Magisterarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 2,3
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
1.1 Problemfeld Islamophobie
1.2 Problemfeld Antisemitismus und Islamophobie
1.3 Problemfeld Islamophobie im Netz
1.4 Fragestellung und Hypothesen
1.5 Vorgehen
2. Islamophobie
2.1 Was heißt „Islamophobie“?
2.2 Ausprägungen von Islamophobie
2.3 Stereotype
2.3.1 Islamophobe Stereotype
3. Medien und Islamophobie
3.1 Die Rolle der Medien
3.1.1 Die „Protokolle der Weisen von Zion“
3.2 Die Rolle des Internets
4. Islamophobie im Netz
4.1 Islamophobie auf Homepages
4.2 Islamophobie in Social Networks
4.3 Islamophobie in Foren
4.4 Kommentarkultur und Islamophobie
4.5 Fazit
5. Politically Incorrect
5.1 Inhaltliche Gestaltung
5.2 Formaler Aufbau
6. Qualitative Inhaltsanalyse der islamkritischen Stereotype in den Kommentaren des Weblogs „Politically Incorrect“
6.1 Vorüberlegungen
6.2 Vorgehensweise
6.2.1 Festlegung des Materials
6.2.2 Analyse der Entstehungssituation
6.2.3 Formale Charakterisierung des Materials
6.2.4 Richtung der Analyse
6.2.5 Theoriegeleitete Differenzierung der Fragestellung
6.2.6 Bestimmung der Analysetechnik
6.2.7 Definition der Analyseeinheit
6.2.8 Ablauf der Inhaltsanalyse
6.3 Auswertung des Kategoriensystems
6.3.1 Das Verhalten der Gesellschaft gegenüber Muslimen
6.3.2 Gesellschaften unter dem Einfluss von Muslimen
6.3.3 Muslimische Gesellschaften
6.3.4 Der Prophet
6.3.5 Die heiligen Schriften
6.3.6 Verhältnis zwischen Islam und anderen Kulturen und Religionen
6.3.7 Islamische Regeln, Gesetze und Strafen
6.3.8 Islamische Kultur, Rituale, Lebensweise
6.3.9 Der Islam
6.3.10 Der Muslim
6.4 Zusammenfassung
7. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
7.1 Islamophobie und Antisemitismus
7.1.1 Muslime als Europas „Andere“
7.1.2 Muslime als Schädlinge
7.1.3 Muslimische Eigenschaften
7.1.4 Ideologieverdacht
7.1.5 Muslimische Rituale
7.1.6 Verschwörung
7.2 Unterschiede zwischen Antisemitismus und Islamophobie
7.3 Fazit
8. Ausblick und Schlussüberlegungen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Islamophobie in Deutschland mit einem speziellen Fokus auf die Verbreitung islamfeindlicher Stereotype und Argumentationsmuster im Internet. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit sich etablierte antisemitische Vorurteile und Feindbilder in der islamkritischen Blogosphäre widerspiegeln und welche Rolle das Medium Internet bei der Kultivierung dieser Weltbilder spielt.
2.3.1 Islamophobe Stereotype
Sowohl das Stereotyp als auch das Vorurteil resultieren demnach aus einer beschränkten Informationsverarbeitung und beeinflussen wiederum die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Solche lückenhaften bzw. gesteuerten Berichte, negative Interpretation und tendenziöse Selektion führen dann dazu, dass „diese „verzerrten Images“ zu Feindbildern heranwachsen: „Bei entsprechenden Interessensgegensätzen und forcierten Rückkopplungsprozessen kann sich eine solche Entwicklung zu einem immer bedrohlicheren ‚Feindbild‘ steigern und schließlich in offene Aggression münden“.
Auch der Literaturwissenschaftler Viktor Klemperer bringt die Bedeutung von verfälscht und verzerrt verbreiteten Informationen bildhaft auf den Punkt, wenn er schreibt: „Worte können wie winzige Arsendosen sein: Sie werden unbemerkt verschluckt; sie scheinen keine Wirkung zu tun - und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“
Erneut ist es Rüdiger Hort, der zudem darauf hinweist, dass Stereotypen insbesondere in Zeiten mit gesellschaftlichen Krisen an Bedeutung gewinnen können. So könnten beispielsweise in Kriegszeiten oder in wirtschaftlicher Rezession Übergriffe auf bestimmte soziale Bevölkerungsgruppen registriert werden, die durch Stereotype und Vorurteile legitimiert und ermöglicht würden. Ausländer stellten in diesem Zusammenhang Sündenböcke dar.
Noch einen Schritt weiter geht Hort, wenn er von dem bewussten Einsatz von Stereotypen schreibt: „Je nach Handlungsbedarf oder Motivation einer sozialen Kategorie oder Gruppe können sie [Stereotype und Vorurteile] sogar als gezielt eingesetzte Instrumente des sozialen Wettbewerbs oder der Konkurrenz fungieren, d.h. sie können bewusst konstruiert werden, um eine Gruppenideologie bzw. einen Gruppenzusammenhalt zur Mobilisierung gegen eine andere konkurrierende Gruppe herzustellen.“
1. Einleitung: Einführung in das Thema Islamophobie, die mediale Berichterstattung sowie die Zielsetzung der wissenschaftlichen Untersuchung.
2. Islamophobie: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Islamophobie, seiner Herkunft und verschiedenen wissenschaftlichen Definitionsansätzen.
3. Medien und Islamophobie: Analyse der Rolle traditioneller Medien sowie des Internets bei der Verbreitung von Vorurteilen, unter Berücksichtigung historischer Beispiele wie den „Protokollen der Weisen von Zion“.
4. Islamophobie im Netz: Darstellung verschiedener Internetformate wie Weblogs, Foren und Social Networks und deren Nutzung für islamfeindliche Diskurse.
5. Politically Incorrect: Detaillierte Vorstellung des Blogs „Politically Incorrect“, seiner Entstehungsgeschichte, Zielsetzung und inhaltlichen Ausrichtung.
6. Qualitative Inhaltsanalyse der islamkritischen Stereotype in den Kommentaren des Weblogs „Politically Incorrect“: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der Auswertung von 31 Blogartikeln und den dazugehörigen Nutzerkommentaren.
7. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Synthese der Ergebnisse, Identifikation von Gemeinsamkeiten zwischen Antisemitismus und Islamophobie sowie Diskussion der erfassten Argumentationsmuster.
8. Ausblick und Schlussüberlegungen: Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und notwendige weitere Forschungsfragen im Bereich der Islamophobieforschung.
Islamophobie, Antisemitismus, Politically Incorrect, Stereotype, Internet, Weblogs, Medienwirkungsforschung, Diskursanalyse, Feindbilder, Islamkritik, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Radikalisierung, Kommunikation, Vorurteile, Online-Kommunikation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Auftreten und den Verbreitungsmechanismen von Islamophobie im Internet, insbesondere innerhalb deutschsprachiger, islamkritisch eingestufter Online-Plattformen.
Die zentralen Themen sind die Rolle von Medien und Internet bei der Konstruktion von Feindbildern, die Analyse von Stereotypen sowie der Vergleich mit historischen antisemitischen Diskursstrukturen.
Das Ziel ist es, die Bandbreite islamophober Argumentationsmuster zu identifizieren und zu kategorisieren, die in Kommentarspalten populärer Blogs genutzt werden.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse in Anlehnung an das Modell von Philipp Mayring durchgeführt, um eine systematische Kategorisierung der vorliegenden Textdaten zu ermöglichen.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Einbettung des Islamophobie-Begriffs als auch die empirische Analyse des Blogs „Politically Incorrect“ sowie die anschließende Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Verwandtschaft zu antisemitischen Narrativen.
Schlüsselwörter sind unter anderem Islamophobie, Antisemitismus, Internet, Stereotype, Feindbilder und Politically Incorrect.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Islamophobie oft als politisches Instrument zur Mobilisierung gegen eine vermeintliche Übernahme durch eine fremde Religion oder Kultur genutzt wird, während klassische Rassismen oft stärker auf biologischen Konstrukten basieren.
Die Arbeit beschreibt, dass die Betreiber des Blogs ein explizites Misstrauen gegenüber „Mainstream-Medien“ hegen und ihre Plattform als eine Art Gegenöffentlichkeit begreifen, die Tabuthemen ansprechen will.
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