auf diese Dichtungen zu beleuchten.
2.5 Zensur – Vorzeichen der Reaktionen
Der Polizeipräsident Graf Sedlnitzky verkannte „keineswegs die gute Absicht des Verfassers, das Andenken des großen Stifters der Habsburgischen Dynastie, somit einer der glänzendsten Epochen in der Geschichte des österreichischen Kaiserhauses anzuregen“ (Pörnbacher, 1970, S. 73). Andererseits wendete er unter anderem ein, dass das „Hauptmotiv der Katastrophe“, nämlich die Scheidung Ottokars von seiner ersten kinderlosen Gemahlin Margarethe von Österreich und die Vermählung mit Kunigunde von Massovien, „von dem Publikum auf die Geschichte der neuesten Zeit bezogen werden und sohin den Anlaß zu unangenehmen Erinnerungen geben dürfte“.
Es ist genau eine der Ähnlichkeiten mit Napoleon, die Grillparzer an Ottokar II. bereits 1821 erinnerte, wie er es auch in seiner Selbstbiographie erwähnt (Grillparzer, 1924, S. 240). Sedlnitzky befürchtete weiter, durchaus berechtigt, wie es sich auch später zeigte, dass „die im grellsten Lichte hier dargestellten, die Hauptmotive und Momente des Trauerspiels begründenden heftigen Reibungen der verschiedenen Völkerstämme des österreichischen Kaiserstaates untereinander, besonders aber der Kontrast, in welchem die Österreicher gegenüber denen überall mit den ungünstigsten Farben geschilderten Böhmen hier dargestellt werden, billigen Anstand gegen die Zulässigkeit des vorliegenden Trauerspieles erregen dürfte“ (Pörnbacher, 1970, S. 67).
Die amtliche Stellungnahme von der Hof- und Staatskanzlei folgte schon nach zehn Tagen und teilte mit, dass „ohne gänzliche Umarbeitung“ das Trauerspiel weder im Druck erscheinen noch auf irgendeiner österreichischen, desto weniger auf der Bühne des k. k. Hoftheaters aufgeführt werden durfte (Pörnbacher, 1970, S. 69). Es wurde jedoch von der Zensur kein offizieller Erlass veröffentlicht. Erst in einem amtlichen Verzeichnis der nicht zugelassenen Stücke vom 21. Januar 1824 stand auch das Trauerspiel König Ottokar da und zwar „aus politischen Gründen“ (Pörnbacher, 1970, S. 70).
Einleitung: Die Arbeit setzt sich zum Ziel, zwei Dramen über Přemysl Otakar II. zu vergleichen und die Gründe für ihre Entstehung sowie die tschechischen Reaktionen darauf zu untersuchen.
1. Pemysl Otakar II. in der deutschen und tschechischen Dichtung: Das Kapitel bietet eine Übersicht über die literarische Auseinandersetzung mit der historischen Figur Přemysl Otakar II. in Poesie, Drama und Roman bis zum 20. Jahrhundert.
2. König Ottokars Glück und Ende von Grillparzer: Es wird die Entstehungszeit, Grillparzers Verhältnis zu Böhmen, die Arbeit am Drama, die Zensurproblematik und die Aufnahme des Werks durch die tschechische Öffentlichkeit beleuchtet.
3. König Otakar /Ottokar von Uffo Horn: Dieses Kapitel widmet sich dem Leben und Engagement von Uffo Daniel Horn sowie der Entstehung und politischen Einordnung seines Dramas in der Ära des Vormärz.
4. Vergleich der Dramen: Ein detaillierter Vergleich beider Dramen hinsichtlich der Handlung, des Aufbaus, der Figurenkonstellation und der semantischen Räume wird durchgeführt.
5. Reaktionen: Die Rezeption beider Werke durch die zeitgenössische Wissenschaft und das Publikum sowie die anhaltende Bedeutung für das deutsch-tschechische Verhältnis werden chronologisch dargelegt.
Schluss: Die wesentlichen Erkenntnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung der Dramen als politisch-kulturelle Spiegel ihrer Zeit hervorgehoben.
Přemysl Otakar II., Franz Grillparzer, König Ottokars Glück und Ende, Biedermeier, Zensur, historisches Drama, Uffo Daniel Horn, Revolution 1848, Böhmen, tschechische Identität, Bohemismus, Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft, Vormärz
Die Arbeit analysiert vergleichend zwei Dramen des 19. Jahrhunderts, die den böhmischen König Přemysl Otakar II. zum zentralen Thema haben. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den unterschiedlichen politischen Ansätzen und der tschechischen Rezeption dieser Werke.
Die zentralen Themenfelder sind die literarische Aufarbeitung böhmischer Geschichte, die Rolle des Nationalismus im 19. Jahrhundert, der Einfluss von Zensur auf das Theater sowie das ambivalente Verhältnis zwischen deutschsprachigen Dichtern und der tschechischen Nation.
Das primäre Ziel ist es, die politischen und kulturellen Hintergründe der Dramen von Franz Grillparzer und Uffo Daniel Horn zu durchleuchten und zu klären, warum Horns Werk als Reaktion auf Grillparzer verstanden werden muss und wie die tschechische Öffentlichkeit auf diese Darstellungen reagierte.
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden literaturwissenschaftlichen Ansatz, der sowohl historische Kontexte und Biographien der Autoren als auch eine detaillierte Textanalyse und die Auswertung zeitgenössischer Rezensionen und Quellen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Entstehungsgeschichte beider Werke, die biographische und politische Verortung der Autoren, eine strukturierte Gegenüberstellung der Dramen (Aufbau, Figuren, Handlung) und eine chronologische Aufarbeitung der zeitgenössischen Kritik.
Wichtige Begriffe sind Přemysl Otakar II., literarischer Vergleich, deutsch-tschechische Beziehungen, Grillparzer, Uffo Horn, historische Dramatik, Nationalidentität und Zensurgeschichte.
Während Grillparzer ein historisches Drama verfasste, das den König als machtbesessenen, tragischen Helden porträtiert, konzipierte Uffo Horn sein Stück als politisches Drama, das den König zur Identifikationsfigur für nationale und bürgerliche Ambitionen macht.
Horns Drama wird heute primär als zeitgebundenes politisches Instrument der damaligen Ära gesehen, das ästhetisch nicht an die Qualität und universelle Bedeutung von Grillparzers Werk heranreicht und daher mit der Zeit in Vergessenheit geriet.
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